SPD – fehlende Ethik des Geldausgebens

Die SPD hat der CDU eine Menge Geld abgetrotzt. Das soll natürlich Wählerstimmen bringen. Aber warum sollen z.B. Erzieherinnen oder die Sprechstundenhilfen die SPD wählen, wenn der Kindergarten gebührenfrei wird und die Kassenärzte mehr Geld bekommen sollen. Sie sollten auch nicht, denn nur zukunftsträchtig angelegtes Geld ist ethisch vertretbar.

Beispiel 1: Kostenfreier Kindergartenplatz

In Frankfurt verspricht der amtierende Oberbürgermeister Feldmann kostenfreie Kitaplätze. Was muss sich eine Erzieherin dabei denken: keine Höherstufung der Berufsgruppe und damit keine Wohnung in Frankfurt. Kostenfrei heißt auch immer Mangelwirtschaft. Man kann das alles am englischen Gesundheitssystem, aber auch am Schwedischen studieren. Wenn die Steuern nicht überreichlich fließen, dann gibt es keine teuren Behandlungen. Die Reichen fahren in andere Länder, die Durchschnittsverdiener sterben früher.

Der Kindergarten braucht aber hoch qualifiziertes gut ausgebildetes Personal. Was die SPD nicht zu wissen scheint. Im Kindergarten entscheidet sich zum großen Teil der spätere Schulerfolg. Z.B. ist Fingerfertigkeit Voraussetzung für das Schreibenlernen, die Hörfähigkeit für das Verstehen von Sätzen, die Rhythmuserziehung verbessert die späteren mathematischen Leistungen. Entscheidend ist die deutliche Artikulation beim Sprechen, denn nur wer Worte richtig aussprechen kann, wird die Laute dann auch in Buchstaben umsetzen können. Schließlich ist die eingeschränkte Bewegungsfähigkeit von Großstadtkindern ein lebenslanges Handicap. Die Goldmedaillen von Laura Dahlmeier scheinen die SPD darüber hinwegzutäuschen, dass ein Großteil der Kinder nicht mehr in der Lage, überhaupt noch Skifahren zu lernen. Es liegt am Bewegungsmangel. Für die Bedienung des Smartphones braucht man nicht mal alle Finger. Wenn Kinder Frankfurter Kindergärten dann in der Grundschule die oben aufgelisteten Fähigkeiten erst einüben müssen, lernen sie eben weniger Deutsch und Mathe. Warum soll schlecht bezahltes Personal sich fortbilden. Es wird auch nicht die Kinder gezielt fördern, wenn das Gehalt niedrig bleibt. Die ethische Frage: Wäre es nicht die effektivere Förderung mit besser bezahlten und fortgebildeten Personal der größere Dienst an den Kindern? Und besteht nicht die ethische Forderung darin, gezielter Eltern, welche die Gebühren kaum zahlen können, diese zu erlassen oder die Gebühren entsprechend dem Gehalt zu staffeln. Die Rhönkliniken, Schreckgespenst kapitalistischer Ausbeutung, berechnet die Gebühren für den Betriebskindergarten entsprechend dem Einkommen. Nach der SPD-Philosophie müssten die Ärzte u.a. Angestellte mit hohem Gehalt weniger zahlen. Warum die Schlussfolgerung stimmt, obwohl sie absurd klingt: Wie meist entlastet die SPD die besser Verdienenden, denn der freie Kindergartenplatz kommt ja den gut Verdienenden als Zubrot und nicht als Ausgleich eines Mangels zugute. Weil die Gutverdienenden demnächst nicht zahlen müssen, kann sich die Erzieherin in Frankfurt keine Wohnung leisten geschweige denn eine Familie ernähren.

