Im Kampf ums Überleben: Christen in Syrien (25.04.2014)

Wer Christ ist und in Syrien lebt, muss gegenwärtig um sein Leben fürchten. Vor allem gilt dies in den umkämpften Gebieten wie beispielsweise der Kleinstadt Maalula bei Damaskus. Aufständische Milizen vertreiben die Regierungstruppen und umgekehrt. Christen leiden besonders unter diesen Umständen. Zum einen gelten die nicht-muslimischen Minderheiten in Syrien als Unterstützer von Präsident Assad, zum anderen betreiben die muslimischen Aufständischen eine aggressive Islamisierung und schrecken vor Gewalt, Missbrauch, Verschleppung und Mord nicht zurück.

Den Christen in Syrien würde es unter einer islamistischen Regierung – und nichts anderes wird kommen, sollte Assad stürzen, schlechter gehen. Daran können, wenn man die gegenwärtig agierenden Kräfte betrachtet, kaum Zweifel entstehen. Dass Assad den Christen die Freiheit eingeräumt hat, ihre Religion weitgehend ungestört auszuüben, rechtfertigt keinesfalls das andere unmenschliche Unrecht, auf dem seine Macht ruht. Dennoch, Politik ist immer auch die Kunst des Möglichen und muß sich von idealistischer Naivität befreien. Deshalb müssen sich Politiker, die sich in Syrien einmischen, diese Fragen stellen: Was wird besser werden nach einem politischen Neubeginn? Was zeichnet sich gegenwärtig ab? Was ist jetzt besser und anders nach dem Sturz der Diktatoren Mubarak, Gadaffi? Was ist besser im Irak nach zwei blutigen Kriegen? Wem geht es jetzt besser als zuvor?

Für die Christen in Syrien stellt sich unter diesen Umständen die Frage: Fliehen oder bleiben. Kirchenführer rufen die Menschen dazu auf, trotz aller Schwierigkeiten und Bedrohungen zu bleiben. Christen haben in Syrien eine lange, bis an den Ursprung des Christentums reichende Tradition. Im 7. Jahrhundert, vor der Islamisierung, war Syrien ein christliches Land, zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren noch etwa 30% der Bevölkerung Christen, heute sind etwa 8% der etwas mehr als 20 Mio. Syrer Christen.

Die Situation der Christen in Syrien kann uns nicht gleichgültig lassen. Sie sollten die Solidarität der Glaubensgeschwister spüren. Dazu braucht man sich weder auf die eine oder andere Seite des Unrechts, weder auf die Assads oder auf die der islamistischen Aufständischen schlagen. Christen in Syrien brauchen, da sie aufgrund der Zugehörigkeit zu der christlichen Glaubensgemeinschaft bedroht sind, auch unsere Hilfe.

Die Bundesregierung hat das Aufnahmekontingent für syrische Flüchtlinge auf 10.000 begrenzt. In der Praxis ist es schwer, als Syrier ein Einreisevisum in die Bundesrepublik zu erhalten. Die Zulassungsbedingungen werden streng ausgelegt. Nur direkte Familienangehörige von Bundesbürgern dürfen gewöhnlich aus Syrien einreisen, selbst wenn sich die Angehörigen in Deutschland verpflichten, für sämtliche Kosten einzustehen.

Gegen die 10.000 in der Bundesrepublik willkommenen Syrer steht die Zahl von einer  halben Million syrischer Christen, die ihre Heimat verlassen haben, um ihr Leben zu schützen. Das ist etwa jeder vierte syrische Christ. Es fällt einfach schwer zu glauben, dass damit alles getan ist, was einem Land, dessen Bevölkerung immerhin zu gut 60% einer christlichen Kirche angehört, zuzumuten ist.

Das Engagement für die syrischen Christen sollte entschiedener ausfallen. Politiker, die auf ihr christliches Profil bedacht sind, könnten hier ein reiches Betätigungsfeld finden. Volker Kauder geht mit gutem Beispiel voran, Unterstützung wäre angesagt. Vielleicht wäre es ein Impuls für die Osterzeit, der in die kirchlichen Gemeinden, Gemeinschaften und Gruppierungen getragen werden könnte: Was können wir für die Christen in Syrien tun?

