Limburger Konfliktgemenge (11.10.2013)

Warum die Öffentlichkeit so großes Interesse entwickelt

Viel wurde und mehr wird noch geschrieben werden zu den Vorgängen im Bistum Limburg. Manch einer vermutet eine Medienkampagne oder gar eine Hetze. Ganz von der Hand zu weisen ist ein „Hype“ natürlich nicht, er reicht aber nicht zur Erklärung der öffentlichen Aufmerksamkeit aus. Aber woher kommt dieses enorme Interesse dann? Im Kern findet gerade eine Abrechnung mit einem innerkirchlich noch nicht abgeschlossenen Kapitel der Kirchengeschichte statt: Der Umgang der Kirche mit der Moderne – Eine medientheologische Analyse:

Die Kritik dieser Tage richtet sich oft gegen die Person und die Amtsführung des Bischofs von Limburg. Innerdiözesan macht dieser Umstand auch einen Großteil des Konfliktes aus, neben schon länger bestehenden strukturellen Problemen, die nie aufgearbeitet wurden. Darum geht es mir aber nicht: Für die Gesamtkirche erkenntnisreicher ist es, die Energie hinter diesem Konflikt einmal genauer anzuschauen. Die Kirche stand vom Beginn der Moderne an in einem zwiespältigen Verhältnis zur selbigen. So ganz traute man ihr nie. Die Medien, sozusagen das Kind von Aufklärung und Moderne, wurden und werden in weiten Kreisen noch immer skeptisch und mit Argwohn betrachtet. Natürlich finden sich auch im aktuellen Konflikt Auswüchse eines Medienhypes, der kritisch zu betrachten ist, weil er die Medien zu einem Pranger umformen kann. Eine Desavouierung der Person Tebartz-van Elst – oder jeder anderen Person – widerspricht fundamental einer christlichen Ethik. Das hat niemand verdient. Als Mitglied zweier großer katholischer Medienvereine sehe ich das sehr skeptisch und moralisch fragwürdig.

Das Kind des aufgeklärten Bürgertums begehrt auf

Und jetzt kommt wieder ein aber: Aber das ist nicht der Kern des Interesses. Der Kern ist sein Umgang mit den Medien. Hierin kristallisiert sich paradigmatisch das Kirchenbild. Wieso? Ein direktes juristisches Vorgehen und Unterlassungserklärungen sind in einer vom Geist der Aufklärung geprägten Gesellschaft genauso verdächtig wie jegliche als Vertuschungsversuch zu interpretierende Handlung – oder – Unterlassung derselben.  Krisenmanager sprechen in dem einen Fall von der „Salamitaktik“, in dem anderen Fall von der wohlbekannten „Vogel-Strauß-Politik“. Unangenehme Fakten werden in kleinen Häppchen gereicht, zeitlich verzögert, weil sie dann angeblich besser verdaulich seien, so die Salamitaktiker. Das Verhalten des Vogel Strauß dürfte weithin bekannt sein. Beides jedenfalls hat die strategisch äußerst ungünstige Konsequenz in die Rolle des Reagierenden zu geraten, anstatt zu agieren. Und dahinter liegt letzten Endes ein Umgang mit den Medien als Öffentlichkeit,

a) der darauf beruht die Medien (und damit die Öffentlichkeit) direktiv steuern zu können oder

b) es nicht nötig hat, sich auf den Umgang mit diesem nervenden Kind der Aufklärung einzulassen. Dies ist der Kern: Die Medien als vierter Stand, als Kind der aufgeklärten Bürgergesellschaft, werden in ihrem Wesen in Frage gestellt. Und dies ist mit einer der Hauptgründe, warum sich das mediale Interesse an diesem Konflikt so festbeißt: Es ist der nicht aufgearbeitete Umgang der Kirche mit dem Geist der Aufklärung, der sich vor allem im Mediensystem manifestiert.

