Wieso der Westen seinen Lebensstil anpassen muss, damit er attraktiv bleibt

In der FAZ beschrieb Reinhard Müller die Anschläge von Brüssel als Angriff auf die freiheitliche Wertegemeinschaft. Die Medien sprechen nach Angriffen auf europäische Staaten häufig von den Werten des Westens, die es zu verteidigen gilt. Doch besonders in den sozialen Medien wird angefragt, wie sich eine Wertgemeinschaft verstehen will, wenn sie ihre eigene Tugenden selbst nie einhält. Daher hat Rolf Schneider im Deutschlandradio den Begriff des “Lebensstiles” vorgeschlagen, der sich nach Schneider zu verteidigen lohnt. Der Lebensstil umfasst mehr als nur die Werte einer Gemeinschaft und erfasst die Probleme besser, denen sich der Westen derzeit gegenüber sieht.

So kann damit die Herausforderungen des islamischen Terrorismus besser durchdrungen werden. Denn der IS zielt nicht auf abstrakte Werte. Er will alles vernichten, was für ihn als westlich und damit als unislamisch gilt, seien es Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Emanzipation, Miniröcke oder Karneval.

Der Lebensstil in Europa und Amerika entfaltet eine hohe Attraktivität. So groß, dass der Islamismus ihn global zerstören will und zahlreiche Menschen in das Gebiet des Westens fliehen, und wohl dauerhaft bleiben wollen, um an seinen Errungenschaften zu partizipieren. Aus dieser Perspektive offenbaren sich in der aktuellen Krise zahlreiche Herausforderungen. An dieser Stelle sollen drei Aspekte genannt werden:

Der Westen kann nicht bleiben, wie er ist

Nach einhelliger Meinung der Experten verfolgt der IS das Ziel, den Lebensstil des Westens durch Anschläge zu destabilisieren und die islamistische Gesellschaftsform auf seinem Territorium brutal zu implementieren. Der Westen steht dabei vor der Herausforderung, dass er einerseits seine Bürger vor dem Terror schützen muss, auf der anderen Seite aber seine freiheitliche Lebensform nicht aufgeben darf. Die Antwort auf den Terror des IS kann daher nicht nur staatliche Gewalt sein. Die Gesellschaft muss für ihre Freiheit Teile vermeintlicher Sicherheiten opfern. Doch das allein reicht nicht. Wenn der Westen nur Anschläge verhindern will, ist er zu passiv und überlässt den Terroristen die Initiative. Europa hat es in den vergangenen zwei Jahrhunderten geschafft, seinen Lebensstil immer wieder an neue Situationen anzupassen und war damit erstaunlich erfolgreich. Dabei muss der Westen auch selbst sich immer wieder hinterfragen, ob sein Lebensstil lebensbejahend und zukunftsfähig ist. Das ist auch derzeit gefragt. Die Islamisten zwingen dem Westen, den eigenen Lebensstil verstärkt in den Blick zu nehmen und auf die neue Weltlage anzupassen. Denn der Terrorismus ist nur eine Seite der Medaille.

Flüchtlinge verändern den Lebensstil

Durch den Bürgerkrieg in Syrien und die Entwicklung des islamischen Staat ist eine Flüchtlingswelle entstanden, wie es sie in Europa in den letzten Jahrzehnten nicht mehr gegeben hat. Millionen von Menschen kommen in die EU. Sie wollen an der Sicherheit, am Wohlstand, teilweise auch an der Freiheit des Westens teilhaben. Doch die meisten von ihnen pflegen einen anderen Lebensstil als die Mehrheitsgesellschaft in den Aufnahmeländern. Das muss zu scharfen Auseinandersetzungen und zu Missverständnissen mit der autochthonen Bevölkerung führen. Daher übernehmen die westlichen Gesellschaften mit der Öffnung der Grenzen auch die Aufgabe, es den Flüchtlingen zu ermöglichen, sich zu integrieren. Doch das bedeutet nicht nur eine Leistung des Westens, sondern auch eine der Flüchtlinge. Sie müssen den Lebensstil des Aufnahmelandes wenigstens teilweise annehmen und übernehmen.

