Terrorismus hat sich verändert

Nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin beschränkt sich die Diskussion stark auf sicherheitspolitische Reaktionen. Die Frage welche Fehler die Behörden gemacht hätten und mit welchen Mitteln Sicherheit hergestellt werden kann steht im Vordergrund. Es werden Parallelen zum Terror der Roten Armee Fraktion (RAF) gezogen und die Erfolge der Sicherheitskräfte Ende der 70er und Anfang der 80er Jahren als Vorbild genommen. Doch die Veränderungen des Terrors zeigen, das Problem liegt auf einer anderen Ebene. Der islamistische Terror ist ein Angriff auf die gesamte Westliche Lebensweise und nicht wie die RAF auf das politische und wirtschaftliche System.

Veränderte Methode

Wer sich an die Anschläge der RAF zurückerinnert oder von ihnen gehört hat, kann den grundsätzlichen Unterschied zwischen den Anschlägen der RAF und den neueren terroristischen Anschlägen sehen. Die RAF führte geplante und koordinierte Anschläge auf bestimmte Ziele durch und nutzte dafür die damals üblichen Waffen und Sprengstoffe. Die neueren Anschläge zeigen dagegen wenig Planung und keine Koordination, da diese durch Sicherheitskräfte aufgedeckt werden könnten. Aus demselben Grund haben die Täter  wenig bis keine Verbindungen zur extremen Szene. Auch die Waffen änderten sich, von Schusswaffen hin zu mehr und mehr improvisierten Sprengvorrichtungen, die in den Kriegen in Afghanistan und Irak perfektioniert und etwa für den Boston Marathon Anschlag benutzt wurden. Aber die Entwicklung zu improvisierten Waffen geht darüber hinaus. Klassischen Waffen oder Sprengstoffe werden für Angriffe in westlichen Ländern weniger benutzt, da diese nur schwer zu besorgen sind und Aufmerksamkeit auf die Anschlagsabsicht ziehen. Am Ende dieser Entwicklung bleiben Anschläge, die von einzelnen Selbstradikalisierten geplant und mit improvisierten Waffen, wie Fahrzeugen oder Alltagsgegenständen wie Messern, durchgeführt werden.

Der Anschlag in Berlin zeigt die Grundzüge der Entwicklungen hin zu improvisierten Anschlägen. So war der Anschlagsverdächtige den Sicherheitsbehörden bekannt und mit einer islamistischen Szene vertraut, doch hatte er massive Probleme, Waffen und Unterstützung zu bekommen. Das führte dann zu dem Anschlag mit einem LKW als improvisierter Waffe. Sicherheitsmaßnahmen, wie Verfolgung von Waffen und Sprengstoffbesitz, können also einen überzeugten Terroristen nicht von einem Anschlag abhalten.

Der Terror hat ein neues Ziel

Neben der Methode von terroristischen Anschlägen haben sich auch das Feindbild und damit die Ziele des Terrorismus geändert.  In der Ideologie der RAF und anderer Gruppen in den Siebziger und Achtziger Jahren war das Feindbild die politische und wirtschaftliche Ordnung. Deshalb wurden Einrichtungen und Personen aus Politik, Militär und Wirtschaft zu den Hauptzielen des Terrors. Der durchschnittliche Bürger wurde nur als Kollateralschaden Opfer des Terrors.