Der Riss in der Kirche

Und dieser Riss zieht sich durch die gesamte Kirche in Deutschland, durch die Priesterräte, die PGR´s, durch die Gemeinschaft der Gläubigen. Am deutlichsten jedoch wurde er vernehmbar in den Reaktionen einiger Bischöfe: Sicher zu Recht bemängelten einige die Art und Weise der medialen Berichterstattung. Worin die berechtigte Kritik liegt, versuchte ich oben zu schildern. Dennoch geriet der Kern durch die totale Fixierung auf den „Hype“-Faktor aus dem Fokus: Dass es deshalb keine Medienkampagne ist, weil völlig unklar ist, worum es eigentlich ginge. Denn die Baukosten und der Flug als Auslöser der Krise wiegen beide an sich nicht schwer genug. Es ist der Umgang in der Kommunikation mit diesen Vorgängen, genauer: mit den Anfragen der medialen Öffentlichkeit. Andere Bischöfe wiederum sahen genau den Kern und machten darauf aufmerksam, dass es eben hier doch um ein ganz fundamentales Problem gehe, dass auch die Kirche in Deutschland nachhaltig beeinflusse. Dass diese Krise nun auftritt, während ein neuer Papst gerade ein Programm der Reformation der katholischen Kirche durchführt, das als Leitbilder den nach seiner Herde riechenden Priester und die als Feldlazarett zu verstehende Kirche setzt, ist gleichsam kein Zufall, sondern der große kirchenhistorische Rahmen dieses Dramas.

In den vielen Kommentaren in den Social Media und unter den Online-Artikeln und Blogbeiträgen, durch die Unterschriftenaktionen, Facebook-Gruppengründungen, Protest- und Solidaritätsbezeugungen zeigt sich eines: Gallia est omnis divisa… Es gibt diverse geistige Kirchenprovinzen, die jeweils anders reagieren. Das Thema, wie mit der Moderne und ihren Erscheinungen und ihrem Geist umzugehen sei, spaltet. Und es ist auch kein Zufall, dass sich 2015 das Ereignis zum 50ten Mal jährt, das von vielen als ein Ausgangspunkt zur konstruktiven Auseinandersetzung mit der Moderne gewertet wird: Das II. Vatikanische Konzil.

Die Erwartungen der Moderne

Im Limburger Konflikt ist der Verständnisschlüssel nicht das Bauprojekt, sondern der Umgang mit der Moderne und den Medien als deren Kind. Von daher lassen sich auch die meisten Punkte verstehen, die Kritiker in unterschiedlichen Bereichen vorbringen. Unter Rückgriff auf Can. 212 §3 des kirchlichen Gesetzbuches sehen sie bei einigen Punkten Änderungsbedarf und melden ihn an – ein Bedarf der eben aus den geänderten Werten in der Moderne entsteht: Transparenz und Beteiligung auf der Entscheidungsebene. Ein Bedarf, der sich theologisch aus einem reformierten Kirchenbild, wie Papst Franziskus es umsetzt, herleitet: Die Kirche als Feldlazarett, die als Mission immer den Menschen in Bedarfslagen sieht und weniger daran interessiert ist, ein paar noble Elitekliniken zu schaffen (um im Bild zu bleiben).

Führungsstil, Personalentscheidungen, Beteiligungsmodelle bis hin zu ekklesiologischen Fragestellungen des Verhältnisses von Laien und Geweihten – der Grundkonflikt kann in allen Bereichen durchdekliniert werden und kann für viele diskussionswürdige Umstände ein Verstehensraster liefern. Er erklärt auf jeden Fall zum Teil das enorme Interesse der Medien, das in der Öffentlichkeit auf so große Resonanz stößt. Er erklärt auch die Tragweite des Konfliktes für die Zukunft der Kirche. Die theologische Diskussion steht an: Kirche als Feldlazarett oder Eliteklinik?

Zwei ergänzende Hinweise:

Ich kann keine Solidaritätsaktion unterschreiben, da ich mich unter Berufung auf §212 CIC als kritisch-solidarisch sehe:

Can. 212 — § 1. Was die geistlichen Hirten in Stellvertretung Christi als Lehrer des Glaubens erklären oder als Leiter der Kirche bestimmen, haben die Gläubigen im Bewusstsein ihrer eigenen Verantwortung in christlichem Gehorsam zu befolgen.
§ 2. Den Gläubigen ist es unbenommen, ihre Anliegen, insbesondere die geistlichen, und ihre Wünsche den Hirten der Kirche zu eröffnen.
§ 3. Entsprechend ihrem Wissen, ihrer Zuständigkeit und ihrer hervorragenden Stellung haben sie das Recht und bisweilen sogar die Pflicht, ihre Meinung in dem, was das Wohl der Kirche angeht, den geistlichen Hirten mitzuteilen und sie unter Wahrung der Unversehrtheit des Glaubens und der Sitten und der Ehrfurcht gegenüber den Hirten und unter Beachtung des allgemeinen Nutzens und der Würde der Personen den übrigen Gläubigen kundzutun.

