Katholische Kirche in Deutschland – so geht es nicht weiter (03.01.2014)

Im Jahr 2013 ist die deutsche Kirche durch ein Bauprojekt erschüttert worden. 31 oder bald auch 40 Millionen für ein paar Häuser auf dem Limburger Domberg haben nicht nur die Rechnungsprüfer auf den Plan gerufen, sondern den Großteil der Katholiken gegen ihre Kirche aufgebracht. Es sind nicht nur Laien, die mit den Klerikern unzufrieden sind, sondern auch viele Priester, die sich kritisch geäußert haben. Der Geldbetrag allein kann allerdings die Emotionen nicht erklären. Es muss mehr sein als einige Millionen einer an sich reichen Kirche, die sich einen Punkt gesucht hat, wo der Blitz einschlagen konnte. Der Limburger Dom stellt sicher ein viel größeres Bauvolumen dar, von Volkserhebungen gegen dieses Projekt, das um die Jahrhundertwende zum 13. Jahrhundert errichtet wurde, ist nichts überliefert. 1235 wurde er problemlos eingeweiht. Es kann nicht einfach das Bauprojekt sein, das die Katholiken bewegt. Die Unzufriedenheit muss tiefer sitzen. Für eine fundierte Diagnose ist es wohl noch zu früh. Vielleicht bedarf es eines weiteren Vorfalls, den die deutsche Kirche nicht zu lösen vermag, um allen offenzulegen, woran diese Kirche krankt. Hier soll nur das offensichtliche Ende einer Epoche aufgezeigt werden.

Limburg: konservativ gegen progressiv?

Der Limburger Konflikt wurde von Kirchenleuten so gedeutet, dass ein konservativer Bischof auf den erbitterten Widerstand einer liberalen Pfarrerschaft gestoßen ist. Limburg müsse wieder “auf Linie gebracht werden“. Aber auf welche Linie? Eine feierliche Liturgie im Dom und Bauten, die auch weniger aufwändig hätten errichtet werden können, diese konservative Botschaft sendet der Limburger Bischof in die Lande. Er hat auch die Zusammenlegung von Gemeinden in Großpfarreien veranlasst. Das geht nicht ohne Konflikte über die Bühne, wurde aber bisher nicht als Grund für die Empörung der Katholiken genannt. Worum geht es dann? Welche Positionen zur Verteidigung des Bischofs haben der Kölner Kardinal und der Chef der römischen Glaubenskongregation, Erzbischof Müller, ins Feld geführt, als dass alles eine übel angezettelte Medienkampagne sei? Wenn dem so wäre, warum ist es den Konservativen nicht gelungen, die Kampagne zu stoppen? Die Antwort kann erst einmal für den außenstehenden Beobachter nur heißen: Sie haben keine anderen Themen als die Opponenten, nämlich ob die Bauten auf dem Domberg zu vertreten sind oder nicht. Beide Seiten unterscheiden sich nur in der Einschätzung. Aber es gibt andere Themen, die die Konservativen besetzen könnten, um von dem Domberg abzulenken: Dass es für die deutsche Kirche auch um die Integration der vielen Katholiken anderer Muttersprache geht, um das „Fertigwerden“ mit dem Internet, eine fundierte Auseinandersetzung mit der Wirtschaftskrise, mit der inneren Aushöhlung des familiären Lebens, dass es eine spirituelle Sehnsucht gibt. Aber es sind offensichtlich nicht die Themen der Konservativen. Was die katholische Kirche und vor allem ihre Öffentlichkeitsreferenten offensichtlich nicht gelernt haben, um solche Kampagne zu entschärfen. Nicht stur dagegen halten, sondern neue Themen setzen.

Aber außer weiter steigenden Baukosten und der Leugnung, 1. Klasse geflogen zu sein, hat auch der gutwillige Katholik nichts gehört. Sind damit die Konservativen die „Schuldigen“ und haben die sog. Progressiven wieder einmal Recht bekommen?

