Die Spaltung einer Nation

Innerhalb einer Woche ist Amerika auf der Straße. Die eine Hälfte am letzten Samstag beim Women’s March, die andere Hälfte bei den Märschen für das Leben, um den Jahrestag der Supreme Court Entscheidung zur Abtreibungslegalisierung. Dabei schließen sich die beiden Gruppen gegenseitig aus, da der Women’s March ausdrücklich für Abtreibung ausgelegt war . Ein Beispiel wie sehr die Vereinigten Staaten gespalten sind. Wie ist es zu dieser grundlegenden Spaltung der USA gekommen? Durch den Zusammenbruch des politischen und gesellschaftlichen Diskurses.

Das Wahlsystem des 18 Jahrhunderts

Auf politischer Seite stehen sich Republikaner und Demokraten unversöhnlich gegenüber. Das liegt am in den USA genutzten Wahlsystem. Das sogenannte „First past the post“ Wahlsystem, bestimmt jeweils für ein Gebiet der USA den Kandidaten mit den meisten Stimmen. Dieser erhält das zu wählende Amt, während alle anderen Kandidaten und Parteien vollkommen leer ausgehen. Dies gilt sowohl für lokale als auch für die nationalen Wahlen. Zum einen garantiert das System keine Repräsentation der Gesellschaft, wie etwa das deutsche Verhältniswahlsystem. Zum anderen führt es zu einem zwei Parteien System indem die Parteien sich immer mehr voneinander trennen. Weitere kleinere Parteien sind nicht relevant, da sie gegen die beiden großen Parteien keine wirkliche Chance haben.

Beide Parteien werden jedoch von den Randgruppen in die Extreme getrieben. Das Paradebeispiel dafür ist die Unterwanderung der Republikaner durch die Tea Party. Diese ist keine eigene Partei, sondern eine Bewegung innerhalb der Republikaner, die sich vom Establishment nicht vertreten fühlt und die moderaten Positionen ablehnt. Diese Gruppe wirft den gemäßigten Republikaner vor „Rinos” zu sein, also nur dem Namen nach Republikaner. Dies hat zu einer stärkeren konservativen Ausrichtung der gesamten Partei gesorgt. Die Demokraten entwickelten sich mehr und mehr von der politischen Mitte und den gemäßigten Republikanern weg, etwa in dem sie Gender-Fragen zu unverhandelbaren Agenda erklären. Auch hier sind es Gruppen innerhalb der  Partei, die sich profilieren, indem sie sich noch stärker vom politischen Gegner Abgrenzen. Ein Beispiel dafür ist etwa die Bewegung um Bernie Sanders, der eine für amerikanische Verhältnisse sehr extreme Wirtschaftspolitik vertritt, die der deutschen Sozialen Marktwirtschaft nahe steht.

Anti-philosophische Kultur

Das politische System der USA ist seit über 200 Jahren kaum verändert und nicht der einzige Grund für die gesellschaftlichen Differenzen. Die grundlegende soziale Spaltung der USA ist entstanden, weil in den letzten Jahren der gesellschaftliche Diskurs zusammengebrochen ist. Links und rechts beschimpften die  Einstellungen des jeweils anderen, gehen aber nicht in einen Diskurs mit Argumenten.

Dahinter steht die Ablehnung der Philosophie als Streben nach moralischer Wahrheit. Anstelle von Argumenten, die einen moralischen Anspruch stellen, werden die Positionen mit dem eigenen Gefühl begründet. Dabei wird Inkohärenz oder sogar Inkonsistenz nicht als ein Problem gesehen und logische Konsequenzen nicht anerkannt, solange sie nicht der eigenen Agenda entsprechen. Die neue wichtige sozialpolitische Komponente ist die Identifizierung mit einem Anliegen, einer “Cause”. Dabei geht es oft weniger um die Sache, als um etwas zu verändern und Teil der Meinungsgruppe zu sein.