Theo Hipp
kath.de-Redaktion

Ostern heute, so aktuell wie damals (18.04.2014)

Ereignisse von Leid, Ungerechtigkeit und Gewalt lassen nach Orientierung fragen

„Kaum Chancen auf Überlebende“ lautet die Schlagzeile einer Tageszeitung vom gestrigen Gründonnerstag. Die Nachricht nimmt Bezug auf die vor Südkorea gesunkene Fähre, von der noch immer 300 Menschen vermisst werden. Besonders tragisch wirkt die Nachricht auf die Leser, da viele Schüler an Bord waren. Solche Nachrichten bewegen, weil jetzt gerade die Osterferien beginnen und jeder daheim für seine kleinen oder großen Kinder in Familie oder Nachbarschaft noch etwas für „den Osterhasen“ kauft. Ostern ist zwar nicht ein so großes Fest der Geschenke wie Weihnachten, aber idyllisch und harmonisch soll es dennoch verlaufen. Wie geht das angesichts der aktuellen Lage?

Nachrichten des Leides: Feuer in Valparaíso, verschollener Flug MH 370

Zum Beginn der Karwoche erfuhr die Weltöffentlichkeit vom Feuer in Valparaíso, das über 1000 Häuser der zumeist armen Bevölkerung zerstörte. Unvorstellbar, wie die nun obdachlos gewordenen Menschen nun wieder eine Behausung finden sollen, wo es ihnen doch schon vor der Katastrophe am Nötigsten fehlte.

Entsetzen und Ohnmacht dominieren auch die Berichterstattungen vom verschollenen Flug MH 370. Eine Allianz verschiedener Länder sucht nunmehr seit über 40 Tagen ein Flugzeug in einer Welt, die technisch Handys auf wenige Meter genau orten oder in der man mittels Satellit und Google direkt in den Vorgarten eines Fremden schauen kann. Ein in dieser Woche eingesetztes Mini-U-Boot konnte aufgrund der großen Tiefe im Suchgebiet des Indischen Ozeans noch keinen Aufschluss über den Verbleib der Maschine geben.

Das Leid unschuldiger Menschen ist eine Herausforderung, der sich die Mediennutzer in dieser Woche stellen müssen.

Ungerechtigkeit: Urteile über Ex-Minister Ingolf Deubel und Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi

Im Skandal um den Nürburgring-Ausbau ist der damalige rheinland-pfälzische Finanzminister Ingolf Deubel zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt wurden. Wegen eines dreistelligen Millionenschadens wurde er verurteilt, doch wann werden in der noch nicht aufgearbeiteten Bankenkrise Broker und Banker zur Rechenschaft gezogen werden? Da ist nichts von Urteilen zu lesen. Vielmehr gibt es durch Steuermittel gerettete Banken, Abfindungszahlungen an Manager und ein weiteres Geschäftsgebaren an den Börsen, das an die Zeit vor Krise erinnert.

Auch das lange Verfahren um den ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi wegen Steuerhinterziehung ist mit einem Urteil zu Ende gegangen. Trotz der Schuld und möglichen vier Jahren Haft ist er um eine Gefängnisstrafe herumgekommen und muss nun einen Sozialdienst leisten. Für viele Bürger in und außerhalb Italiens klingt das zu milde. Ein „normaler Bürger“ hätte bei gleicher Anklage gewiss ins Gefängnis gemusst, so der Vorwurf an das Rechtssystem.

Diese beiden Beispiele zeigen, wie Gerechtigkeit und scheinbares oder tatsächliches Unrecht die Menschen noch heute erzürnen und bewegen. Auch in dieser Woche.

Gewalt: Was ist der Wille des Volkes in der Ukraine?