Es fehlen genauso die Perspektiven der „Linken“  

Das Bistum könnte, ohne sich mit dem in einem Kloster lebenden Bischof anlegen zu müssen, nach Perspektiven für die Zukunft suchen. Von der Politik sind wir es gewohnt: Wer die Mehrheit gewonnen hat, soll es anders machen als die vorherige Mehrheit. Man hört von der anderen Seite jedoch nur weiter das, was schon vor der Klosterklausur des Bischofs Ziel war: „Der Bischof muss weg!“ Aber was dann, welche Perspektive wird für das Bistum entwickelt? Irgendwie wartet man auf einen Neuen, der irgendwelche Wunder vollbringen soll. Aber spricht Gott nicht direkt durch die Zeitläufe, ohne dass es besonderer Wundertäter bedarf? Zuerst muss die deutsche Kirche, ob links oder rechts gestrickt, ernst nehmen, dass ein mittelgroßes Bauprojekt die Grundfesten so erschüttern kann. Alle Beteiligten sollten sich darüber klar werden, dass es „so“ nicht mehr weitergehen kann. Dafür eine Teildiagnose:

Die Postmoderne verlangt nicht Strukturen, sondern die Person
Wenn Konservative wie Progressive das Bistum Limburg nicht aus der Situation herausführen können, dann fehlen dem Bistum wie aber auch dem Kollegium der Bischöfe, zu dem ja der Limburger Bischof gehört, die Mittel zur „Heilung“. Offensichtlich fühlen sich alle von den Vorfällen in Limburg betroffen, auch die Vorzeigeinstitutionen der deutschen Kirche, die weltweiten Hilfswerke verzeichnen einen Rückgang der Spendenbereitschaft. Und warum fühlt sich die katholische Kirche in Deutschland so ohnmächtig den Medien ausgeliefert?

Weil alle, ob konservativ oder progressiv, auf Strukturen und nicht auf den Glauben setzen. Die sog. konservativen Bischöfe, ob der Kölner Kardinal oder der von ihm promovierte Limburger Bischof Tebartz-van Elst insistieren auf der Einhaltung der Regeln. Bei der Liturgie wird es besonders deutlich: Nicht die persönliche Gebetshaltung, die aktive Mitfeier, sondern das Beachten liturgischer Vorgaben, z.B. dass ein Laie in der Messe nicht predigen darf, sind die Punkte, auf die Wert gelegt wird. Wenn es um Fragen des Zusammenlebens geht, wird von diesen Vertretern des deutschen Katholizismus kaum der innere Geist beschworen, sondern sie gehen mit Protesten an die Öffentlichkeit, wenn z.B. eine Bundeskanzlerin zum zweiten Mal verheiratet ist. Wenn Widerspruch von Hauptamtlichen oder kirchlichen Gremien artikuliert wird, setzen die Konservativen nicht selten Druckmitten ein, so die Abberufung von einer Stelle oder die Streichung finanzieller Zuschüsse. Sie vertrauen offensichtlich auf die ihnen zur Verfügung stehenden Machtmittel.

Sind die Linken weniger strukturverliebt? Auch sie orientieren sich weniger an den Inhalten als daran, dass Entscheidungen „demokratisch“ erfolgen. Im Konfliktfall stehen sie eher auf der Seite des Untergebenen, während die Konservativen den Konflikt als Infragestellung des Amtes interpretieren. Die Linken erwarten die weiterführenden Themen, um die es der katholischen Kirche gehen soll, aus den Gremien. Was aber, wenn keine kommen? Welche Zeitschrift, welche Fakultät, welcher Orden ergreift die Initiative? Wenn die zentralen Aussagen der katholischen Kirche hinter Auseinandersetzungen um ein bischöfliches Bauprojekt oder in komplizierten Gremienverfahren versteckt bleiben, dann sind das nicht die Themen der Menschen.

