Die Bibel verschwindet aus den deutschen Haushalten

Immer weniger Menschen greifen regelmäßig zur Bibel. Das zeigt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA-CONSULERE (Erfurt) im Auftrag der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Obwohl knapp über die Hälfte der Deutschen eine Bibel besitzen, lesen nur die wenigsten regelmäßig darin.

Zwar gaben 60 Prozent der Befragten an, Mitglied einer christlichen Kirche zu sein, nicht alle von ihnen haben aber auch eine heilige Schrift im Haus. Ganze 44 Prozent besitzen nach eigener Aussage keine eigene Bibel.

Woran könnte das liegen?
Immer weniger Menschen besuchen die Kirche oder sehen sich selbst als gläubig an. Dass diese Personen keine Bibel besitzen, ist daher nicht verwunderlich. Es bleibt allerdings die Schere zwischen der Anzahl der Personen, die Mitglied in einer Kirche sind – aber dennoch keine Bibel besitzen. Die Mitgliedschaft in einer Kirche ist nicht automatisch mit persönlichen Glauben verbunden. Einige Personen sehen die Aufgaben der Kirchen im sozialen Bereich, etwa als Betreiber von Kindertagesstätten oder Krankenhäusern. Beim Auszug nehmen junge Leute oft nur das „Nötigste“ mit. Wer nicht regelmäßig in der Bibel liest, der wird sie auch eher nicht in die neue Wohnung mitnehmen.

Die Bibel online?
Die Heilige Schrift ist mittlerweile auch online verfügbar: Ob als E-Book, auf verschiedenen Seiten im Internet oder auch in Apps. Wer schnell etwas sucht, wird so leichter fündig, als bei der manuellen Suche.

Die teils nicht mehr modernen Formulierungen stoßen gerade bei der jüngeren Generation immer öfter auf Unverständnis. Die Bibel war früher präsenter im Alltag der Gläubigen, sie lernten von Kindes an, die Sprache zu verstehen und auch hinzunehmen, wenn Passagen schwieriger zu verstehen waren. Der jüngeren Generation fehlt oft die Geduld, sich mit der religiösen Sprache auseinanderzusetzen.
Kinderbibeln helfen dabei, dem Nachwuchs die Bibel näherzubringen. Nicht jeder ist allerdings begeistert von der Idee, die Bibel moderner zu formulieren. Die Befürchtung, die Botschaft würde dadurch verzerrt. Eine neuere Übersetzung wäre also eine Idee, um mehr Menschen für die Bibel zu begeistern, wird aber alleine nicht die Lösung sein.

Ist das überhaupt schlimm?
Die Bibel ist nach wie vor ein Bestseller weltweit. Viele Erzählungen werden noch immer mündlich weitergegeben. Kinderbücher enthalten oft Ausschnitte – etwa die Geschichte von Daniel in der Löwengrube oder David gegen Goliath. Auch die Kinderbibel bietet Eltern die Möglichkeit, ihren Kindern die heilige Schrift näher zu bringen und das kindgerecht. Es muss also nicht immer eine „ganze“ Bibel sein.

Glauben hängt nicht davon ab, ob jemand die Bibel selbst gelesen hat. Nicht jeder liest gerne. Andererseits enthält die Bibel wichtige Grundsätze christlichen Lebens und Handelns. Wer die Bibel liest, kann also nur gewinnen.
Dass jemand nicht regelmäßig in der Bibel liest, bedeutet auch nicht, dass die Person die Inhalte nicht kennt. Selbst Personen, die nicht gläubig sind, kennen meistens wenigstens einige Passagen. Insgesamt entspricht die sinkende Zahl der Gläubigen, Gottesdienstbesucher oder Bibelleser einem Trend, den die Kirchen erkannt haben und nun versuchen, gegenzusteuern. Ein Beispiel sind Aktionen und Feste, wie auch der Weltjugendtag, der sich heute größerer Beliebtheit erfreut denn je.  Franziskus ist weltweit beliebt: Der Pontifex twittert seit 2013, seine Nachrichten werden in neun Sprachen veröffentlicht. Knapp 33 Millionen Menschen folgen dem Papst – wesentlich mehr als US-Präsident Donald Trump.

2 thoughts on “Die Bibel verschwindet aus den deutschen Haushalten

  1. Wir kleben nur an den Buchstaben.Christus hat zu den Menschen von damals gesprochen Die Evangelisten haben für die damalige Zeit geschrieben.
    Aber wir sollen in unserer Zeit es mit unseren Worten übersetzen und es befolgen
    Daher sollten wir uns Gedanken machen,wie war es gemeint,was heißt das für mein Leben.was kann das Wort uns heute auch noch sagen:

  2. Das ist schlichtweg die Aufforderung an alle Geistlichen,die Bibel bei jeder
    moeglichen Gelegenheit zu verschenken.Z.B.bei Taufen oder Hochzeiten!
    Joachim Waldemer

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