AfD- Wahlerfolg mit zweifelhafter Haltung

Die drei Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt zeigen alle dasselbe Bild: Die Wahl ist durch das Flüchtlingsthema dominiert, die AfD gewinnt massiv an Stimmen hinzu – wenn auch mit zweifelhaften Einstellungen.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Wähler bei einer großen Koalition zu den kleinen Parteien abwandern. Im Parlament gibt es keine starke Opposition und die Regierung kann machen was sie will, ohne hinterfragt zu werden. Notwendigerweise wandert ein Teil der Wähler von den großen Parteien zu den kleinen Parteien ab, welche die einzige Alternative bilden. Dieses Phänomen zeigt sich bei dieser Wahl nur allzu deutlich bei den Wählerwanderungen.

Auch eine hohe Wahlbeteiligung ist angesichts des starken Themas nicht überraschend. Zwar fällt die Thematik hauptsächlich in die Kompetenz des Bundes, doch wird die Flüchtlingsfrage als so drängend empfunden, dass viele Wähler für ihre Wahlentscheidung das Flüchtlingsthema angeben. Fast alle Parteien konnten durch diesen Effekt Nichtwähler für sich gewinnen.

Was allerdings zu denken gibt, ist ein Stimmungswandel in Europa und zunehmend auch in Deutschland. Den Flüchtlingen schlägt nicht nur Skepsis, sondern immer mehr offene Ablehnung entgegen, was sich die AfD zu eigen gemacht hat. Hier gilt es genauer hinzuschauen, mit welchen Ursachen sich Flüchtlinge und Bevölkerung auseinander zu setzen haben und mit welcher zweifelhaften Haltung die AfD die Krise beantworten will, die der Lehre Jesu diametral entgegensteht.

Prekäre Lage der Flüchtlinge

Ein großer Teil der Flüchtlinge hat im Krieg oder auf der Flucht Folter und Gewalt erlebt. Es ist eine Flucht ins Ungewisse, in eine komplett unbekannte Welt mit neuer Sprache, Sitten und Regeln. Besitz, Arbeitsstelle, das soziale Umfeld und vieles mehr mussten sie zurücklassen, um ihr Leben zu retten. Sie wollen arbeiten, aber vorhandene Ausbildungen und Studienabschlüsse werden oft nicht anerkannt. Dazu kommt die psychische Verfassung, sich auf das Lernen einlassen zu können, wenn der eigene Bleibestatus nicht geklärt ist oder Familienmitglieder noch in Gefahr sind.

Diese grobe Skizze zeigt die prekäre Lage, in der sich Flüchtlinge befinden, mag er im Einzelfall auch sehr unterschiedlich sein. Es sind Menschen in Not, die auf unsere Hilfe angewiesen sind. Die christliche Botschaft sagt dazu ganz klar: „Was ihr einem von diesen meinen geringsten Brüdern getan habt, das habt ihr mir getan.“ „Ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet.“

Sorgen der Bevölkerung

Die Menschen in Deutschland werden dadurch vor große Herausforderungen gestellt. Es gibt zahlreiche Hilfswillige, viele bringen dabei großen Einsatz auf. Oftmals ist allerdings ein schneller Erfolg nicht zu erreichen und es geht nur mühsam voran. Dazu kommen täglich Fernsehbilder von einem nicht abreißenden Flüchtlingsstrom. Das führt zu einem Gefühl der Ohnmacht und der Hilflosigkeit. Berichte von Kriminalität und Belästigungen durch Flüchtlinge tun ihr Übriges.

Dort wo sich AfD Wähler zu Wort melden, kommt auch zum Vorschein, dass ihr Einsatz für Kinder, pflegebedürftige Großeltern, oder für Nachbarn, öffentlich nicht honoriert wird und finanziell zu wenig Unterstützung erfährt. Gegenüber den Flüchtlingen wird dagegen ohne Zögern Geld bereitgestellt, was zu Neid führt.