Das Geld, nicht die Religiosität halten die katholische Kirche in Deutschland

Ein wichtiger Faktor ist das Geld: Die deutsche Kirche kann Strukturen aufrecht erhalten, die gar nicht mehr von einer lebendigen Gemeinde getragen werden. Ausländische Besucher, die Einblick in Gemeinden gewinnen, sind von der Kärglichkeit des Lebens in vielen Gemeinden überrascht. Anderswo hätten sich die Gemeinden, für die sich ihre Mitglieder kaum noch interessieren, längst aufgelöst. Wo liegen die Perspektiven?

Das Hören auf den Zeitgeist erwartet nicht zuerst funktionierende Strukturen
Die katholische Kirche ist nicht die Bundesbahn. Sie steht auch nicht für eine funktionierende Justiz. Von ihr wird nicht zuerst erwartet, dass sie funktioniert. Was aus der Lektüre des Zeitgeistes ins Auge springt, ist das Andere, was das innere Leben bestimmt, eine gelebte Religiosität. Deutschland krankt nicht an der häufigen Unpünktlichkeit der Bahn noch ist der Fluglärm das drängendste Problem des Rhein-Main-Gebietes, sondern die Einschnürung des inneren Lebens durch berufliche Anforderungen, die hohen Folgekosten der Mobilität und, was den meisten noch nicht bewusst ist, die völlige Aushebelung der Privatsphäre durch die großen Internetunternehmen. Der Staat kann darauf nur mit Strukturreformen reagieren, die Kirchen haben ein spirituelles Potential. Das symbolisiert sich nicht durch repräsentative Bauten, so wie in der Zeit, als der Limburger Dom gebaut wurde. Es ist genau das, was die Menschen von den Lippen des Papstes ablesen. Wer das Auftreten des Argentiniers mit dem der deutschen Bischöfe vergleicht, muss sich über die Diskrepanz wundern. Es wird kaum möglich sein, die Bauten auf dem Limburger Domberg mit irgendeiner Aussage des Papstes in Verbindung zu bringen. Anders als sein Vorgänger hat der neue Papst die deutsche Kirche noch nicht auf ein neues Armutsideal verpflichtet, dass aber die Diskrepanz zwischen Rom und deutscher Kirche das heftige Echo auf die steigenden Limburger Baukosten erst verständlich macht, ist vielen Katholiken nicht klar, aber fast jedem Außenstehenden, den man zu den Limburger Vorgängen befragt.

Es ist auch eine moralische Frage
Limburg wurde deshalb zu einem Medien-Skandal, weil alles andere als Transparenz Maßstab war. Systematisch wurde von der Öffentlichkeitsarbeit ein Schleier um die wahren Kosten gewebt. Das Misstrauen musste wachsen. Kein Bischofskollege und auch der zuständige Erzbischof für Limburg, der Kölner Kardinal, haben das Gewebe aufgerissen. Es musste ein Kardinal aus Rom anreisen. Wie wollen die Konservativen, auch wenn man auf den ehemaligen Bischof von Augsburg, Mixa, schaut, Glaubwürdigkeit beanspruchen? Limburg dürfte das Ende des Versuchs darstellen, einfach das Konservative als Rettung der deutschen Kirche hinzustellen. Das vom Papst vertretene Armutsideal war noch nie eine von den Konservativen angenommene Herausforderung.

Gestalten die Progressiven dann die Zukunft?

Sie hätten alle Chancen, aber nehmen sie sie wahr? Mit Aufhebung des Zölibats oder der kirchlichen Anerkennung einer zweiten Heirat nach einer Scheidung gewinnt man in der Postmoderne keinen Blumentopf mehr. Sexthemen sind einfach nicht mehr so prickelnd. Vielleicht bringt das Jahr 2014 neue Impulse aus dem progressiven Lager, so wie es einmal die vielen Gruppen vermochten, die Kontakte zu Lateinamerika und den Missionskirchen in Afrika und Asien aufbauten. Vielleicht sind es die Kinder dieser Protagonisten, die endlich ihre Altersgenossen aus spanischen, indischen, afrikanischen, kolumbianischen Familien in die Pfarrgemeinderäte bringen und damit neues Leben in die vielen überalterten deutschen Gemeinden holen.