Die Spaltung wird durch die fehlenden Kontakte  zwischen den Positionen weiter erhärtet. Dieser Kontakt kommt nicht zustande, da ein Austausch zur Findung der richtigen oder besten Lösung oder Position nicht gesucht wird. Der Feedback Loop der Social Media, bei dem der Nutzer nur Beiträge angezeigt bekommt, die seinen Interessen entsprechen, verstärkt die Spaltung, indem andere Meinungen ausgefiltert werden.

Die Rolle der Kirche

Die katholische Kirche in den USA steht bei der Spaltung zwischen den Stühlen, da sie sowohl klassische republikanische als auch demokratische Anliegen vertritt. Etwa sowohl ein Recht auf Leben von der Empfängnis bis zum Tod, als auch soziale Gerechtigkeit, menschenwürdige Migration und das Verbot von Folter. Doch wahrgenommen wird die Kirche vor allem in den Aktivitäten für den Lebensschutz.

Die Kirche hat die Fähigkeit in beiden Gruppen mitzureden und so ihre philosophisch-theologische Tradition dazu einzusetzen, den Diskurs wieder anzufangen. Dafür braucht es bei den Katholiken die Befähigung zum Diskurs und damit die ethische Bildung aus dem christlichen Menschen und Weltbild heraus. Mehr noch braucht es die Bereitschaft trotz der allgemeinen Ablehnung auf einem ethisch-moralischen Diskurs zu beharren.

Die Notwendigkeit neu Diskurse zu starten gilt nicht nur für die USA, sondern auch speziell für Deutschland. Das deutsche Wahlsystem mit mehreren Parteien hilft die Probleme politisch zu bearbeiten, aber ohne einen wirklichen Diskurs durch breite Gesellschaftsteile wird es auch in Deutschland schwierig werden die Gesellschaft zusammenzuhalten.  Das Phänomen „AfD“ zeigt auch in Deutschland Gruppen auf, die sich nicht repräsentiert und verstanden fühlen. Sie ist quasi die Tea Party der Union und nur deshalb eine eigene Partei, da in Deutschland mehr als zwei Parteien möglich sind.

Die Aufgabe für Kirche muss es sein, Diskurse zu beginnen, in denen Moral eine Rolle spielt und fähig zu sein sich darin zu bewegen. Dafür brauchen wir in Deutschland mehr religiös und moralisch gebildete Christen, also eine bessere Katechese aller Altersgruppen, die die kirchliche Lehre nicht nur präsentiert sondern erklärt und begründet.

Philipp Müller

Terrorismus hat sich verändert

Nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin beschränkt sich die Diskussion stark auf sicherheitspolitische Reaktionen. Die Frage welche Fehler die Behörden gemacht hätten und mit welchen Mitteln Sicherheit hergestellt werden kann steht im Vordergrund. Es werden Parallelen zum Terror der Roten Armee Fraktion (RAF) gezogen und die Erfolge der Sicherheitskräfte Ende der 70er und Anfang der 80er Jahren als Vorbild genommen. Doch die Veränderungen des Terrors zeigen, das Problem liegt auf einer anderen Ebene. Der islamistische Terror ist ein Angriff auf die gesamte Westliche Lebensweise und nicht wie die RAF auf das politische und wirtschaftliche System.

Veränderte Methode

Wer sich an die Anschläge der RAF zurückerinnert oder von ihnen gehört hat, kann den grundsätzlichen Unterschied zwischen den Anschlägen der RAF und den neueren terroristischen Anschlägen sehen. Die RAF führte geplante und koordinierte Anschläge auf bestimmte Ziele durch und nutzte dafür die damals üblichen Waffen und Sprengstoffe. Die neueren Anschläge zeigen dagegen wenig Planung und keine Koordination, da diese durch Sicherheitskräfte aufgedeckt werden könnten. Aus demselben Grund haben die Täter  wenig bis keine Verbindungen zur extremen Szene. Auch die Waffen änderten sich, von Schusswaffen hin zu mehr und mehr improvisierten Sprengvorrichtungen, die in den Kriegen in Afghanistan und Irak perfektioniert und etwa für den Boston Marathon Anschlag benutzt wurden. Aber die Entwicklung zu improvisierten Waffen geht darüber hinaus. Klassischen Waffen oder Sprengstoffe werden für Angriffe in westlichen Ländern weniger benutzt, da diese nur schwer zu besorgen sind und Aufmerksamkeit auf die Anschlagsabsicht ziehen. Am Ende dieser Entwicklung bleiben Anschläge, die von einzelnen Selbstradikalisierten geplant und mit improvisierten Waffen, wie Fahrzeugen oder Alltagsgegenständen wie Messern, durchgeführt werden.