Doch kann eine solche Entwicklungen nicht einseitig wirken, wenn sie von Dauer sein soll. Alle Gesellschaften, die Menschen aus anderen Kulturkreisen aufgenommen hatten, haben sich im Anschluss verändert. Denn die neuen Mitglieder bringen auch das eigene in die neue Heimat und Kultur ein. Die westliche Gesellschaft kann sich daher einem Transformationsprozess durch bislang fremde Einflüsse nicht entziehen. Derzeit ist noch offen, wohin eine solche Entwicklung führen wird.

Die Konservativen müssen berücksichtig werden

Ein Phänomen dieses Prozesses ist schon sichtbar: durch Auseinandersetzungen um die Flüchtlingskrise treten verstärkt rechte und konservative Kreise in den Vordergrund das öffentlichen Diskurses. Diese Lebenseinstellungen eines Teiles der Bevölkerung wurden lange Zeit von den gesellschaftlichen und staatlichen Eliten entweder ignoriert, nur marginal behandelt oder auch moralisch abqualifiziert. Durch die aktuelle Krise wurden diese Tendenzen verstärkt. So entstand eine neue gesellschaftliche Kraft, die durch Pegida-Demonstrationen und Wahlerfolge der AfD ins Licht der veröffentlichten Meinung gehoben wurde.

Ein gesellschaftlicher Diskurs über den Lebensstil des Westens darf daher nicht nur mit den Flüchtlingen geführt werden. Auch innerhalb der autochthonen Bevölkerung gibt es Gruppen, welche die Situation aktiv mitgestalten wollen und dazu bislang wenig Gelegenheit hatten. Der gesellschaftliche Common Sense, der in der Bundesrepublik über Jahrzehnte weitgehend stabil schien, muss daher neu ausgehandelt werden. Ebenso wie die Flüchtlinge müssen auch die National-Konservativen und Rechten die Chance erhalten, an der Transformation der Gesellschaft aktiv mitzuwirken. Nur so können weitere Parallel-Gesellschaften in Berlin-Neukölln und in Provinzen verhindert werden.

Wieso die Kirchen gefragt sind

All das hat auch für die christliche Kirchen Bedeutung: Der westliche Lebensstil ist wesentlich durch und in der Auseinandersetzung mit dem Christentum entstanden. Dessen Vertreter können daher in der Auseinandersetzung nicht schweigen und sie dürfen nicht in plumpe Abwehrmechanismen verfallen. Weder den Konservativen noch den Flüchtlingen kann das Recht auf Partizipation und Auseinandersetzung abgesprochen werden. Einer Reduktion auf Opfer-Tätern-Schematismen, die gerne von beiden Seiten des politischen Lagers genutzt werden, kann sich die Kirche als gesellschaftliche Kraft entziehen. Denn ihr Maßstab ist nicht die aktuelle Politik und ihre Zuschreibungen. Rechte wie linke Gruppen beziehen sich auf Werte und Handlungsmechanismen des Christentums. Daher können die Kirchen einen milieuübergreifenden Diskurs fördern. Sie können so dazu beitragen, die schwierigen Prozesse der kommenden Jahre friedlich und wegweisend zu gestalten.

Maximilian Röll

AfD- Wahlerfolg mit zweifelhafter Haltung

Die drei Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt zeigen alle dasselbe Bild: Die Wahl ist durch das Flüchtlingsthema dominiert, die AfD gewinnt massiv an Stimmen hinzu – wenn auch mit zweifelhaften Einstellungen.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Wähler bei einer großen Koalition zu den kleinen Parteien abwandern. Im Parlament gibt es keine starke Opposition und die Regierung kann machen was sie will, ohne hinterfragt zu werden. Notwendigerweise wandert ein Teil der Wähler von den großen Parteien zu den kleinen Parteien ab, welche die einzige Alternative bilden. Dieses Phänomen zeigt sich bei dieser Wahl nur allzu deutlich bei den Wählerwanderungen.