Wenn sich aber nichts regt
Bisher sind aus dem progressiven Lager keine zukunftsweisenden Aufbrüche zu vernehmen. Wahrscheinlich erlahmt dieses Lager, weil es die Konservativen als Gegner verloren hat. Wenn die Diagnose stimmt, dass die deutsche Kirche deshalb durch das Limburger Bauprojekt so grandios unterging, weil sie keine eigenen Themen hat, dann bleibt ihr nichts anderes als der FDP übrig. Sie muss in sich gehen, die alten Gräben zwischen Rechts und Links verlassen und gemeinsam nach dem suchen, was ihr Gott für die Postmoderne längst aufgetragen haben muss.

Eckhard Bieger S.J.

kath.de-Redaktion

9 thoughts on “Katholische Kirche in Deutschland – so geht es nicht weiter (03.01.2014)

  1. Aber die rechts-links Spaltung betrifft doch die große Mehrheit der Katholiken gar nicht! Und Bieger – mit Verlaub – übernimmt mit seiner Spaltungsthese die Argumentation der Konservativen und sie ist falsch! Keiner der Akteure “gegen” einen Verbleib des Bischofs von Limburg im Amt ist ein linker!!! Nicht Geis, Eltz, nicht der DSR … Und niemand hätte Bischof Tebartz öffentlich angegriffen wegen konservativer Einstellungen. Es ging um das Ernst- und Wahrnehmen der Mitarbeiter und der Gläubigen und es ging um die Rechtmäßigkeit von Verfahren die sträflich vernachlässigt wurde! Da wo Kirche gute Liturgie feiert, ernsthafte Antworten auf theologische Fragen gibt, sich den Menschen zuwendet, leidenschaftlich für die Sache Jesu handelt, ist sie erfolgreich. Wir brauchen keine Kirchenreform, und keine radikal asketische ArmutsBewegung sondern Professionalität und Leidenschaft für die frohe Botschaft. Fraglich ist höchstens, ob die aktuelle Rekrutierung und Kontrolle von Führungspersonal in der katholischen Kirche diesen Herausforderungen noch genügt.

    • Dem Kommentar kann ich mich nur weitgehend anschließen. Aber was macht man, wenn Menschen, die sich aktiv den Menschen im Sinne der Sache Jesu zuwenden, Angst davor haben müssen, gemaßregelt, versetzt, entlassen, mundtot gemacht zu werden – und zwar durch Ausnutzung der vorhandenen Strukturen? Von daher geht die Frage nach der künftigen Spiritualität von Kirche in Deutschland auch nicht ohne Strukturdebatte. Außerdem: Je mehr sich die Bistumsleitung von den Gläubigen – oder deutlicher: die Amtskirche vom Kirchenvolk – entfremdet, desto mehr wird an der Basis ein “Was Limburg nicht weiß, macht Limburg nicht heiß” praktiziert. In der Tat gibt es faktisch da auch keinen Unterschied zwischen “Konservativen” und “Linken”: Jeder macht an der Basis das, was er/sie für richtig hält. Wenn man aber nichts mehr voneinander erwartet, kann auch in einer Beziehung nichts wachsen.