Der Anschlag in Berlin zeigt die Grundzüge der Entwicklungen hin zu improvisierten Anschlägen. So war der Anschlagsverdächtige den Sicherheitsbehörden bekannt und mit einer islamistischen Szene vertraut, doch hatte er massive Probleme, Waffen und Unterstützung zu bekommen. Das führte dann zu dem Anschlag mit einem LKW als improvisierter Waffe. Sicherheitsmaßnahmen, wie Verfolgung von Waffen und Sprengstoffbesitz, können also einen überzeugten Terroristen nicht von einem Anschlag abhalten.

Der Terror hat ein neues Ziel

Neben der Methode von terroristischen Anschlägen haben sich auch das Feindbild und damit die Ziele des Terrorismus geändert.  In der Ideologie der RAF und anderer Gruppen in den Siebziger und Achtziger Jahren war das Feindbild die politische und wirtschaftliche Ordnung. Deshalb wurden Einrichtungen und Personen aus Politik, Militär und Wirtschaft zu den Hauptzielen des Terrors. Der durchschnittliche Bürger wurde nur als Kollateralschaden Opfer des Terrors.

Das Feindbild des heutigen Terrors ist die westliche Gesellschaft allgemein. Ihre Grundlagen und damit ihre Existenz, werden als Gottes widrig und moralisch abzulehnen angesehen. Damit wenden sich die Anschläge weg von politischen und wirtschaftlichen Zielen hin zu zivilen „Soft Targets“. Diese Entwicklung begann mit 9/11. Die Angriffe zuvor, etwa auf die USS Cole, waren noch klassische Angriffe auf Wirtschaft und Militär. Die Angriffe am 11. September 2001 zielten mit dem World Trade Center und dem Pentagon auch auf wirtschaftliche und militärische Ziele, doch im World Trade Center traf es nicht nur die Wirtschaftselite sondern einen breiteren Teil der Gesellschaft. Die Attentate in Madrid 2004 und London 2005 zielten über den öffentlichen Nahverkehr direkt auf die gesamte Gesellschaft. Der Angriff auf Charlie Hebdo richtete sich gegen die Pressefreiheit als Baustein unsrer Lebensweise und  die Anschläge auf das Bataclan Theater und Cafés in Paris die richteten sich direkt gegen die französische Kultur und Lebensweise. Auch der Anschlag in Nizza am 14 Juli richtete sich gegen einen integralen Bestanteil der französischen Kultur. Der Anschlag in Berlin auf einen Weihnachtsmarkt traf eine in Deutschland beliebte Tradition, die inhaltlich mit Besinnung und Ruhe verbunden wird und verkehrt sie ins Gegenteil. Mit Ausnahme des Charlie Hebdo Anschlags waren die letzten Ziele Menschengruppen, die einen Durchschnitt der Gesellschaft repräsentieren.

Beide neuen Formen des Terrors waren als erstes und am deutlichsten in Israel zu sehen. Da der Terror gegen Israel schon immer die Existenz des Staates selbst beenden sollte, waren Anschläge auf zivile Ziele schon früh „Normalität“, spätestens jedoch mit der Zweiten Intifada. Auch die Entwicklung zu maximal improvisierten Anschlägen verlief durch die hohen Sicherheitsvorkehrungen in Israel beschleunigt. Sie führte zu den Messerattacken in israelischen Städten und Siedlungen seit Oktober 2015, da die Palästinenser in der Westbank anders keine Angriffe auf Israel durchführen können. Auch stärkere Sicherheitsvorkehrungen können die Gewalt nicht verhindern, sondern führen nur zu einer Veränderung und Anpassung der Methoden und Ziele.