Besetzungen, bewaffnete Auseinandersetzungen, Panzer – das sind Schlagworte aus der derzeitigen Berichterstattung zur Ukraine. Es herrscht ein unklares Bild der Lage, inwiefern Russland im Konflikt aktiv oder passiv mitwirkt oder was eigentlich die Mehrheit in der ukrainischen Bevölkerung will. Die Regierung scheint handlungsunfähig, das Land  wirtschaftlich angeschlagen. Die NATO verstärkt die Präsenz an den Ostgrenzen und bekommt in Berichterstattung und Politik wieder neues Gewicht. Szenarien eines Kalten Krieges werden wach, eine Lösung scheint nicht in Sicht. Wie kann ein einfacher Mediennutzer mit dieser Nachricht umgehen?

Ostern – Haltepunkte in aller Ausweglosigkeit

Gewalt, Ungerechtigkeit und Leid – diese Themen fallen hinein in die nun beginnenden Heiligen Tage für die Christen – die Festtage von Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag und Ostern. Sie kennen diese Themen aus dem Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu. Da gibt es die Gewalt, die, angestachelt durch eine Volksmenge (fast wie in der Ukraine), die durch die weltliche Großmacht Rom in der Person von Pontius Pilatus auf Jesus niedergeht. Da gibt es die Ungerechtigkeit, indem jemand zum Tod verurteilt wird, der einst Kranke heilte, und zugleich ein Mörder freigelassen wird. Da gibt es unsägliches Leid, das eine der schlimmsten Foltermethoden der Welt – die Kreuzigung – Jesus und den Seinen, die am Wegesrand stehen, zumutet. Und schließlich stirbt Jesus.

Der mitfeiernde Glaubende erlebt jene Ohnmacht, die er auch spürt, wenn er die Nachrichten dieser Woche verfolgt. Das Tröstliche jedoch ist: Jesus war und ist für die Christen Gottes Sohn und er hat all das menschliche Leid, die Ungerechtigkeit und Gewalt durchlebt. Er ist nicht einfach im Bett gestorben, wie es einmal ein Theologe als Hypothese in den Raum stellte. Er konnte nicht im Bett sterben, weil er den Menschen ganz nahe sein wollte. Er hat seine Liebe aufs Kreuz nageln lassen. Das ist ein Haltepunkt in den Ausweglosigkeiten unserer Tage.

Als weiterer Haltepunkt ist das Grundverständnis der liturgischen Feierlichkeiten zu verstehen. Christen feiern zwar jedes Jahr die gleiche Osterliturgie, aber irgendwie auch nicht: Jedes Ostern ist anders. Sie erinnern sie sich an Jesus und so trifft in den Gottesdiensten die Geschichte von damals auf die Geschichte unserer Zeit und wird so ganz aktuell. Deshalb spricht der Priester, beispielsweise am Gründonnerstag, wie bei jeder Messe die Einsetzungsworte und sagt dann zusätzlich: „Das ist heute!“ – jenes Heute mit dem Konflikt in der Ukraine, jenes Heute mit dem Fährunglück und dem Flugzeugunglück in Asien. Im Feiern und Erinnern kann auch Erlösung durch Jesu Auferstehen heute Gegenwart werden.

Dabei bleibt das Ganze nicht abstrakt für „die Christen“, sondern es kann für jeden einzelnen persönlich erfahrbar werden. Der Apostel Paulus, der in seinen Briefen sonst immer häufig die Wir-Form verwendet, springt im Brief an die Galater 2,20 ins Du: „..lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat“. Christus hatte die Fähigkeit, wie der Heilige Bernhard es sagt, den Einzelnen so zu lieben, als ob es die Allgemeinheit nicht gäbe und zugleich die Allgemeinheit zu lieben, als ob es den Einzelnen nicht gäbe. Somit kann für jeden persönlich Ostern werden.