  2. Es scheint mir in der Debatte zwei Gruppen zu geben: Die Involvierten und gut Informierten (“Insider”) und die schlecht oder mittelmäßig, hauptsächlich durch die FAZ in Kenntnis und Partei gesetzten. Die Position der letzteren, denen ich mich auch zugehörig fühle, scheint mir in der ganzen Angelegenheit problematisch: hier läßt sich relativ schnell durch Informieren und Vorenthalten von Informationen Stimmung machen – so habe ich es im Lauf der letzten Monate in meiner Gemeinde, in einschlägigen Medienberichten und in der Diskussionsrunde im Haus am Dom erlebt. Meine Frage an die (vor allem Frankfurter) Protagonisten wäre, ob sie nicht teilweise zu hitzig agiert haben.
    Ob ein Bischof alleine für ein solches Desaster verantwortlich sein kann, diese Frage hat – soweit ich sehe – einzig Thomas Schüller im Haus am Dom ernsthaft aufgeworfen und angedeutet, dass dem kaum so sein könne. Insofern scheint mir tatsächlich die überkommene rechts-links-Einteilung unglücklich gewählt, die ganze Sache ist wieder einmal komplizierter. Zu kompliziert für uns alle Beteiligten, immerhin ein ganzes Bistum? Es scheint ja um nicht wenige Konfliktlinien zu gehen, von denen progressiv gegen konservativ nur eine sein mag, Frankfurt gegen Limburg könnte hinzukommen, “Kamphausianer” gegen “Tebartzianer” möglicherweise auch – aber das bleibt Spekulation, hoffentlich können Historiker das Gewirr in einigen Jahrzehnten einmal entflechten.
    Kirche ist aber – da gebe ich dem Subtext von Eckhard Bieger recht – mehr als ihre Amtsträger und synodal strukturierten “Berufskatholiken”. Daher darf und soll sich ruhig jede(r) Katholik(in) fragen, was er / sie tut und tun kann, um Kirche das sein und als das erscheinen zu lassen, was sie ist: sehr konkretes Zeichen des Wirkens Gottes in dieser Welt.

  3. Die Entwicklung der Kosten für das Diözesanforum (sic!) in Limburg läßt sich im “art-magazin”, einer Zeitschrift für Kunst und Architektur nachlesen, nicht in FAZ und Co. Die dort ausgewiesenen Zahlen zeigen eher einen sehr verantwortlichen Umgang mit Geldern und eine faktische Verteuerung des Projektes um nur 14%!
    Im Vergleich mit anderen öffentlichen Bauvorhaben eine unglaubliche Punktlandung.
    Die von Ihnen aufgemalten Frontlinien halte ich für weniger hilfreich, um den Konflikt in und um Limburg darzustellen. Ich sehe hier z.B. eher verletzte Eitelkeiten bei Leuten, die sich schon als Bischof gesehen haben und es nicht geworden sind, Kamphaus-Nostalgiker, Dauerquengler. Wenn diesen “progressiven Kreisen” der Erfolg ausgeht, dann liegt es vielleicht daran, daß ein ständiges “Dagegen” unattraktiv ist oder auch manchem aufgehen mag, mit welchen Bandagen dort gekämpft worden ist. Denn der sehr “geschwisterliche Umgang” mit dem sicherlich nicht fehlerlfrei agierenden Bischof ist alles andere als eine Empfehlung.
    Zum Armutsideal des jetzigen Papstes sei bemerkt:
    Hier wird ein monastisches Prinzip stark betont, welches aber z.B. nicht zu den Versprechen eines Weltpriesters gehört.
    Außerdem. Wieso sich konservative Grundhaltung und Armutsideal ausschließen sollen, will sich mir nicht erschließen.
    Die “konservativen” Benediktiner von Barroux leben nicht gerade wie Barockfürsten, die bisher so erfolgreichen “konservativen” Franziskaner der Immaculata leben das Armutsideal des Hlg. Franziskus in geradezu radikaler Form.
    Oder spielen Sie vielleicht auf “Kleiderfragen” an?
    Es ist durchaus ein Akt der gelebten Armut und Bedürfnislosigkeit, wenn ich die Sachen meiner Vorgänger auftrage.
    Überhaupt:
    Die meisten “Konservativen”, die ich kenne, leben sehr bescheiden und sparsam.
    Übrigens ist es ein politischer Begriff, der m.E. wenig zur Beschreibung kirchlicher Positionen taugt.
    In kirchlichen Fragen gibt es doch nur ein Kriterium: Stimmt die Position mit der Lehre der katholischen Kirche überein.
    Alles andere sind doch Schubladen.