Beispiel 2: Mehr Geld für die Ärzte

Es geht diesmal nicht um die bei Krankenhäusern angestellten Ärzte, sondern um die Kassenzahlungen an die niedergelassenen Ärzte. Denen sei das Geld gegönnt. Aber ist das so ethisch vertretbar? Das Problem liegt in der Unterversorgung. Die Hausärzte sind überlaufen und haben für den einzelnen Patienten viel zu wenig Zeit. Deshalb kommen diese öfter. Die Fachärzte haben lange Wartelisten. Folge ist die Unzufriedenheit der Ärzte mit dem System und damit schlechtere Behandlungsqualität, sowie lange Wartezeiten der Patienten. Statt das System zu reformieren, wird die Unzufriedenheit mit Geld zugepflastert, Geld, von dem der Patient nichts hat. Es fehlt der Blick in die Zukunft und eine entsprechende Lösung. Im Gesundheitsbereich werden die Kosten weiter steigen, weil der enorme Fortschritt der Medizin viele neue Heilungschancen eröffnet und die Überalterung ein immer größer werdender Kostenfaktor sein wird. Deshalb ist die erste ethische Forderung, das System bezahlbar zu organisieren. Wenn man die Ärzte besser bezahlen will, dann muss man zuerst rationalisieren, d.h. die Behandlung muss gezielter und mit weniger personellem Aufwand erfolgen. Das macht die Einführung von Maschinen notwendig. Dahin muss das Geld zuerst fließen. Die Ärzte müssen sich im Klaren sein: Unter je mehr Ärzte das Geld aufgeteilt werden muss, desto weniger bekommt der Einzelne. Hier ist, wie für die Erzieherinnen oben gezeigt, Fortbildung der entscheidende Faktor. Mehr Geld in die Fortbildung, höhere Fallpauschalen wegen kürzerer Behandlungszeiten und zufriedenere, weil erfolgreichere Ärzte, wären gute Politik für die Patienten. Ein Blick auf die Pflegekräfte und die Sprechstundenhilfen ist auch hier angebracht. Diese sollen die SPD wählen, die versperrt ihnen aber die Perspektive, denn deren Gehalt kann nicht steigen. Als den Krankenhausärzten die Nachtbereitschaft gerechterweise vergütet wurden, musste das Geld irgendwo hergenommen werden. Es wurde einfach der Stellenschlüssel für die Pflegekräfte gekürzt. Und wo soll das Geld für ein entsprechendes Gehalt des Praxispersonals herkommen?

Es geht um Berufschancen

Wenn etwa 25% der industriellen Arbeitsplätze durch Roboter gefährdet sind, dann muss das Geld in andere Felder fließen, als es die SPD steuert. Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung hat neue Schätzungen veröffentlich. Vor allem die Arbeitsplätze, die eine geringe oder mittlere Qualifikation erfordern, sind gefährdet.
Insgesamt sind 25 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland dem Risiko ausgesetzt, dass innerhalb ihres Berufs mehr als 70 Prozent der Tätigkeiten durch Computer oder computergesteuerte Maschinen übernommen werden könnten. Der größte Teil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, gut 46 Prozent, arbeitet in Berufen mit einer mittleren Substituierbarkeit. Das heißt, dass zwischen 30 und 70 Prozent der Tätigkeiten eines Berufs potenziell durch Computer erledigt werden könnten. (mehr hier)

Wäre die SPD von ethischen Grundsätzen geleitet, dann stünde Verhinderung von Arbeitslosigkeit an erster Stelle der Prioritätenliste. Und die verlangt bessere Kindergärten, besser fortgebildetes Personal und eine Bezahlung, die der Bedeutung der Berufsgruppe entspricht.

Eckhard Bieger

Dem Kirchensteuerzahler – Ein Dank

Katholiken, die regelmäßig in die Kirche gehen, blicken häufig auf sie herab: Besucher, die an Ostern und Weihnachten die üblicherweise mittelmäßig besetzten Kirchenbänke füllen, sonst aber nie gesehen werden. Deren Christsein scheint sich zweimal im Jahr Bahn zu brechen, außerdem bei Taufen, Firmungen, Hochzeiten und Beerdigungen. Ansonsten haben sie mit Kirche wenig zu tun.