Auch eine hohe Wahlbeteiligung ist angesichts des starken Themas nicht überraschend. Zwar fällt die Thematik hauptsächlich in die Kompetenz des Bundes, doch wird die Flüchtlingsfrage als so drängend empfunden, dass viele Wähler für ihre Wahlentscheidung das Flüchtlingsthema angeben. Fast alle Parteien konnten durch diesen Effekt Nichtwähler für sich gewinnen.

Was allerdings zu denken gibt, ist ein Stimmungswandel in Europa und zunehmend auch in Deutschland. Den Flüchtlingen schlägt nicht nur Skepsis, sondern immer mehr offene Ablehnung entgegen, was sich die AfD zu eigen gemacht hat. Hier gilt es genauer hinzuschauen, mit welchen Ursachen sich Flüchtlinge und Bevölkerung auseinander zu setzen haben und mit welcher zweifelhaften Haltung die AfD die Krise beantworten will, die der Lehre Jesu diametral entgegensteht.

Prekäre Lage der Flüchtlinge

Ein großer Teil der Flüchtlinge hat im Krieg oder auf der Flucht Folter und Gewalt erlebt. Es ist eine Flucht ins Ungewisse, in eine komplett unbekannte Welt mit neuer Sprache, Sitten und Regeln. Besitz, Arbeitsstelle, das soziale Umfeld und vieles mehr mussten sie zurücklassen, um ihr Leben zu retten. Sie wollen arbeiten, aber vorhandene Ausbildungen und Studienabschlüsse werden oft nicht anerkannt. Dazu kommt die psychische Verfassung, sich auf das Lernen einlassen zu können, wenn der eigene Bleibestatus nicht geklärt ist oder Familienmitglieder noch in Gefahr sind.

Diese grobe Skizze zeigt die prekäre Lage, in der sich Flüchtlinge befinden, mag er im Einzelfall auch sehr unterschiedlich sein. Es sind Menschen in Not, die auf unsere Hilfe angewiesen sind. Die christliche Botschaft sagt dazu ganz klar: „Was ihr einem von diesen meinen geringsten Brüdern getan habt, das habt ihr mir getan.“ „Ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet.“

Sorgen der Bevölkerung

Die Menschen in Deutschland werden dadurch vor große Herausforderungen gestellt. Es gibt zahlreiche Hilfswillige, viele bringen dabei großen Einsatz auf. Oftmals ist allerdings ein schneller Erfolg nicht zu erreichen und es geht nur mühsam voran. Dazu kommen täglich Fernsehbilder von einem nicht abreißenden Flüchtlingsstrom. Das führt zu einem Gefühl der Ohnmacht und der Hilflosigkeit. Berichte von Kriminalität und Belästigungen durch Flüchtlinge tun ihr Übriges.

Dort wo sich AfD Wähler zu Wort melden, kommt auch zum Vorschein, dass ihr Einsatz für Kinder, pflegebedürftige Großeltern, oder für Nachbarn, öffentlich nicht honoriert wird und finanziell zu wenig Unterstützung erfährt. Gegenüber den Flüchtlingen wird dagegen ohne Zögern Geld bereitgestellt, was zu Neid führt.

Es ist wichtig, diese Sorgen und Probleme ernst zu nehmen und Lösungswege zu diskutieren. Doch trotz unserer berechtigten Sorgen und anderen Bedürfnissen und Aufgaben, die drängend scheinen, zeigt uns die Bibel im barmherzigen Samariter, dass der nächste Notleidende im Mittelpunkt stehen muss. Ein Akt der Hilfe mit eigenem Einsatz und Geld ist das Gebot der Stunde. Dem Geschundenen muss über Nationalitäten hinweg, entgegen der alltäglichen Verpflichtungen, Sitten und Gesetze direkt geholfen werden. Hier ist nicht die erste Frage, wieso andere versagt haben oder es zu dem Leid gekommen ist, sondern wie direkt geholfen werden kann.