Was können wir verteidigen?

Die wichtigsten vom Terror angegriffenen Grundlagen unserer Gesellschaft sind das Verständnis von universellen weltweiten Menschenrechten und der Menschenwürde. Darüber hinaus auch der Rechtstaat, die Trennung von Staat und Religion, die Legitimierung von Macht aus den einzelnen Bürgern des Staates, die Lösung internationaler Konflikte durch internationales Recht.

Nicht nur islamistischer Terror stellt diese Grundlagen in Frage. Auch China hat eine deutlich andere Vorstellung von Menschenrechten, doch vor allem eine andere Auffassung von internationalem Recht. Sie vertreten etwa die Vorstellung, das Südchinesische Meer sei Chinesischer Boden, der mit Wasser bedeckt ist. Dies führt nicht nur zu Problemen mit den anderen Staaten in der Region, sondern es ist auch ein Angriff auf die internationale Schifffahrt, für die das Südchinesische Meer eine wichtige Verbindung ist. Nicht zuletzt leugnet auch die Idee des Relativismus in Teilen der westlichen Gesellschaft deutlich die Grundprinzipien unserer Gesellschaft als allgemein bindend.

Wir müssen die fundamentalen Bestandteile unserer Lebensweise sowie unserer Welt- und Menschenverständnis wieder neu gegen diese alternativen Weltsichten begründen, sie verständlich und attraktiv machen. Und wenn nötig auch verteidigen, sowohl intellektuell, als auch praktisch und bei akuter Bedrohung mit staatlicher Gewalt.

Philipp Müller

Anders leben oder Unglaubwürdigkeit

Es ist eine Last in der Welt zu leben. Die Politik driftet ins „Postfaktische“  ab. Der Journalismus liegt im Sterben und über Gott reden kann man nicht mehr. Was aber, wenn Ersteres nicht stimmt und Letzteres nicht so sein muss?

Dialog in der Gesellschaft

Die große Rede vom „postfaktischen“ Zeitalter ist unsinnig. Brexit und Trump Wählern kreieren ihre Ansichten über die Welt und Politik nicht ohne Realitätsbezug oder wie es ihnen gefällt. Das so interpretierte Phänomen ist durch eine Vertrauenskrise des Journalismus bedingt. Die Bereitschaft an einer These festzuhalten, obwohl ihre Falschheit durch Nachrichtemedien gezeigt wurde, ist keine Ablehnung von Fakten. Die Vertrauenskrise des Journalismus zeigt die komplexe dahinterliegende Realität. Das Problem ist wie Wahrheit kommuniziert werden kann und warum dem Fact Checker Glauben geschenkt werden sollte.

Das Vertrauen als Grundgut des Journalismus ist verbraucht. Unabhängig von der Wahrheit des „Lügenpresse“ Vorwurfs, zeigt dieser Vorwurf das Fehlen von Vertrauen in Teilen der Gesellschaft. Durch seine strukturelle Offenheit für Manipulation kann dem Journalismus im digitalen Zeitalter nicht Glauben geschenkt werden. Daher ist es für einen Menschen sinnvoll Politikern, Kommentatoren oder Blogs zu glauben, die das eigene Weltbild teilen und unterstützen. Ihre eigenen Überzeugungen geben diesen Informationen zusätzliche Relevanz und bestätigen die Wahrscheinlichkeit ihrer Validität. Im Sinne einer Korrespondenztheorie unterstützen sie sich gegenseitig. Ein Fact Checker muss, um diese Informationen in Zweifel zu ziehen, erst einmal gegen die subjektive Überzeugung argumentieren. Der an der angegriffenen Überzeugung festhaltende Mensch ist also gerade nicht post- oder antifaktisch, sondern hält seine Überzeugung für ein Faktum. Die Krise des Journalismus führt also zum Zusammenbruch des gesellschaftlichen Dialogs und zum wirtschaftlichen Niedergang des herkömmlichen Journalismus.