Wenig, weil es noch etwas gibt, was sie mit der Kirche verbindet: die Kirchensteuer. Eine Einrichtung aus scheinbar vergangener Zeit, als der Staat die Kirche als Erziehungsanstalt und Kulturinstitut noch dringend nötig hatte und ihr nach der Säkularisation das Recht zusprach, einen verbindlichen Mitgliedsbeitrag zu erheben. Der Staat fand sich zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts sogar bereit, diesen Mitgliedsbeitrag gegen eine Aufwandsentschädigung über die Finanzämter einzuziehen.

Faulen Kirchensteuerzahler

Es ist die Kirchensteuer, welche die Mehrheit der Deutschen noch mit der Kirche verbindet, obwohl die meisten von ihnen den Sonntag lieber ausschlafen und Sport treiben, als in die Messe zu gehen. Die Abgabe zeichnet die Kirche in Deutschland aus und macht sie zu einer der reichsten Gliedern des Katholizismus weltweit.

Dennoch ist die Kirchensteuer immer wieder der Kritik ausgesetzt. In den Augen der Gegner bildet sie den bequemen Sessel, in dem scheinbare Berufskatholiken sitzen und der ihren Missionseifer untergräbt, weil die finanzielle Absicherung nicht von der Lauheit der Kirchenmitglieder bedroht ist.

So wie es Argumente gegen die Abgabe gibt, so gibt es auch Anfragen an die Kirchensteuerkatholiken und ihren seltenen Kirchenbesuch. Für jemanden, der sich bemüht, seinen Glauben in sein Leben aktiv zu integrieren, kann so ein Verhalten für fragwürdig gelten. Deswegen blicken viele gerne auf sie herab.

Der für die Kirche und Gesellschaft

Aber kaum einer möchte zu einem Verein gehen, wo die meisten auf einen herabschauen. So sind die irritierten Blicke mancher Kirchgänger keine Einladung zum Verweilen für den Kirchensteuerkatholiken, der sich an Sonntagen in die Messe verirrt.

Zudem lässt sich schwer ausmachen, was sich im Verborgenen dieser Christen abspielt. Zwar erfüllen sie nicht die klassischen Milieuindikatoren. Mit der Zahlung ihrer Abgabe ermöglichen sie aber für die Gesellschaft und die Kirchgänger viel.

Zuvorderst wäre es nicht möglich, die Seelsorge nur aus den Beiträgen der sonntäglichen Messbesucher zu bezahlen. Denn der größte Teil des Budgets der Bistümer fließt in das Personal. Dank den anonymen Beitragszahler, die ihre Hilfe kaum in Anspruch nehmen, können sich professionelle Seelsorger ihrer Berufung und ihren Gläubigen widmen.

Des Weiteren pumpen die reichen Bistümer Deutschlands jährlich große Summen in die ärmere Weltkirche. Wer die dicken Akten an Dankesschreiben durchgeblättert hat, die in den Ordinariaten für Beihilfen an afrikanische, asiatische und amerikanische Bistümern eintreffen, bekommt ein ungefähres Bild von der Bedeutung solcher Unterstützung.

Hauptsache sie sind da

Aber auch in der Liturgie sind diese Christen präsent. Zwar erfüllen sie bei weitem nicht das Sonntagsgebot. Aber an den hohen Festtagen, bei Taufen, Hochzeiten, Firmungen sind sie präsent und füllen die Kirchenbänke. Für Priester und Ministranten, die nicht selten magere Besucherzahlen haben, eine kleine Freude.

Und auch was das Glaubenszeugnis angeht, kommen diese Christen nicht alltäglich, aber auf Aufforderung aus ihrem Schneckenhaus. Ein paar grobe Basics und eine ganz einfache Vorstellung wird den meisten Kindern noch mitgegeben. Und oft schicken die Eltern die Kinder auch zur Kommunion und zum Religionsunterricht.

Man kann viele Gründe finden, den Kirchensteuerchristen eine Intensivierung des Glaubenslebens anzuraten. Aber es gibt auch viele Gründe, ihnen dankbar zu sein. Daher an dieser Stelle dem Kirchensteuerzahler Danke für alles.

Maximilian Röll

Die Angst geht um

Trumps Aufruf, die Hauptstadt Israels zu verlegen, hat die christlichen Oberhäupter im Nahen Osten schockiert. Die Angst weiterer Anschläge gegen Kirchen geht um. Im Orient ist die Lage ohnehin schon prekär. Trumps Aktion jedoch destabilisiert die Region noch viel mehr.