  4. Traum von der Kirche im Bistum Limburg im Jahr 2035
    Der neue indische Papst Thomas I. hat einen neuen Bischof für Limburg ernannt. Bischof Franz-Peter ging mit 75 Jahren in den Ruhestand. Der neue Bischof stellt das Haus der Bischöfe am Dom als Frauenhaus zur Verfügung. Besonders die Kapelle dort bedeutet den Frauen viel. Gerne würde Bischof Peter in die alte Wohnung seines Vor-Vorgängers Franz ins Priesterseminar einziehen. Das aber platzt aus allen Nähten, weil so viele Frauen und Männer Priester werden wollen. So gründet er mit seinen beiden Weihbischöfen eine Wohngemeinschaft in der Dienstwohnung seines Vor-vor-Vorgängers Wilhelm am Bischofsplatz. Auch in 2035 lebt sie noch, die Kirche im Bistum Limburg.
    Geträumt von Pfr. Michael Vogt 24.11.10
    Für 2014 ist mein selbstgewähler Lieblingsspruch: “Ich bin ein Limburger.” Das Wort Stolz lasse ich weg. Mathematisch kann man diesen Spruch auch so umschreiben: Limburg ist größer als Franz-Peter.
    Heute, Anfang 2014 bin ich 3 Jahre klüger als bei meinem Kirchentraum.
    Heute wäre eine Rückkehr von Franz-Peter nach Limburg für mich ein Alptraum.
    Ich hoffe jedoch, dass alle anderen Details in den nächsten Jahren/Jahrzehnten/Jahrhunderten umgesetzt werden.
    Bei allen die mitdiskutieren lege ich den folgenden Bierdeckeltext an Herz.
    Er ist ebenfalls 2010 entstanden, ohne Mithilfe von Alkohol, für eine Predigt.
    Das wichtigste für alle passt auf einen Bierdeckel.
    Auf der Vorderseite der Rat des seligen Papstes Johannes XXIII.:
    „Johannes, nimm dich nicht so wichtig.“
    Auf der Rückseite die Antwort der seligen Mutter Theresa auf die Frage eines Journalisten, was sich an der Kirche ändern muss:
    „Sie und ich.“ Weitere interessante Texte, besonders wegweisende Zitate von Bischof Franz-Peter, schicke ich gerne jedem zu, der mir schreibt: kirchenmichel@t-online.de
    Ich wünsche allen Limburger in Limburg und überall auf der Welt eine Gesegnete Zeit im Anno Domini 2014.
    Michael Vog
    24.11.2010

  5. Ich bitte alle, die Unterschlagungen von einigen Buchstaben in meinem ersten Kommentar zu entschuldigen.
    Es ist noch relativ früh. Und relativ ist spätestens seit Albert Einstein alles.
    Alles ist Beziehung. Beziehung ist alles. Vertrauen auf Gott. Vertrauen auf Menschen. Wenn das Vertrauen verloren gegangen ist, wird es schwierig.
    Dann gilt es, wieder neu anzufangen, am Anfang des Neuen Jahres. Am besten bei mir selbst. Mit nur einem Vorsatz. Vergleiche dich nicht mit anderen. Vergleiche dich nur mit dir selbst. Das nennt man Gewissenserforschung. Wie mag die wohl heute bei Bischof Franz-Peter aussehen im Kloster, in Metten? Kehre vor deiner eigenen Tür. Sage wie Papst Franziskus morgens: “Buon giorno.” oder abends: Buona sierra.” und zwischendurch immer wieder: “Ich bin ein Sünder.” Das ist biblisch, petrinisch, päpstlich, christlich. Schau als erstes auf dich. Am besten gleich jetzt. Der folgende Vergleich hilft dabei, ein Wortspiel von mir: Linkshänder sind intelligenter, wenn sie auch ihre rechte Hand benutzen können. Mit rechts und mit links habe ich es für jetzt geschafft, ohne Druckfehler, hoffentlich auch ohne Fehler im Leben.