Das Feindbild des heutigen Terrors ist die westliche Gesellschaft allgemein. Ihre Grundlagen und damit ihre Existenz, werden als Gottes widrig und moralisch abzulehnen angesehen. Damit wenden sich die Anschläge weg von politischen und wirtschaftlichen Zielen hin zu zivilen „Soft Targets“. Diese Entwicklung begann mit 9/11. Die Angriffe zuvor, etwa auf die USS Cole, waren noch klassische Angriffe auf Wirtschaft und Militär. Die Angriffe am 11. September 2001 zielten mit dem World Trade Center und dem Pentagon auch auf wirtschaftliche und militärische Ziele, doch im World Trade Center traf es nicht nur die Wirtschaftselite sondern einen breiteren Teil der Gesellschaft. Die Attentate in Madrid 2004 und London 2005 zielten über den öffentlichen Nahverkehr direkt auf die gesamte Gesellschaft. Der Angriff auf Charlie Hebdo richtete sich gegen die Pressefreiheit als Baustein unsrer Lebensweise und  die Anschläge auf das Bataclan Theater und Cafés in Paris die richteten sich direkt gegen die französische Kultur und Lebensweise. Auch der Anschlag in Nizza am 14 Juli richtete sich gegen einen integralen Bestanteil der französischen Kultur. Der Anschlag in Berlin auf einen Weihnachtsmarkt traf eine in Deutschland beliebte Tradition, die inhaltlich mit Besinnung und Ruhe verbunden wird und verkehrt sie ins Gegenteil. Mit Ausnahme des Charlie Hebdo Anschlags waren die letzten Ziele Menschengruppen, die einen Durchschnitt der Gesellschaft repräsentieren.

Beide neuen Formen des Terrors waren als erstes und am deutlichsten in Israel zu sehen. Da der Terror gegen Israel schon immer die Existenz des Staates selbst beenden sollte, waren Anschläge auf zivile Ziele schon früh „Normalität“, spätestens jedoch mit der Zweiten Intifada. Auch die Entwicklung zu maximal improvisierten Anschlägen verlief durch die hohen Sicherheitsvorkehrungen in Israel beschleunigt. Sie führte zu den Messerattacken in israelischen Städten und Siedlungen seit Oktober 2015, da die Palästinenser in der Westbank anders keine Angriffe auf Israel durchführen können. Auch stärkere Sicherheitsvorkehrungen können die Gewalt nicht verhindern, sondern führen nur zu einer Veränderung und Anpassung der Methoden und Ziele.

Was können wir verteidigen?

Die wichtigsten vom Terror angegriffenen Grundlagen unserer Gesellschaft sind das Verständnis von universellen weltweiten Menschenrechten und der Menschenwürde. Darüber hinaus auch der Rechtstaat, die Trennung von Staat und Religion, die Legitimierung von Macht aus den einzelnen Bürgern des Staates, die Lösung internationaler Konflikte durch internationales Recht.

Nicht nur islamistischer Terror stellt diese Grundlagen in Frage. Auch China hat eine deutlich andere Vorstellung von Menschenrechten, doch vor allem eine andere Auffassung von internationalem Recht. Sie vertreten etwa die Vorstellung, das Südchinesische Meer sei Chinesischer Boden, der mit Wasser bedeckt ist. Dies führt nicht nur zu Problemen mit den anderen Staaten in der Region, sondern es ist auch ein Angriff auf die internationale Schifffahrt, für die das Südchinesische Meer eine wichtige Verbindung ist. Nicht zuletzt leugnet auch die Idee des Relativismus in Teilen der westlichen Gesellschaft deutlich die Grundprinzipien unserer Gesellschaft als allgemein bindend.

Wir müssen die fundamentalen Bestandteile unserer Lebensweise sowie unserer Welt- und Menschenverständnis wieder neu gegen diese alternativen Weltsichten begründen, sie verständlich und attraktiv machen. Und wenn nötig auch verteidigen, sowohl intellektuell, als auch praktisch und bei akuter Bedrohung mit staatlicher Gewalt.

Philipp Müller

Bomben auf Kirchen

Die Gewalt des IS nimmt weiter zu. Am 11.12. gab es einen der schwersten Anschläge in Kairo. Ein Selbstmordattentäter gelangte in die Sankt Peter und Paul Kirche und sprengte sich in die Luft. Auf Facebook wurde wenig Trauer bekundet. Keine Profilbilder mit ägyptischen Flaggen umhüllt. Es fehlen sämtliche Bekenntnisse, die die Trauer der deutschen Christen ausdrücken. Europas Christen sollten sich aber mit den Kopten solidarisieren.