Nach dieser Bestimmung des Kirchenrechts gibt es Dinge, über die in einem freien Dialog gesprochen werden muss, sowohl für die deutsche Kirche – aber auch in Limburg. Erste Schritte sind gemacht und es wird zugehört. Dies ist eine Notwendigkeit für den zweiten Schritt, theologisch Umkehr genannt. Diese erfordert Handlungen, Kurskorrekturen. Diese wiederrum äußern sich auch außerhalb eines rein sprachlichen Rahmens – ich würde es mir wünschen. Als Christ jedenfalls stehe ich in einer Solidargemeinschaft mit allen Christen weltweit, mit jedem und jeder – vielleicht ist das gerade auch unser großes Kapital. Auch wenn es mir persönlich bei manchen blinden Solidaritätsbekundungen, die in jeder Kritik eine Majestätsbeleidigung sehen, die mir aus einer Zeit zu kommen scheinen, in denen eine Person qua Amt der Gemeinschaft und der gemeinschaftlichen Kritik enthoben war, noch mehr Kopfschütteln verursachen als manche plumpe Kritik oder Vereinfachung der Sachverhalte: Wenn es nicht gelingt, innerhalb der Kirche eine Konfliktkultur zu etablieren, die anders ist als die aus Politik und Co. bekannte, scheitert in gewisser Weise auch ein konstruktiver Anspruch der Kirche, Impulsgeber in der Moderne zu sein, ohne in ihr aufzugehen. Doch es gehören zwei Seiten dazu.

Dass die Kirche und Ihre Amtsvertreter in der Moderne unter besonderer Beobachtung der Öffentlichkeit stehen, erklärt Charles Taylor in dem Buch „Ein säkulares Zeitalter“ sehr gut. Er prägt das Stichwort des Zeitalters der Authentizität, in der das Kriterium zur öffentlichen Bewertung die Einhaltung der eigenen Forderungen ist.

Jürgen Pelzer

29 thoughts on “Limburger Konfliktgemenge (11.10.2013)

  1. Lieber Jürgen Pelzer,

    leider weist der Kommentar eine ganze Reihe von Verstößen gegen die Regeln der Rechtschreibung und sprachliche Mängel auf. Grundsätzlich sind einige Gedanken im Ansatz richtig formuliert; insgesamt aber ist der sogenannte “Kommentar” aufgrund der Mängel kaum ernst zu nehmen.
    Viele Grüße
    Fr. T.

    • Lieber Fritz Terbuyken,

      ich danke Ihnen für den Hinweis. Mir wurde eine redaktionelle Überprüfung des Artikels im Hinblick auf Orthographie etc. seitens der Redaktion von kath.de zugesagt. Diese erfolgte offenbar nicht vor der Veröffentlichung. Ich habe die Redaktion umgehend in Kenntnis gesetzt. Danke nochmals für den Hinweis, denn in diesem Zustand ist es wirklich formell blamabel und ich verstehe auch nicht, warum kath.de sich hier nicht an die eigene Zusage hält.

      Inhaltlich würde mich Ihre Sichtweise auf die Fragestellung der Causa Limburg und “des Pudels Kern” interessieren.

      Viele Grüße

  2. Ich sehe die Situation etwas anders: Zu allererst ist auch der Bischof von Limburg ein Bürger unserer Gesellschaft. Als solcher hat er sich an Recht und Gesetz zu halten. Wenn sein Verhalten einen oder mehrere Straftatbestände erfüllt, ist er dafür zur Verantwortung zu ziehen. Die Katholische Kirche genießt in unserer Gesellschaft den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts. Dies beinhaltet nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten. Insbesondere darf man von einer KdÖR erwarten, dass sie die Gesetze des Staates achtet. Wie dies u.a. mit den Vertuschungen bspw. im Missbrauchsskandal einhergehen kann, bleibt der Phantasie des Einzelnen überlassen. Im Übrigen hat der C.I.C. in Deutschland keine rechtsunmittelbare Wirkung; er ist genau so verbindlich wie die Satzung eines Kegelvereins. Das sollten die engagierten Katholiken nie vergessen.

    Wenn man nun den moralischen Anspruch der Katholischen Kirche einerseits nimmt, ihre Verkündigung in Worten und diesem Zeugnis die real erlebbare Katholische Kirche also deren Lebenszeugnis gegenüberstellt, dann gibt es eine Differenz. Und genau diese Differenz ist es, die die ganze Häme, den Hass und den Medien-Hype auslöst, zeigt sie doch die Casta Meretrix – die Heilige Hure in ihrer ganzen Pracht.