Programm der AfD

Hier stellt die AfD kaum eine Hilfe dar. Sie spielt die Bevölkerung gegen die Flüchtlinge aus und fordert in ihrem Parteiprogramm für Sachsen-Anhalt, eine „Einwanderungs-, Asyl- und Integrationspolitik,… die sich in erster Linie an den Bedürfnissen unseres eigenen Volkes orientiert.“ Die AfD nimmt nicht den Hilfebedürftigen in den Blick, sondern fordert „eine maximale Aufnahmequote für tatsächlich politisch Verfolgte und Flüchtlinge festzulegen, die sich am Willen der Bevölkerung orientiert und die daraus resultierenden Kosten nicht außer Acht lässt.“

Die Haltung, mit der die AfD das Kalkül der eigenen Wunschvorstellungen über den Flüchtling stellt, ist zutiefst unchristlich und letztlich gegen den Menschen selbst gerichtet. Wenn der Mensch nicht im Zentrum des Handelns steht, ist alles Kalkül umsonst. All die anderen Fragen der Fluchtursachen, der Finanzierung, der Integration, etc. dürfen nur im Hinblick auf den Hilfebedürftigen stehen. Werden sie stattdessen ins Zentrum gestellt, wird der Hilfesuchende zum Kalkül des eigenen Willens.

Sicher geht es um wichtige Fragen, die am Ende wesentlich darüber entscheiden, ob die Hilfe ankommt. Aber sie sind Folgen einer tieferen Haltung der Hilfsbereitschaft. Die AfD als Oppositionspartei, die alternative Lösungen ins Spiel bringt, ist nicht das Problem. Aber wenn sie unsere alltäglichen Verpflichtungen und Sorgen der Unterstützung des Hilfebedürftigen voranstellt, richtet sich das gegen den Menschen Selbst.

Dass dies keine Option für Christen sein kann, zeigt sich, wenn es in der Bibel heißt: „Geht weg von mir, denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir nicht zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich nicht aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich nicht gekleidet.“

Damit sollte uns die Wahl in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt nicht nervös machen, aber über einen christlichen Umgang mit den Flüchtlingen zu denken geben.

Dominique Humm

“Nach der Vorabendmesse bist du fällig”

Der Fall des zurückgetreten Pfarrers Olivier Ndjimbi-Tshiende schlägt in der katholischen Kirchen hohe Wellen. Am vergangen Sonntag war der Kongolese mit deutscher Staatsangehörigkeit als Pfarrer der bayerischen Gemeinde Zorneding zurückgetreten. Grund dafür waren anonyme Morddrohungen sowie rassistische Beleidigungen. Seinen Rücktritt konnte auch eine Online-Petition mit über 70.000 Unterzeichnern nicht verhindern. Auch der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat wiederholt Morddrohungen erhalten. Seit 2014 kritisierte er öffentlich Pegida. Beide Betroffenen möchten sich öffentlich nicht zu den Vorfällen äußern. Wie weit ist der Rassismus in Deutschland fortgeschritten? Welche Rolle spielt die Anonymität im Internet beim Versenden von Drohbriefen oder Beleidigungen?

Der Fall Olivier Ndjimbi-Tshiende

Im Herbst 2015 sprach die frühere CSU-Ortsvorsitzende von Zorneding Sylvia Boher im Parteiblatt Zorneding Report im Kontext der Flüchtlingskrise von einer „Invasion“ und äußerte die Angst, dass Bayern von Flüchtlingen überrannt werde. Nachdem Ndjimbi-Tshiende sowie der Pfarrgemeinderat seiner Pfarrei diese Aussagen kritisiert hatten, äußerte sich der Stellvertrteter Bohers Johann Haindl mit den Worten: “Der muss aufpassen, dass ihm der Brem (Zornedings Altpfarrer) nicht mit dem nackerten Arsch ins Gesicht springt, unserem Neger.” Daraufhin mussten Boher und Haindl ihr Amt als Ortsvorsitzende der CSU niederlegen.