Auch als gläubiger und österlicher Mensch bleiben die Ausweglosigkeiten unserer Zeit bestehen. Was kann ich tun, angesichts der Lage in der Ukraine oder dem Unglück in Asien? Jesus gibt beim Letzten Abendmahl eine Antwort darauf: Im Johannesevangelium  wird beschrieben, dass Jesus von Judas, einem seiner Jünger, verraten werden wird – jener Prozess, der die weltliche Gewalt über ihn kommen und ihn am Kreuz sterben lässt  (Joh 13,2). Nur einen Vers später beginnt Jesus als der Sohn Gottes seinen Freunden die Füße zu waschen (Joh 13,3ff.). Es kommen im Text keine Überlegungen, was man in den großen geopolitischen Machtstellungen ändern müsste, damit Jesus das Kreuz erspart geblieben wäre oder die Herrscher seine wahre Identität erkennen. Stattdessen blickt Jesus auf das Konkrete, auf die Menschen, die vor ihm sitzen und gibt ihnen ein Vorbild für seinen Liebesdienst. Dem kann jeder folgen: Die Welt verändern, indem ich bei mir und meiner Umgebung anfange.

In diesem Sinne wünsche ich ein frohes und gesegnetes Osterfest.

Sebastian Pilz
kath.de-Redaktion

Macht beruht auf Zustimmung (11.04.2014)

Wer mitbestimmen läßt, wird stärker

Seit der Wahl von Papst Franziskus ist das Thema Mitbestimmung in der Kirche wieder aktueller geworden. Denn der neue Papst hat früh klar gemacht, dass er bessere Formen der Mitbestimmung der Bischöfe für die Weltkirche sucht.
Bei der Frage der Mitbestimmung in der Kirche geht es weniger um demokratische Entscheidungsprozesse, sondern in erster Linie um ergänzende Formen der Zustimmung. Denn da die Kirche eine Institution in der Welt ist, übt sie notwendigerweise Macht aus. Und Macht beruht zu allen Zeiten auf Zustimmung. Macht innerhalb wie außerhalb der Kirche zu haben ist daher notwendig, um Themen wirksam einzubringen, Ziele, die man mit anderen als richtig erkannt hat, durchzusetzen.

Zwei Formen der Zustimmung

Dabei kann man grundsätzlich zwei verschiedene Formen der Zustimmung unterscheiden. Eine passive Zustimmung, bei der die Anerkennung des Entscheidungsträgers durch diesen vorausgesetzt wird. Dies ist bei institutionalisierter Macht oft der Fall, z.B. bei Monarchien. Daneben gibt es die aktive Zustimmung, bei der ein Ziel oder eine Person Zustimmung durch Zustimmungsakte erhält. Ein wichtiges Instrument, diese aktive Zustimmung einzuholen, ist es, eine größere Gruppe in den Entscheidungsprozess, sei es bei der Bestimmung einer Person oder eines Zieles, miteinzubeziehen.  Die dabei beteiligte Gruppe kann beliebig groß sein, z.B. ein ganzes Volk umfassen, klassisch sind das oft Demokratien, oder nur eine Gruppe von bedeutenden Personen, wie es bei der Erhebung der deutsch-römischen Könige im frühen und Hochmittelalter der Fall war.

Die Kirche kennt eine lange Tradition der Mitbestimmung

Auch die katholische Kirche kennt verschiedene Formen der aktiven Zustimmung, sowohl im Bereich der personalen wie der ideellen Entscheidungen. Besonders bei wichtigen Entscheidungen wie Papst- oder Bischofswahlen oder in bedeutenden dogmatischen Fragen hat sie sich der Mitbestimmung bedient, um eine möglichst breite Zustimmung einzuholen. So war es bis im Mittelalter üblich, dass verschiedene Gruppen bei der Bischofswahl beteiligt wurden. Auch das Volk hatte den neuen Bischof am Ende des Wahlprozesses zu akklamieren, also zu bestätigen. Im ideellen Bereich sind vor allem die Konzilien Formen aktiver Zustimmung. Auf eine andere Möglichkeit verweist z.B. die Umfrage, die Pius XII. vor der Verkündigung des Dogmas der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel hat durchführen lassen. Damals wurden alle Bischöfe angeschrieben und zu diesem Thema über ihre Meinung befragt.