    Auch ein Erzbischof Z., der seine Kollegen zur Bescheidenheit aufruft, bezieht ein monatliches Salär von 10.000.- Euro + x, fährt einen 5er-BMW als Dienstwagen und wohnt in einem Bischofshaus, dass sich ein weltlicher Single nicht leisten wollte.

    Die Katholische Kirche ist der 2. größte Arbeitgeber und ein Milliarden-Unternehmen, das von Steuern lebt; sich also nicht darum sorgen muss, ob seine “Produkte” wirklich Abnehmer finden. Wenn hier Hoffart mit Unfähigkeit einhergehen, dann, ja genau dann kommt es zu der Siutation, die im Bistum Limburg derzeit erlebbar ist.

    • “Und genau diese Differenz ist es, die die ganze Häme, den Hass und den Medien-Hype auslöst”-
      Ja, das würde ich auch nochmal unterstreichen, gerade in einem Zeitalter, in dem Authentizität ein hoher Wert ist.

      Wahrscheinlich ist die Perspektive der Auseinandersetzung mit der Moderne vor allem die innerkirliche Crux des Falles Limburg.

  3. Man muss schon arg im Elfenbeinturm verschanzt leben, um so einen weltfremden Blödsinn zu verzapfen, wie der Autor hier über “Kirche und Öffentlichkeit”.

    Ich habe die heute in der Süddeutschen Zeitung erschienene Aufstellung von Einzelkosten des Limburger Bischofs-Bau hier hinein kopiert. Das ist des Pudels Kern, sonst nichts: eine Organisation, deren Leitbild Christus ist und deren Botschaft den Armen und Bedrängten gilt, und die sich einen solchen Stümper als Verwalter und Botschafter leistet, gibt ein erbärmliches Armutszeugnis (der anderen Armut) ab. Wir sollten aufhören, den ganzen Wildwuchs auch noch (medien)theologisch aufzublasen. Unsere Solidarität gilt nicht hier mal ein bisschen und dort mal ein wenig, sie gilt weltweit, von Limburg über Rom nach Bangladesh und anderswo. Und christliches Leben, wofür der Oberhirte vorbildhaft zu stehen hat, fängt da an, wo wir über unsere Konsumwünsche, Ernährungsgewohnheiten, Kuschelbedürfnisse im Architektonischen und einer feingeistigen Ästhetik nicht nur betend nachdenken, sondern hergeben von dem, was wir haben. Bischof FPTvE ist schlicht aus der Zeit gefallen; eigentlich kann er einem nur Leid tun. Und das andere Ende des Strickes, das Franziskus in den Händen hält, ist noch lange nicht das Ende des katholischen Impetus: Drohung, Macht, Gewalt, Herrschaft, Deutungshoheit (im Organisatorischen) und gleichzeitig Unfähigkeit, Verharrungsvermögen im Wohlstand, Wohlleibigkeit, Selbstgefälligkeit – Fürst-Attitüden. Ein paar freundliche Worte, Gesten und Segnungen allein machen keine katholische Reformation. Da ist die feige Bloßstellung des Erzbischofs Z. aus Freiburg viel schlimmer (aber man hat sich daran gewöhnt): da stellt sich der Chef nicht hinter und damit vor seine Leute, weil die versucht haben, eine Diskussion am Leben zu halten, sondern distanziert sich. Ein ganz großer Feigling ist das. Und wenn man sich dann noch an Mixas Geldgeklimper, Schrammls Sonderwünsche für eine 100 qm große, 600.000 Euro teure Wandelhalle zum Besucherempfang anspricht, nicht zu vergessen, dass auch der Obereuropäer Kardinal Marx gerade seine Residenz für 10 Mio Euro renoviert bekam, wird deutlich: wir brauchen keine theologischen Begründungen für Abgründe im Denken und Handeln der katholischen Kirche.
    Mehr ist nicht, mehr muss man auch nicht in das Christentum hineininterpretieren: Barmherzigkeit – solange sie eine Lüge bleibt, werden Christen der Kirche den Rücken zukehren.

    Bischof Tebartz-van Elst betont, dass er keinen pompösen Lebensstil pflegt. Trotzdem kostet seine neue Residenz in Limburg nach aktuellem Stand 31 Millionen Euro. Eine Auflistung der Kosten, von der Privatkapelle bis zur Badewanne.