Im Jahre 2011 kommt es zum Paukenschlag in Ägypten: Husni Mubarak, der ägyptische Staatspräsident, tritt zurück. Tausende Demonstranten befinden sich zu der Zeit in Kairo und feiern seine Abdankung. Was den ägyptischen Christen in der Zukunft begegnen wird ist noch nicht in Sicht. Mubarak hatte versucht, Streitigkeiten zwischen Christen und Muslimen zu unterbinden. Die Muslimbrüder versuchten einen Keil zwischen beide Religionen zu treiben, doch erst als der IS in Ägypten Fuß fasste, entflammten erbitterte Angriffe auf die christliche Minderheit der Kopten.

Im Laufe der Zeit führte der IS zahlreiche Attentate auf der Sinai-Halbinsel aus. Ebenso gab es Enthauptungen an der Grenze zu Lybien. Trotz der zahlreichen Nachrichten und Fotos über die Gräueltaten des IS reagieren die Christen im Westen mäßig bestürzt. Es herrscht eine „Es ist da halt so“-Einstellung. Wenn in Frankreich, in der Stadt Saint-Etienne-du-Rouvray, ein katholischer Priester in der Kirche ermordet wird bekunden die deutschen Bischöfe Solidarität.

Tausende Tote

Die Ägyptischen Christen scheinen für die Glaubensgeschwister in Europa fremd zu sein. Vergessen zu sein scheint: Die koptischen Christen leiden mitunter am stärksten im Orient. Unter Mubarak wurden viele Schandtaten verhindert. Diese nahmen aber nach dessen Rücktritt stark zu. Das liegt einerseits am gänzlichen fehlenden staatlichen Eingreifen, aber auch am Erstarken von radikal islamistischen Gruppierungen wie den Muslimbrüdern. Unter ihren wurden die Christen stärker reglementiert und die Akzeptanz in der Bevölkerung sank tiefer als unter Mubarak. Es führte zu einer Verdrängung der koptischen Christen an den Rand der Gesellschaft und dem fehlenden Schutz der Christen vor Gewalttaten.

Der IS hob die Gewalt gegen die Kopten auf ein anderes Niveau: Kopten werden in Massenexekutionen zum Übertritt zum Islam gezwungen. Selbst dann ist das Überleben nicht hundertprozentig sicher, da der IS wahllos Menschen tötet, ob Christen oder Muslime. Es werden mehr Kirchen denn je direkt angegriffen und zerstört. Anschläge in Kirchen sind keine Seltenheit mehr. Dennoch war die Attacke in der Hauptstadt Kairo eines der größten Attentate, die die Kopten zu ertragen hatten.

Der Krieg zieht mit

Millionen Flüchtlinge wollen nach Europa. Doch nicht alle sind Muslime. Die christliche Minderheit, die nach Europa will, wird meist mit den Muslimen über einen Kamm geschoren. Denn die Kopten sehen fast gleich aus wie die Muslime. Bis auf ein kleines Kreuz an der Unterseite des Handgelenks, haben sie nur ein zweites unsichtbares Zeichen: Die Taufe. Den Kopten geht es in Flüchtlingsheimen schlecht. In einigen Lagern werden sie weiterhin von Muslimen beleidigt und sind der Gewalt weiterhin ausgesetzt. Die Verfolgung ist mit ihnen gezogen.

Die Angriffe auf Flüchtlingsheime verschlechtert ihre Situation. Einige der deutschen Mitbürger halten ebendiese Christen für Moslems und schaden Ihnen durch die Entzündung der Flüchtlingsunterkünfte. Pegida und AfD sprechen sich offen gegen eine „Islamisierung des Abendlandes“ aus und befürworten vehement christliche Werte. Dennoch greifen sie das Christentum an, ob Kopten oder die Griechisch-Katholischen Christen aus Syrien.