  6. @Laurentius
    In kirchlichen Fragen gibt es eben bei weitem nicht nur die Frage: Stimmt die Position mit der Lehre der Kirche überein? Damit macht man es sich zu leicht. Wie würden Sie denn mit Ihrer Position die heftige Spannung erklären wollen, die Paulus zwischen Gesetz und Jesus Christus findet? Meinen Sie, die Aufgabe der Kirche bestünde nur darin, Jesus Christus in ein GEsetz zu packen und dann zu schauen, ob alles gesetzeskonform ablaufe?
    Die Kirche selbst hat, um zu Erkenntnissen, zu ihrer Lehre und Meinung zu finden mindestens drei Fragen formuliert: Was sagt die Schrift? Was sagt die kirchliche Tradition? Was sagt das Lehramt?
    Und aus den Antworten auf diese drei Fragen wird man hellhörig werden, denn sie werden sich alles andere als köhärent auf den ersten Blick erweisen.
    Die Kirche musste schon oft Positionen finden, die sich nicht aus der bisherigen Lehre ergaben. (Unter anderem ist auch der Pflichtzölibat eine solche Position) Auch z. B. die Meinungen der Kirche zum WEhrdienst, zur Todesstrafe wurden mehrfach korrigiert. Sonst wäre die Kirche dazu verdammt, immer dieselbe zu bleiben – und damit schnell überflüssig. So gibt es in der Limburger Angelegenheit eben keine Maßgabe aus der Lehre der Kirche, die sich dafür verwenden ließe, den Limburger Konflikt auf die eine oder ander Seite zu entscheiden. Die Frage ist tatsächlich: Welche Kirche gibt den Menschen eine Antwort auf die Fragen des Lebens? Aber dafür muss man erstmal den Menschen zuhören. Und eben dies tun Menschen, die sich kirchenpolitisch auf die eine oder andere Seite schlagen, erstmal nicht. Erstmal geht es darum, die eigene Wahrheit durchzusetzen. Und damit befindet man sich mitten im Machtkampf.
    Ich glaube nicht, dass Papst Franziskus eine monastisches Armutsideal beschwört. Ganz und gar nicht. Es geht darum, den Kopf frei zu bekommen von dem vielen ERsatzkriegsschauplätzen, die alle im Sinn der richtigen Lehre aufgemacht werden. Die Frage der Armut im Sinn von Papst Franziskus ist: Bin ich breit, die Bedürfnisse und Nöte eines Menschen zu sehen, ganz unabhängig davon, ob sie in mein Menschen-, Lebens- und Weltbild passen oder nicht.
    Die Frage der Kirche ist: Welche Antwort gibt sie den Menschen, die nach Orientierung und geistlicher Nahrung suchen? Und da hilft konservativ oder progressiv, für Thebartz oder gegen, für gekränkte Ehrsucht oder gegen, einfach gar nicht weiter.

  7. … von Volkserhebungen gegen dieses Projekt, das um die Jahrhundertwende zum 13. Jahrhundert errichtet wurde, ist nichts überliefert.

    Nein, ist es nicht. Aber überlegen sie mal, was jemamdem passiert wäre, der damals öffentlich gegen einen Beschluss der hohen Geistlichkeit, die ja oft genug gleichzeitig auch die Obrigkeit in einem monarchistisch verfassten Feudalsystem war, protestiert hätte.
    Der hätte ganz schnell heisse Füsse bekommen und wenn es ein paar mehr gewesen wären, die es wagten sich zu erheben, wären ein paar Typen mit Rüstungen und Schwertern und Lanzen, Morgensternen und anderem handhabbarem Kriegsgerät aufgekreuzt und hätten die “gottgewollte Ordnung” wieder hergestellt.
    Sie wissen ja, wie es den Bauern ergangen ist, die solches ein paar Donnerstage später versucht haben.
    Ihre Aussage ist kein schwaches Argument, es ist gar kein Argument.

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