    Süddeutsche Zeitung: DIE BAUKOSTEN- einzelne Positionen.
    Eine Küche, ein Schlafzimmer, Ess- und Wohnbereich: Rund 100 Quadratmeter Wohnraum stehen Tebartz-van Elst laut einer offiziellen Mitteilung des Limburger Bistums zur Verfügung. Der größte Teil des “schlichten Neubaus” bestehe aus allgemein genutzten Räumen wie Gästezimmer, Konferenzräumen und einer Arbeitsbibliothek.

    Trotzdem stieg die ursprünglich geplante Summe von 5,5 Millionen fast auf das Sechsfache: auf bislang 31 Millionen Euro. Die Summe erschließt sich unter anderem aus folgenden Kostenfaktoren:

    Privatwohnung: 2,98 Millionen Euro (ursprünglich 200.000 Euro geplant)
    Innenausstattung der Privatwohnung: 478.000 Euro
    Badewanne mit Fußgestell und Nackenstützen: 15.000 Euro
    Einbauschränke: 350.000 Euro
    Garten: 783.000 Euro
    Gästezimmer: 1,1 Millionen Euro
    Errichtung der Privatkapelle: 2,67 Millionen Euro
    Innenausstattung der Kapelle: 247.000 Euro
    Fenster in der Privatkapelle: 100.000 Euro
    Büro des Bischofs (Alte Vikarie): 2,5 Millionen Euro
    Tisch im Konferenzraum: 25.000 Euro
    Gestaltung eines Lichthofs: 2,3 Millionen Euro
    Arbeiten am “historischen Bestand insgesamt”: 9,85 Millionen Euro (Stand: Juni 2013)
    Archäologisches Fundament: 2,7 Millionen Euro
    Historische Mauer: 1,3 Millionen Euro

    Die Liste setzt sich zusammen aus Informationen der Bild-Zeitung, der eine Kosten-Aufstellung des Vermögensverwaltungsrats des Bischöflichen Stuhls vorliegt, sowie aus Angaben verschiedener Agenturmeldungen.
    Der Autor des Artikels ist Gerhard Matzig, studierter Architekt und Politologe, Universitätsprofessor für angewandte Kunst in Wien.

    • Ach ja, irgendwie wäre ja die Internetdiskussionskultur langweiliger ohne diese anonymen Kommentare, die mit einer kompletten Inkompetenzunterstellung des Autors beginnen und über diesen in der dritten Person sprechen. Will sagen: Sie können mich gerne direkt ansprechen und mit mir in die argumentative Auseinandersetzung in Bezug auf die Sache treten. In meinen “Elfenbeinturm” lade ich Sie auch gerne einmal ein. Er hat – um in Ihrem Bild zu bleiben – den Vorteil, dass man gegenüber einem Tal einen gewissen Weitblick hat, der Aussicht ermöglicht. Aber gut.
      Ich teile inhaltlich viele Ihrer Punkte die Sie ansprechen, vor allem ist es ja auch wieder das Thema “nicht Wasser predigen und selbst Wein trinken”. Das ist auch ein Kernpunkt, genauso wie die von Ihnen detailliert recherchierten Baukosten. Und das ist auch der Kern im Sinne des Anlasses. Und der Vorgang muss mit den entsprechenden Konsequenzen geklärt werden. Unser Sozialkundelehrer hatte immer ein Bild: Jede Krise hat einen (aktuellen) Anlasse und einen (tieferliegenden) Grund. Ich wollte in dem Artikel genau letzteres analysieren. Denn der Fall Limburg wird unabhängig von der Person des Bischofs, den Baukosten und allem anderen aktuellen Problemen, in der katholischen Kirche Nachwirkungen haben. Und dies liegt, so meine jetzige Einschätzung, an dem unaufgearbeiteten Verhältnis der Kirche zur Moderne. Erste Versuche wurden im Vatikanum II gemacht, aber in dieser Krise zeigt sich nochmals, dass diese Aufarbeitung noch nicht umgesetzt ist und mehr noch: Die Kirche ist in sich gespalten, wie diese Aufarbeitung nun auszusehen hat: Gegenentwurf zur Moderne – oder Wirken in der Moderne mit Ihren Werten. Und das wollte ich beschreiben, dass das der langfristige Kern des Problems für die Kirche ist. Die Frage, die nun angegangen ist. Und das mediale Interesse kommt nicht von den Baukosten, da gibt es genug andere Fälle auch innerhalb der Kirche in Deutschland, nach denen “kein Hahn kräht”, oder die nur in die Lokalpresse kamen. Hier in Limburg war es maßgeblich auch der Umgang mit dem Medien als Kind der Moderne, der zu der hohen Frequenz und Menge der Berichterstattung geführt hat. Das wollte ich beschreiben als neuen Aspekt. Wie gesagt teile ich Ihre Einschätzungen, aber ich denke nur die Baukosten und nur die Authentizitätsfrage in den Fokus zu nehmen, greift zu kurz. Dann übersieht die Kirche, welch historische Problemlage sich hier an der Causa Limburg entzündet.