Die „Flüchtlingskrise“ als Chance

Der Moment der Solidarität beginnt nicht auf Facebook, sondern in den europäischen Flüchtlingsheimen. Dieser Ort soll als Begegnungsstätte dienen, damit die Europäer, die Koptischen Christen, aber auch Muslime sich gegenseitig kennenlernen können. Es sollte mehr für die Verständigung zwischen Christen und Muslimen sowie zwischen Europäern und Orientalen erreicht werden. Der „Fremde“ ist in Europa angekommen und dies sollte als Chance für eine gemeinsame Verständigung genutzt werden. Ihm sollte geholfen werden, die traumatischen Erlebnisse aus seinem Heimatland zu überwinden, und es sollten weitere Spätfolgen der seelischen Belastung verhindert werden.

Schon alleine bekennende Worte zu den Christen im Nahen Osten kann das Gefühl vermitteln, sich mit den Menschen dort zu beschäftigen. Zwar würde das den Christen nicht direkt helfen, aber eine Solidarisierung ist das Mindeste, was Europa und die europäischen Bischöfe tun können. Aber auch der einzelne Christ kann etwas tun: Nämlich sein Profilbild in eine ägyptische Fahne hüllen.

Alexander Radej

Ende des Fortschritts (18.09.2015)

Der Export des Europäischen Modells ist misslungen

Die Flüchtlingsströme konfrontieren uns mit dem Niedergang von Staaten. Bürgerkriege und Korruption nehmen den Jüngeren die Zukunftschancen. Sie wollen in die Länder, in denen ihre Kinder nicht bedroht sind, wo sie Arbeit finden, wo sie wegen ihrer Religion oder ethnischen Zugehörigkeit nicht verfolgt werden. Wie konnte es dazu kommen? All Herkunftsländer, aus denen sie kommen, standen doch einmal unter der Herrschaft einer europäischen Macht. Eigentlich sollten doch alle Nationen so wie wir Europäer werden.

Export der europäischen Lebensform

Europa, das seine Technik, seine militärische Überlegenheit, sein Bildungs- und Gesundheitssystem im 19. Jahrhundert in den Kolonien implementierte, glaube an seinen zivilisatorischen Vorsprung. Selbst die kommunistische Doktrin ließ sich exportieren und wurde z.B. von China übernommen. Zwar war der Export der europäischen Zivilisation auch stark von wirtschaftlichen Interessen durchsetzt, aber er funktionierte nicht zuletzt dadurch, dass Europa mit diesem Überlegenheitsgefühl auch die Durchsetzungskraft entwickelte, so dass heute alle Staatsgebilde ohne den Einfluss Europas nicht zu denken sind. Und kommen die Flüchtlinge nicht gerade deshalb, weil sie von den Ideen Europas überzeugt sind und da leben wollen, wo diese Ideen in der Form des Rechtsstaates verwirklicht sind? Man kann ganz nüchtern sagen: Die Flüchtlingsströme sind eine Folge der europäischen Kolonisation.

Die misslungene Implementierung des demokratischen Systems

Die Kolonien waren keine Demokratien, sondern standen unter der Herrschaft der europäischen Regierungen. Sie sind nicht automatisch Demokratien geworden, als die Völker Asiens und Afrikas nach den selbstzerstörerischen europäischen Weltkriegen ihre Unabhängigkeit durchsetzen. Außer in Indien, Australien und Kanada entstanden keine funktionsfähigen Demokratien. Das Gift der Korruption durchdringt die Nachfolgestaaten in Afrika wie die vom Exportprodukt Kommunismus regierten russischen Satelliten. Trotz dieser Entwicklungen rechnete der Westen mit einem Demokratisierungsschub durch die Arabellion. Sozusagen naturgesetzlich sollten in den Ländern demokratische Staatsformen entstehen. Es waren aber keine der politischen Kräfte, außer vielleicht in Tunis, in der Lage, einen funktionsfähigen Staat mit Bildungs- und Gesundheitssystem, mit Rechtssicherheit und einem funktionsfähigen Parlament zu gestalten. Die Länder werden von rivalisierenden Gruppen, Stämmen, muslimischen Konfessionen und Ethnien bestimmt. Die Spannungen werden nicht durch Verhandlungen gelöst, sondern Gewalt dient als Mittel, die Machtinteressen der Gruppe, Ethnie, Konfession durchzusetzen. Es ist offensichtlich: Demokratie ist keine selbstverständliches Ergebnis der Evolution. Anders als es der Fortschrittsglaube der Moderne annimmt, erleben wir einen Verfall staatlicher Ordnungen, durch westliche Eingriffe beschleunigt.