Trump will die US Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlagern. Zugleich erkennt er Jerusalem als israelische Hauptstadt an. Ein Unding für Palästinenser. Zuerst wurde im Sechs-Tage-Krieg 1967 Ostjerusalem annektiert, was die zweite Intifada, einen Angriff Palästinas gegen Israel, auslöste. Nun verlagert Israel die Hauptstadt und findet einen mächtigen Verbündeten: US Präsident Trump. Der Aufruf zur dritten Intifada ließ nicht lange auf sich warten und die Lage in Jerusalem verschärfte sich zunehmend.

Religionen feinden sich an

Jerusalem, als Begegnungsstätte der Christen, Juden und Moslems, ist den Religionsgemeinschaften heilig. Ob die Grabeskirche, die Klagemauer oder die Al-Aksa-Moschee: Alle Religionen sind vertreten. Friede herrschte aber nie. Sei es zwischen den christlichen Konfessionen, die sich in der Grabeskirche regelmäßig, teilweise auch handgreifliche, Auseinandersetzungen liefern oder sei es der Kampf Palästinas gegen Israel, in dem sich in erster Linie zwei politische Parteien bekriegen.

Jedoch hat dieser Streit auch religiöse Dimensionen. Die größtenteils muslimischen Palästinenser und das jüdische Israel bekriegen sich um Ost-Jerusalem. In beiden Staaten ist die Religion stark verankert. Die Stadt, die beiden Religionen heilig ist, soll von den Juden eingenommen werden und das mit Hilfe des Westens. Muslime wittern eine Verschwörung gegen den Islam und Gläubige aus aller Welt sind deswegen erzürnt.

Christen haben Angst

Bischof Damian aus dem Kloster Höxter in Deutschland, drückte seine Besorgnis aus. Der Zorn der muslimischen Gläubigen richtet sich gegen den Westen. Das Christentum wird, besonders in Ägypten, als westliche Institution gesehen. Genau das wird den orthodoxen Kopten zum Verhängnis. Schon seit Jahren leiden Christen im Nahen Osten. Nun wird sich die Gewalt weiter ausbreiten und noch mehr Kirchen treffen.

Ob Klöster oder Kirchen, alle größeren Versammlungen sind in Gefahr und das nicht nur in Jerusalem. Die Gewalt gegen die christlichen Glaubensgemeinschaften, wird sich in der ganzen Welt erstrecken. Moslems haben nun die Sorge, dass sie zu ihren heiligen Stätten nicht mehr vorgelassen werden. Dieser Sorge wird nun Ausdruck verliehen, indem man die westlichen Institutionen angreift.

Sind Kirchen in Deutschland in Gefahr?

Da zu vermuten ist, dass Angriffe gegen Kirchen außerhalb des Nahen Ostens zunehmen werden, ist die Lage in Deutschland ungewiss. Jedoch ist die Gefahr außerhalb von islamischen Staaten weitgehend ungefährlich. Der Großteil der muslimischen Einwanderer oder Menschen mit Migrationshintergrund aus islamischen Ländern in Deutschland, sind weitaus säkularer als meist in den Medien dargestellt. Das belegt die Sinusstudie, welche Migranten bezüglich ihrer Religionszugehörigkeit befragt hat. Dabei gaben nur 51% der Jugendlichen an, eine tiefe Verbundenheit zu ihrer Religion zu haben. 84% geben sogar an, dass Religion Privatsache sei.

Die Gefahr ist in Deutschland sicherlich nicht gebannt, jedoch sollte Ruhe bewahrt werden. Dennoch sollten Gläubige tagtäglich dafür beten und hoffen, dass Glaubensanhänger, egal welcher Religion, im Nahen Osten vor jeglichem Krieg und Leid verschont bleiben. Denn besonders dort ist die Not am größten und es besteht zurzeit keine Aussicht darauf, dass sich die Lage, besonders in Jerusalem, bessern wird.

Alexander Radej