      • Zwei Anmerkungen, sehr geehrter Herr Pelzer:

        im Elfenbeinturm – das ist der Sinn dieses Begriffes – mag man einen schönen Blick über die Landschaft, mitunter, wenn nicht meistens, einen schrägen, geschönten, der Wirklichkeit außerhalb des Turms wenig entsprechenden Blick.

        “Die Kirche” ist – warum auch immer und unwichtig ist es sowieso – nicht “in der Moderne” angekommen. Da müsste es erste Pflicht sein, zu vermitteln, was die “Moderne” ist. Und dann müsste man vermitteln, wie die heute aussieht und welche Aufgabe in DIESER “Moderne” Kirche eigentlich spielen soll. Weitgehend Spekulationsfeld für Soziologen, Theologen, Historiker, usw. Könnte man Doktorarbeiten schreiben.

        Hier, im Fall des Bischof FPTvE, geht es um etwas ganz anderes: um die Einfachheit des Wortes Jesu und seine Auswirkungen auf unser (eigenes) Leben: der barmherzige Samariter, die Betkammer, das Gastmahl Jesu beim Zöllner, die Heilung der blutflüssigen Frau und zig anderer Krüppel und Kranker, die Frau am Brunnen, usw., usw. Immer geht es darum,dass diejenigen, die sich berufen fühlen (ob sie es sind, stellt der Herr fest, nicht der Kardinal), sich um diejenigen kümmern, die bedürftig sind. Wer das aus den Augen verliert, verliert es auch aus dem Sinn (deshalb das Sprichwort: aus den Augen, aus dem Sinn). Und wer sich eine Trutzburg baut, wie FPTvE in Limburg, mag ein Schöngeist sein, aber kein Bischof für die Menschen, die ihn so dringend brauchen. So einer kann durch die dicken Mauern gar nicht mehr sehen, was “draußen” los ist.

        Ich bezweifle, dass man dem mit hochtheoretischen und philosophischen Textgebäuden nahe kommt, also sich dem Kern der Sache nähert: der heißt: Erbarmen, Gerechtigkeit, Nächstenliebe (da braucht es keinen Schmusekurs).

  4. Noch eine kurze Nachbemerkung zur Kostenaufstellung:

    Die Badewanne für 15.000 Euro habe ich beim Hersteller Duravit nicht gefunden; es kann nur sein, dass es sich entweder um ein Sondermodell handeltoder das das teuerste Modell mit 3.500 Euro noch aufgepeppt wurde, vielleicht auch noch incl. Handwerkerkosten.

    Wie es immer so ist im Leben, kommt eins zum andern, und wer sich mit der “Welt” einlässt, merkt erst zu spät, dass er sich vergriffen hat.

    1. Irgendjemand muss ja das Modell der Badewanne ausgesucht haben.
    2. Die Firma Duravit, ohnehin eine der teuersten am Markt, wurde gerade vom EU-Gerichtshof wegen illegaler Preisabsprachen zu 29 Mio. Euro Bußgeld verurteilt.

    Jeder weitere Kommentar erübrigt sich, man kann eigentlich nur noch kabarettistisch auf den ganzen Skandal reagieren.

  5. Jämmerlich, dass die ehedem herrliche Kirche Gottes es der Meute heutzutage erlaubt, Sie, die turmhoch über allem Weltlichen erhaben ist, mit menschlichen Maßstäben zu messen.

    • So macht man das: Kirche in den Himmel heben, damit sie weit weit weg ist von den Menschen. Dann wird sie, wie Maria, unangreifbar.
      Zu unserm Glück, kann man da nur sagen, ist der Herr Mensch geworden; wir haben noch Zeit, um gottbenbildlich zu werden…..

