Europa und der Orient: Wie friedliche Koexistenz gelingen kann

Die Reise des iranischen Präsidenten Hassan Rohani durch Europa zeigte die irrationalen Reaktionen und die Ängste der Europäer gegenüber der muslimischen Welt: Die einen wollen kein Risiko eingehen und und verhängen prophylaktisch Statuen, die nackte Gestalten zeigen, der muslimische Gast könnte sich immerhin daran stören. Die anderen wollen die Burka aus dem öffentlichen Raum verbannen, weil sonst die westliche Wertegemeinschaft zu kollabieren drohe. Beides ist keine Lösung.

In einer globalisierten Welt treffen Europa und der islamische Orient notwendigerweise aufeinander. Das Ringen um die „Wahrheit“ und den „richtigen“ Lebensstil hat sich derzeit allerdings tot gelaufen. Die Welt braucht eine Verschnaufpause. Wie einst im Kalten Krieg ist die Zeit gekommen, eine friedliche Koexistenz anzustreben. Dafür muss der Westen in Vorleistung treten.

Abschied von der alten Weltordnung

Für die europäischen Staaten bedeutet friedliche Koexistenz, dass sie sich von ihrem imperialen Erbe verabschieden. Staaten wie der Irak und Syrien sind bis heute geprägt durch die Grenzen der Siegermächte des Ersten Weltkrieges. Zerlegt man den Irak in einen schiitischen, kurdischen und sunnitischen Teil, ändert sich die Landkarte auch für Syrien, dessen Osten eher dem westlichen Irak zusammen wächst. Das geschieht derzeit schon durch den islamischen Staat. Akzeptiert der Westen, dass sich die Staatenwelt im Orient neu zusammensetzt, gibt er Raum für neue politische Lösungen.

Freiheit für Burkas und Superminis

Die europäische Gesellschaft muss akzeptieren, dass Muslime auch zum Westen gehören. Die Muslime können zurecht einen Teil des öffentlichen Raums für sich in Anspruch nehmen. Eine Frau mit Kopftuch oder selbst in einer Burka ist dem Westen zwar fremd, aber dennoch ebenso zu respektieren wie das Mädel im Supermini. Auch Moscheen sollen erkennbar sein. Es gibt aber Grenzen. Wo Moscheen zu Symbolen werden, um den Herrschaftsanspruch der Umma über eine Stadt auszurufen, darf sich Widerstand formieren. Wenn Burka-Trägerinnen sich weigern, mit Frauen im Minirock zu reden und sie beschimpfen, muss ihnen die Gesellschaft entgegentreten. Denn es geht nicht um Kleidung oder Baustile, sondern um Freiheit. Der fundamentale Wert Europas ist nicht der Minirock, sondern die Freiheit, ihn ebenso zu tragen, wie die Burka. Wer sich dem widersetzt, hat in Europa keinen Platz.

Kirche an die Front

Europas Werte basieren wesentlich auf dem Christentum. Selbst die vielgerühmte Aufklärung ist ohne die Kirche nicht denkbar, da sie säkularisierte christliche Werte vertritt, die sie den Kirchen mühevoll abgerungen hat. Doch kann man nichts langfristig von seinem Urquell abziehen, wie es im Faust heißt, wenn es keinen Schaden nehmen soll. Die Kirche müssen daher den christlichen Ursprung des westlichen Werte- und Lebensstils immer wieder einschärfen und auf ihn aufmerksam machen. Sie haben dabei keine so schlechten Voraussetzungen, wie von ihnen selbst häufig beklagt wird. Kirche als Trägerin von Kultur, von Werten, aber auch als Seelsorgerin wird von den Menschen weiterhin nachgefragt. Sogar das laizistische Frankreich versammelte sich in seiner Trauer nach den Attentaten von Paris in Notre Dame. Die Kirchen tragen das Erbe des Westens mit. Sie haben daher eine Mitverantwortung für Europa.

Respekt, keine Unterwerfung

Der Besuch Rohanis zeigt, wie eine Koexistenz möglich ist und, wie man es nicht machen sollte. Man verhüllt keine Statuen, nur weil der Besucher Muslim ist. Damit erniedrigt man sich selbst und schadet dem Ansehen Europas. Auf der anderen Seite hat man dem islamischen Geistlichen auch keinen Wein angeboten. Soviel Respekt vor den Bedürfnissen des Gastes ist angemessen. Gleichzeitig konzentriert sich Europa auf den wirtschaftlichen Dialog, einer Sphäre, in der Sanktionen zu beiderseitigem Schaden sind. Über wirtschaftliche Gemeinsamkeiten haben in der Geschichte schon häufig Kulturen zusammen gefunden. Wenn der Westen konsequent eine Koexistenz-Strategie fährt, kann er den radikalen Islam aus dem Orient abblocken und bietet dem gemäßigten Islam im Westen eine Alternative.

Maximilian Röll

3 thoughts on “Europa und der Orient: Wie friedliche Koexistenz gelingen kann

  1. Alles soweit in Ordnung aber wir brauchen aus der muslimischen Welt klare
    Absagen an die im Koran verbindlichen Hass-Suren!Mit diesem Buch ist kein
    Staat zu machen,es steht in krassem Widerspruch zu allen westlichen,
    christlich gepraegten Werteordnungen,damit koennen wir uns niemals ab-
    finden!Die Muslime ,die seit Generationen bei uns leben und arbeiten ge-
    hoeren zu uns aber der Islam mit seinem Koran nicht!Hier prallen Welten
    aufeinander mit unueberwindlichen Gegensaetzen!Der Islam besteht aus
    Barmherzigkeit und Hass,das Christentum aus Liebe und Barmherzigkeit,
    um es vereinfacht zu formulieren!

      • Dann sollten der Gerechtigkeit halber auch die Mordgeschichten aus der Bibel entfernt werden.
        Oder etwa nicht?
        Wer nur beim anderen das Negative sieht, vergisst den Balken im eigenen Auge.
        Und nicht vergessen: auch das Christentum hat eine blutige Vorgeschichte (Inquisition, Kreuzzüge).
        Es geht doch darum, dass sich ein blinder Bücherglaube zu einer mitmeschlichen Spiritualität entwickeln sollte. Egal ob Islam oder Christentum.

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