Es ist wichtig, diese Sorgen und Probleme ernst zu nehmen und Lösungswege zu diskutieren. Doch trotz unserer berechtigten Sorgen und anderen Bedürfnissen und Aufgaben, die drängend scheinen, zeigt uns die Bibel im barmherzigen Samariter, dass der nächste Notleidende im Mittelpunkt stehen muss. Ein Akt der Hilfe mit eigenem Einsatz und Geld ist das Gebot der Stunde. Dem Geschundenen muss über Nationalitäten hinweg, entgegen der alltäglichen Verpflichtungen, Sitten und Gesetze direkt geholfen werden. Hier ist nicht die erste Frage, wieso andere versagt haben oder es zu dem Leid gekommen ist, sondern wie direkt geholfen werden kann.

Programm der AfD

Hier stellt die AfD kaum eine Hilfe dar. Sie spielt die Bevölkerung gegen die Flüchtlinge aus und fordert in ihrem Parteiprogramm für Sachsen-Anhalt, eine „Einwanderungs-, Asyl- und Integrationspolitik,… die sich in erster Linie an den Bedürfnissen unseres eigenen Volkes orientiert.“ Die AfD nimmt nicht den Hilfebedürftigen in den Blick, sondern fordert „eine maximale Aufnahmequote für tatsächlich politisch Verfolgte und Flüchtlinge festzulegen, die sich am Willen der Bevölkerung orientiert und die daraus resultierenden Kosten nicht außer Acht lässt.“

Die Haltung, mit der die AfD das Kalkül der eigenen Wunschvorstellungen über den Flüchtling stellt, ist zutiefst unchristlich und letztlich gegen den Menschen selbst gerichtet. Wenn der Mensch nicht im Zentrum des Handelns steht, ist alles Kalkül umsonst. All die anderen Fragen der Fluchtursachen, der Finanzierung, der Integration, etc. dürfen nur im Hinblick auf den Hilfebedürftigen stehen. Werden sie stattdessen ins Zentrum gestellt, wird der Hilfesuchende zum Kalkül des eigenen Willens.

Sicher geht es um wichtige Fragen, die am Ende wesentlich darüber entscheiden, ob die Hilfe ankommt. Aber sie sind Folgen einer tieferen Haltung der Hilfsbereitschaft. Die AfD als Oppositionspartei, die alternative Lösungen ins Spiel bringt, ist nicht das Problem. Aber wenn sie unsere alltäglichen Verpflichtungen und Sorgen der Unterstützung des Hilfebedürftigen voranstellt, richtet sich das gegen den Menschen Selbst.

Dass dies keine Option für Christen sein kann, zeigt sich, wenn es in der Bibel heißt: „Geht weg von mir, denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir nicht zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich nicht aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich nicht gekleidet.“

Damit sollte uns die Wahl in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt nicht nervös machen, aber über einen christlichen Umgang mit den Flüchtlingen zu denken geben.

Dominique Humm

6 thoughts on “AfD- Wahlerfolg mit zweifelhafter Haltung

  1. Liebr Hr.D.Humm
    Bitte schauen sie sich das ganze Wahlprog. an und schreiben sie darüber.Sie sind ein Demagoge.!!! Ich habe AFD gewählt aus ganz anderen Gründen.
    1. Gender gaga,
    2. Gegen Homo und Lesben Heirat und Kinderadoption,
    3. Bildungsplan und Aktionsplan der Grünen,
    4. Lesen sie mal den Artikel in der Deutschen Tagespost vden Grünen Arbeitspapier und die neuesten Forderungen der Grünen. Erst diese Woche vröffentlicht.
    Rauschgiftprobleme v.Politiker die im Innenausschuss für Sicherheit tätigg waren.
    Habe immer die CDU gewählt aber die hat immer mehr die abendl. chrl. Werte über Bord geworfen
    Die SPD verkörprt sowieso keine Werte
    FDP für eine Freiheit die alles zerstört.
    Deutsche Tagespost:”siehe verschleppte Krise der politischen Kultur.”
    Kenne einige Pers. die aus den gleichen Gründen AFD gewählt haben.Wenn alles was nicht links ist rechts bedeutet dan steh ich zu rechts. Friedl. DEMOS werden v. Linken mit Gewalt gestört. u.v.m.
    Wenn sie einen solchen Artikel schreiben bitte besser informieren.
    m.f.G. K.H.