Fall Limburg: Mehr Mitbestimmung bedeutet nicht weniger Macht

Die Förderung von Mitbestimmung bedeutet keineswegs weniger Macht für die Hierarchie, sondern kann diese im Gegenteil vergrößern. Gleichzeitig kann ein Mangel an aktiver Zustimmung Macht leichter erodieren lassen.
Ein Beispiel dafür ist Limburg. Hier sind die Bischöfe seit dem Konzil stark in ein sehr aktives Gremiensystem integriert. Daraus kann ein Bischof eine Stärke ableiten. Als in den 70er Jahren bekannt wurde, dass es im deutschen Episkopat und in der Nuntiatur Bestrebungen gab, den damaligen Limburger Bischof Kempf abzusetzen, kam es zu einer großen Solidarisierungsbewegung. Durch Mitbestimmung hatte Bischof Kempf also eine Zustimmung erreicht, die machtvoll genug war, den Angriff ins Leere laufen zu lassen.
Das Gegenbeispiel ist Bischof Tebartz-van Elst. Ihm ist es nicht gelungen, die Zustimmung seiner Diözesanen zu gewinnen. Einer der Gründe war die mangelnde Berücksichtigung des Limburger Gremiensystems bei den bischöflichen Entscheidungen. Die latente Unzufriedenheit in Teilen der Diözese, sowohl bei den Entscheidungsträgern wie im breiten Kirchenvolk, trug wesentlich zu seinem Sturz bei, da ihm der Rückhalt fehlte, der ihn durch die Krisenzeit hätte tragen können.

Der Papst wirbt um Mitbestimmung und genießt Zustimmung

Papst Franziskus stellt aktuell das beste kirchliche Beispiel für Zustimmung dar. Wer dieser Tage Rom besucht, der wird bei Generalaudienzen und beim Angelus Gebet den Petersplatz so voll finden wie selten. Dies und die große Beliebtheit, die ihm aktuell überall innerhalb wie außerhalb der Kirche entgegenschlägt, kann als Zustimmung des Volkes angesehen werden, die jedoch noch keine Mitbestimmung bedeutet. Diese kommt da ins Spiel, wo er Umfragen und weitere Tendenzen fördert, die Meinung des Volkes stärker bei den Entscheidungsprozessen zu eruieren. Dabei sind diese Befragungen für den Papst nicht bindend, sondern sie dienen ihm lediglich der Orientierung.

Ähnlich verhält es sich auch bei der Mitbestimmung der Entscheidungsträger, konkret der Bischöfe. Diese sehen sich seit der Wahl des neuen Papstes stärker gewürdigt als früher und empfinden eine neue Offenheit für ihre Ideen und Sorgen. Diese Grundstimmung wird durch Willensbekundungen des Papstes ergänzt, der Bischofssynode eine stärkere Bedeutung für das Lehramt zu geben. Mit all diesen Aspekten der Mitbestimmung und Zustimmung nimmt die Macht des Papstes nicht ab. Man gewinnt im Gegenteil den Eindruck, dass schon seit vielen Jahre kein Papst mehr so machtvoll regiert und agiert hat.

Vom Papst lernen

Für die Bischöfe und die ganze Kirche ist es daher ein wertvoller Weg, vom Papst zu lernen und die Impulse aus Rom aufzunehmen. Indem sich die kirchliche Hierarchie neu darum bemüht, Formen der Mitbestimmung zu entwickeln, kann sie mit der größeren Zustimmung der beteiligten Gruppen rechnen, Macht stärken und inner- wie außerkirchliche Projekte besser forcieren und einbringen. Entsprechend sollten die kirchlichen Hierarchien Vorstöße von verschiedenen Gruppen nach mehr Einbindung, z.B. der Freiburger Priester und Diakone in dieser Woche, auf die Möglichkeit prüfen, durch Mitbestimmung Zustimmung zu erlangen. Denn Macht beruht auf Zustimmung.

Maximilian Röll
kath.de-Redaktion