      • Niemand hebt die Himmlische, die Kirche Gottes in den Himmel, weil das völlig unmöglich ist. Alle Welt versucht Sie, die Stadt auf dem Berge, die Zuflucht und Heil der Völker ist, in die Niedrigkeit dieser Welt herabzuwürdigen. Der arme Limburger Bischof ist ein Opfer dieser völligen Verdrehung der Maßstäbe. Wie will man Gott verherrlichen, wenn man nur auf die Kosten schaut. Das ist schon vom Ansatz her lächerlich!

      • @Respect! Wenn Sie wirkliche Skandale in der Kirche anprangern wollen, dann nehmen Sie sich mal die Freiburger Handreichung zur Kommunionspendung zur Brust!

    • Lieber “boni” – meinen Sie diesen Kommentar ernst oder ist es eine humoristische Parodie?

      “Jämmerlich, dass die ehedem herrliche Kirche Gottes es der Meute heutzutage erlaubt, Sie, die turmhoch über allem Weltlichen erhaben ist, mit menschlichen Maßstäben zu messen.”

      Wenn Sie ihn ernst meinen, wäre für mich die Frage, worin liegt denn für die “Herr-lichkeit” der Kirche Gottes und wie äußert sich diese angemessen? Was ist der Gegenentwurf zu menschlichen Maßstäben?

      • Bitte was? Die Kirche Gottes misst sich allein daran, was Sie zur höheren Ehre Gottes tut und wieviele Seelen sie rettet. Das sind die Maßstäbe! Welche denn sonst? Quartalsbilanzen einer GuV-Rechnung?

  6. lieber boni.

    die Freiburger Handreichungen sind ein Versuch, eine mehr schlecht als recht geführte Diskussion zu beleben. Unter “aller Sau” ist das Verhalten der Erzb. Z., der seinen Mitarbeitern in den Rücken fällt. Was von den Handreichungen brauchbar ist, wird man erst wissen, wenn alle “kompetenten Gremien” darüber palavert haben.

    Das hat jedoch nichts mit Limburg zu tun; ein solcher “Querverweis” ist nicht nur hinterhältig, sondern klingt vor allem nach Ablenkung.

    Wenn es wirklich von Interesse ist, was da in Limburg – auf Bischofsseite – schief gelaufen ist, dann mag man sich – mühsam ja – ein Bild von dem gesamten Akt machen, wie ihn die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung in nachfolgendem Link veröffentlicht hat.

    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/skandal-in-limburg-die-akte-tebartz-van-elst-12615800.html

    Ich bleibe dabei: wer die Wahrheit – wie wir Katholiken die Botschaft verstehen – predigt, darf sich ihrer selbst nicht entziehen. Es macht keinen Sinn, wenn – salopp gesagt – jeder Depp Bischof werden kann, die ganze Gemeinde dann aber an ihn keine qualifizierten Ansprüche auf seine Führungsarbeit mehr legen darf. Das ist Kirchen-Geschichte-Ritual-Politik, aber nicht Christi Botschaft.

    Das FAS-Dokument belegt in eigentlich erschütternder Weise, mit welchen Problemen sich der Limburger Bischof beschäftigt hat. Der ehemalige Weihbischof Pischl nennt die einzig richtige Kategorie: kalte Eleganz.

  7. Der Limburger Bischof wird öffentlich demontiert. Seine Glaubwürdigkeit ist verloren. Einer, der lügt, keine Rechenschaft ablegt über die Verwendung von Geldern (die ihm anvertraut sind, aber nicht gehören und über die sowieso nur wenige Eingeweihte in der Kirche Bescheid wissen) und diejenigen entlässt, die ihm hilfreich kritisch sein könnten, sollte gehen, um die Kirche nicht noch mehr zu beschädigen. Es ist ein Trauerspiel, dass dieser Bischof keine Freunde hat, die ihm helfen, den Schaden für sich und die Kirche zu begrenzen.

    Und die anderen Bischöfe sollten ihr Gewissen erforschen: Wie transparent sie mit Geld umgehen, wie sie “Hof halten”, wie sie z.B. im Kontext kirchlicher Missbrauchsfälle die Wahrheit vertuscht haben; wie sie Menschen, deren Leben durch sexuelle Gewalt oft massiv beeinträchtigt wird, mit einer (zudem schäbigen) Geldsumme abgespeist haben. Es ist noch ein weiter Weg, bis auch in der Hierarchie angekommen ist, was eine arme (und selbstverständlich ehrliche!) Kirche mit den Armen und mit den Ausgebeuteten bedeutet.