  2. Lieber Hr. Humm
    muss noch hinzufügen dass wenn die CDU so weitermacht dann wähle ich wieder die AFD falls die CSU sich nicht entschliessen kann bundesweit aufzutreten.

  3. und weiter, sieh zitieren die Bibel.Gut. Es ist schrecklich was hier mit den Menschen als Flüchtlinge passiert.Unser Staat wusste aber schon lange was auf Europa zukommt. Aber sieh haben nicht reagiert. Barmherzigkeit und Gerechtigkeit lassen sich nicht trennen.
    Und in der Bibel steht auch ihr werdet immer Arme bei Euch haben.

    • Lieber Herr Klaus Häufle,
      mich als Demagogen zu bezeichnen und gleichzeitig AfD wählen ist echt zynisch. Frau Petry hat erst im Januar Flüchtlingen mit dem Schusswaffen-Gebrauch an der Grenze gedroht und Frau von Storch sogar gegenüber Frauen und Kindern. Das ist Hetze!

      Dass Sie sich für Familie und eine angemessene Gleichstellung zwischen Mann und Frau(en) einsetzen (so interpretiere ich Ihre ersten drei Punkte) spricht für Sie und dagegen wende ich mich nicht in meinem Kommentar. Hier könnte die AfD tatsächlich Oppositionspolitik betreiben – wobei es auch immer wieder Äußerungen gibt, die an einer klaren Haltung der AfD zweifeln lassen.
      Ein anderes ist, und das müssen Sie zur Kenntnis nehmen, dass der überwiegende Teil der Wähler die AfD wegen ihrer Positionierung zu den Flüchtlingen gewählt hat. Und bei dieser Thematik zeigt sich eine grundlegend falsche Einstellung die bei der AfD vorherrscht und die auch zu den oben genannten Entgleisungen von Frau Petry und Frau von Storch geführt haben. Das ist unchristlich und dagegen richtet sich meine Kritik. Im Kommentar habe ich versucht den Kern der Problematik zu greifen, der die Einstellung und das Kalkül jedes Einzelnen von uns betrifft.

      Zum Bibelzitat. Jeder muss selbst für sich entscheiden, ob sein Handeln der genannten Anfrage Jesu standhält. Es sollte uns zumindest zu denken geben. Und zu den Armen in der Bibel: diese werden stets (im AT wie NT) als unterstützungswürdig benannt. Wenn davon gesprochen wird, dass Arme bei uns sein werden, ist das keinesfalls mit Gleichgültigkeit gemeint.

      Mit besten Grüßen, Humm

  4. Ich bin Wähler der “Grünen”:
    die AfD-Bewegung tut Deutschland gut !
    -derweil wir Krokodilstränen-Tropfen auf heissen Steinen vergiessen (Misereor,Brot für die Welt, etc.),
    -könnten die 10% der Reichsten dieser Welt,incl. der Eliten der Entwicklungsländer die Probleme dieser Welt aus der Portokasse lösen.
    – Identitätsverlust infolge gefühlter und/oder erfahrener permanenter Ungerechtigkeit (s.Armutsbericht) braucht eine Stimme.
    -dass diese Stimme lange überhört wurde/wird macht die AfD und ihre faschistoiden internationalen Partner so stark.
    – für Deutschland/Europa gilt : Weimar lässt grüssen…!

  5. Lieber Hr.D.Humm.
    Berteffs Wahlvehalten zu Gunsten der AFD: Wir müssen offen halten ob alle Wähler auch Christen sind.
    Schusswaffengebrauch: Die Arbeitsministerin .Nahles empfahl den Zollbeamten bei der Kontrolle des Mindestlohnes Schusswaffen zu tragen.
    Die Grünen hatten nichts anders im Köcher als die Atomenergie beim, Start ihrer Partei und als Partei haben sie ihre Phädophile Vergangenheit noch nicht aufgearbeitet.
    Wenn Sie unchristliches Verhalten anprangern dann bitteschön auch bei allen Parteien besonders bei den Grünen.
    Noch keine Partei hat ein Werbeplakat gefälscht ausser die Grünen und sogar versucht eine Demo als Nazis hinzustellen.
    Geben wir der AFD die benötigte Zeit zu beweisen wo sie steht wie es auch anderen Parteien zugestanden wurde.

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