Dialog über den Glauben

Der Dialog über den Glauben ist ähnlich zusammengebrochen. Von Minderheiten wie den „New Atheists“ abgesehen, gibt es in der Gesellschaft keine prinzipielle Ablehnung gegen ein Reden von Gott. Es weckt kein Interesse und wird als irrelevant eingeschätzt. Das Vertrauen auf Wissenschaft und Fortschritt  bietet eine grundsätzlich überzeugende Weltsicht, in der Gott nicht gebraucht wird. Um Gott in den Blick zu bringen, müsste also erst einmal dieses Vertrauen erschüttert werden. Eine schwierige Aufgabe in einer Umgebung, die dieses Vertrauen durch praktische Erfolge der Wissenschaft verstärkt. Doch im Beispiel des Fact Checkers liegt eine weitere Möglichkeit: Die Aufdeckung von Fehlinformationen durch journalistische Mittel hat in der Vergangenheit funktioniert. Durch Vertrauen, das dem Journalismus entgegengebracht wurde, konnten Wähler überzeugt werden. Der Journalismus hat das Vertrauen verloren und auch religiöse Menschen bekommen von ihren Mitmenschen wenig Vertrauen entgegengebracht. Der Missbrauch Skandal, das Fehlverhalten von Bischöfen und Priestern sowie wenige extreme Christen färben die öffentliche Meinung von allen Gläubigen negativ. Die Negativbeispiele haben zwar mit dem einzelnen Gläubigen erst einmal nichts zu tun, zerstörten aber in der öffentlichen Meinung das Vertrauen auch in den einzelnen Gläubigen.

Nachfolge als Lösung

Für das Problem des Vertrauens im Journalismus  wurde noch keine Lösung gefunden. Doch das Vertrauensproblem des einzelnen Gläubigen kann behoben werden, indem sie die Vertrauenswürdigkeit in ihrem Handeln vorleben. Kurz: heiliger werden. Gottes- und Nächstenliebe konsequent umzusetzen, auch wenn es schwer fällt – und bis zum Ende. Nicht abstrakt, sondern in der jeweiligen Situation. Nicht mal kurz die Welt retten, sondern dem Gegenüber zuhören, die Oma besuchen, eine Familie gründen oder sich ganz für ein Leben mit Gott zu entscheiden. Im Kleinen einen Unterschied machen anstatt die großen Probleme zu lamentieren.  Dieses sichtbar andere Leben führt zu Fragen und zeigt die Ernsthaftigkeit des Glaubens. Der Glauben erweist sich so nicht als Vertröstung ins Jenseits oder einer vagen Hoffnung, sondern als eine konsequente Überzeugung und wirksame Realität. Die Wirksamkeit Heiliger in der Ermöglichung der Kommunikation wird bewiesen durch einen Blick in die Geschichte der Kirche. Die Christen der ersten Jahrhunderte lebten ihren Glauben in der Verfolgung auf eine Weise, die die Umwelt veränderte bis das Christentum selber Staatsreligion wurde. Dabei setzten sie nicht bei großen Problemen und gesellschaftlichen Missständen an, was in der Verfolgung auch nicht möglich ist. Stattdessen lebten sie ihren Glauben auf einer persönlichen Ebene, im Umgang untereinander und im Festhalten an der Nachfolge Christi.

Dabei geht es nicht um ein Mittel für eine Missionierung im Sinne einer argumentativen Überzeugung, sondern um einen Dialog zu ermöglichen. Für eine Umkehr oder Missionierung sind andere Faktoren nötig. Aber ohne Heilige, deren Leben die Begegnung mit authentischen Glaubenden ermöglicht, kann die Sendung Jesu, Zeugen zu sein, nicht erfüllt werden. Also  sollten wir Christen uns nicht an den großen Problemen der Welt kaputt reiben, sondern in den kleinen Dingen des Alltags heilig werden.

Philipp Müller