Für den Rücktritt ausschlaggebend waren nach eigenen Angaben anonyme Morddrohungen und rassistische Beleidigungen, die der Pfarrer seit November 2015 wiederholt erhielt. Inwiefern diese mit den Aussagen der beiden CSU-Politiker zusammenhängen ist ungewiss.

Ndjimbi-Tshiende blicke ohne Zorn auf seine Jahre in Zorneding zurück und habe sich mit Sylvia Boher versöhnt, wie das Erzbischöfliche Ordinariat mitteilte.

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer verurteile die Morddrohungen als inakzeptabel und forderte keine Toleranz zuzulassen. Gleichzeitig stritt er jede Verbindung zur Rolle der CSU ab. Über eine solche Verbindung wurde insbesondere in den sozialen Netzwerken spekuliert.

Anonymität im Netz

Der Fall zeichnet sich durch die Anonymität der Morddrohungen aus. Unadressierte Briefe oder das Internet bieten sich für ein solches Vorgehen an. Eine neue E-Mail-Adresse oder ein Profil bei Facebook lässt sich einfach und unter falschem Namen erstellen, sodass eine Rückverfolgung schwierig wird. In diesen rechtlich schwer zu belangenden Räumen kommt es immer wieder zu Beleidigungen, Drohungen und Verleumdungen, die öffentlich keiner äußern würde.

Im Falle des Erzbischofs Schick veröffentlichen die Täter einen gefälschten Facebook-Eintrag, in dem er Pegidaanhängern mit Höllenfeuer drohte.

Der deutsche Staat gewährt jedem Bürger das Recht der Meinungsfreiheit, das auch Kritik einschließt. Diese Kritik ist jedoch in dem Maße zu äußern, dass die kritisierte Person nicht in ihrer Menschenwürde verletzt wird.

Rassismus in Deutschland

In den vergangenen Jahren hat sich in der deutschen Öffentlichkeit ein erschreckender Zuwachs an Fremdenfeindlichkeit ereignet. Seit Ende 2014 gibt es die islamophobe Pegida und die Flüchtlingskrise des letzten Jahres hat zu einem Zulauf der Wähler zu politisch rechts orientierten Parteien geführt. Nicht umsonst konnte die AfD bei den hessischen Kommunalwahlen mit 11,9 % zur drittstärksten Partei aufsteigen.

Der Fremdenfeindlichkeit ist entgegenzuhalten, dass Integration gelingen kann. Ein Austausch der Kulturen ist für beide Seiten eine Bereicherung. Auch Olivier Ndjimbi-Tshiende wurde vom Großteil seiner Gemeine akzeptiert und unterstützt, was nicht zuletzt die über 3000 Teilnehmer der Kundgebung „Rassismus entgegentreten“, die am Mittwoch in Zorneding stattfand, zeigen.

Leider gelingt es einer Minderheit von fremdenfeindlichen Personen immer wieder, ihre ausländischen Mitmenschen durch Drohungen oder Gewalttaten einzuschüchtern. Oftmals bleibt den Betroffenen daraufhin aus Angst vor ihrem Leben nur der Umzug an einen anderen Ort, so auch im Falle Ndjimbi-Tshiendes.

Was bleibt?

In Folge der Ereignisse sollte sich die katholisch Kirche erneut und kompromisslos gegen jegliche Form von Rassismus aussprechen. Auf keinen Fall darf es zu einem Totschweigen solcher oder ähnlicher Vorfälle kommen. Den Tätern muss aufgezeigt werden, dass der Großteil der Bevölkerung ihrem Handeln nicht zustimmt.

Noch nie war es so einfach eine andere Person zu diffamieren oder zu bedrohen. Die Anonymität des Internets ist Segen und Fluch zugleich. Jeder Nutzer sollte sich dessen bewusst sein und erhaltene Informationen, die andere Menschen in ein schlechtes Licht rücken, ein zweites Mal überprüfen.

Lukas Ansorge