Die Illusion der Aufklärung

Die Vernunft scheint zwar die Argumente, aber nicht die Kraft zu haben, Frieden herbeizuführen. Genau das hat die Aufklärung, welche die Vernunft zur Herrschaft bringen wollte und dann auch auf dem Altar von Notre Dame in Paris in Gestalt einer Frau inthronisierte, in Europa erlebt. Als die Aufklärung begann, entwickelte Kant eine vernunftbasierte Konzeption der Politik mit dem Ziel eines ewigen Friedens. Als sich die Aufklärung mit der französischen Revolution Bahn brach, schlug die Neuorganisation des Staates in die Herrschaft der Guillotine um und wuchs sich in eine Folge europäischer Kriege aus. Nach dem Wiener Kongress gab es dann ein Jahrhundert lang nur kleinere Kriege, bis sich dann im Ersten Weltkrieg die technische Vernunft durchsetze, um einen Krieg, der bereits im ersten Jahr zu einer Patt-Situation geführt hatte, bis zum Verschleiß aller Ressourcen weiter zu führen. Vernunftgemäß wäre es gewesen, spätestens nach einem Jahr zu einem Ausweg durch Friedensverhandlungen zu kommen. Dann übernahmen Kinder der Aufklärung, vielleicht eher Bastarde, die Meinungsführerschaft, sei es der Biologismus der Rassentheoretiker oder kommunistischen Theorie, nach der der Mensch ein Produkt der Wirtschaftsverhältnisse ist. Schaut man sich die Geschichte der von Europa ausgelösten Weltkriege sowie des Kolonialismus an, dann verwundert das Ergebnis nicht. Die Flüchtlinge, die heute an die Türen Deutschlands klopfen, wollen Einlass in ein Land, das zwar nicht aus dem Ersten, aber aus dem Zweiten Weltkrieg gelernt hat.

Die Demokratie ist kein Produkt der Evolution

So vernünftig die Begrenzung der Macht durch Wahlen und Parlamente ist, die die Finanzhoheit ausüben und wenn der innere Friede durch eine unabhängige Gerichtsbarkeit und das staatliche Gewaltmonopol der innere Friede gesichert wird, die Vernunft allein reicht nicht, um diesen Strukturen, Verfahrensregeln und politischen Wertvorstellungen Anerkennung zu verschaffen. Denn ein Staat, der für Flüchtlinge so attraktiv ist, lebt nicht allein von funktionierenden Staatsorganen, sondern nicht zuletzt von dem Willen der Bevölkerung für Wahlen, Pressefreiheit, unabhängige Justiz, überhaupt von dem Willen, die Macht der Regierenden zu begrenzen. Die Vernunft kann aufzeigen, dass diese Prinzipien sinnvoll sind, aber die Einsicht in diese Zusammenhänge ergibt sich offensichtlich nicht von selbst, als würde die Evolution dahin steuern. Es ist gerade anders. Eigentlich müsste sich die demokratische Regierungsform durchsetzen, weil sie die wirtschaftlich erfolgreichere ist. Nichts führt so schnell zum Untergang einer Staates, einer Nation wie ein Bürgerkrieg. Eigentlich wissen das auch alle Beteiligten. Aber die menschliche Evolution scheint nicht auf einen Rechtsstaat hinauszulaufen, sondern eher auf Machtdurchsetzung mit Gewalt.

Europa und die USA exportieren ihre Autos, ihre Maschinen und bringen als Touristen Geld ins Land. Ihre Staatsform können sie nicht implementieren. Exportweltmeister werden zu Zielen von Flüchtlingen, nicht zu Vorbildern für die Organisation von Staaten. Das Wertsystem der Aufklärung reicht nicht.

Eckhard Bieger S.J.
kath.de-Redaktion