    • Habe ich richtig gelesen, dass Sie hier einen Apostelnachfolger der Lüge zeihen? Es gibt bei Tebarz sicher etliche theologische Irrtümer. Aber ihm Lügerei vorwerfen ….

      Gehen Sie in sich!

      • ach boni, was machen Sie denn für einen Ablenkungszirkus? Judas hat den Herrn verraten, Petrus dreimal – alle Apostel, Jünger und Hirten, Bischöfe und Päpste sind “Menschen” geblieben – und Christus hat sie dennoch “berufen”.

        Machen Sie doch nicht so’n Heckmeck: FPTvE hat gelogen, die Rechnungen und Kosten gestückelt, die Kontrollkomission besch …. (ob die sich haben “hinters Licht führen” lassen, wird sich noch zeigen – und er hat einen simplen Anlaß, nämlich Materialien einzukaufen, genutzt, um angeblich (oder auch tatsächlich) Projekte zu besuchen. DAS führt die Gläubigen hinters Licht. Und DAS ist es, was uns ärgert. Ansonsten ist es ein armer Mann ….

        • Respect, wenn Sie solches Insiderwissen haben, dann sollten Sie es vermarkten. Noch sind die Zeitungen heiß auf Material für ihre Kampagne. Wenn der hochlöbliche Limburger Bischof morgen schon das Handtuch schmeißt, haben Sie das Geschäft verpennt. Was Sie da vortragen ist jedenfalls Insiderwissen, da es nirgends sonst zu lesen ist. Einfach “Protzbischof” schreiben, sagt nämlich garnichts.

          • Lieber Boni,
            da klingt nur Frust an (Insiderwissen vermarkten, Geschäft verpennen, Kampagne-Material, usw.).
            Wie wäre es mit etwas schlichteren Gedanken:
            Jeder bleibt bei der Wahrheit, jeder bemüht sich mindestens;
            Jeder gesteht Fehler und Falschentscheidungen ein – oder auch, dass er sich “verhoben”, “übernommen”, überschätzt” hat.
            Jeder hat die Hoffnung auf Barmherzigkeit jener, denen gegenüber er sich nicht richtig, nicht wahrhaftig verhalten hat;
            Jeder ist vergebungsbedürftig und versöhnungsbedürftig.
            Aber immer erfordert das Erfüllt-Sein dieser Ergebnisse das eigene aktiv daran arbeiten,und nicht, den andern die Verantwortung anzulasten, die man eigentlich selbst zu tragen hat.

            Es wird noch dicker kommen: heute sagt der Architekt, der Bischof hat zu jedem Zeitpunkt über Baufortschritt und Kosten Überblick gehabt.

            Es täte FPTvE gut (wenn es auch schwer wäre), sich mit einer offiziellen Erklärung ohne Rumgeschwurbel zurückzuziehen. Einen Gefallenen kann man erst vom Boden wieder aufheben und ihm seine Würde zurückgeben, wenn er sich auch helfen lässt beim Aufstehen.

            Und: jeder Tag, den FPTvE noch weiter rumeiert, stürzt viele Gläubige in heftige Krisen und Zweifel,die soweit gehen, dass wir ernsthaft über radikal neue Strukturen (Glaubensverkündigung/ Organisation/ Verwaltung/ Finanzen) nachdenken und dann auch handeln müssen.

            1. Schluss mit dem Konkordat (§ 140 GG)
            2. Kirche muss sich aus sich selbst erhalten können; ob es noch Kirchensteuer geben soll, ist zu entscheiden – und durchzurechnen.
            3. Keine säkularen Mittel aus Staatshaushalten mehr für die Kirche(n), es sei denn, gemischte Gremien, an denen neben Oberhirten auch Fachleute von außen und die Laien teilnehmen beswchliessen dies aus besonderen kulturellen und/ oder historischen Anlässen.
            4. Keine 112.000 Jahresgehalt mehr für den Bischof, der dazu Wohnung hat, Auto und Fahrer; sondern in einem ersten Schritt lebt jeder so, wie eine einfache Familie von 25.000 Euro. Was sonst gebraucht wird, entscheiden die Katholiken unter sich, bis das Geld alle ist.
            5. Anwendung des Katakombenpaktes der 40 Bischöfe im Oktober 1965 nach Abschluss des Vaticanum II.
            6. Inneres:
            Zulassung von Männern und Frauen (auch verheiratete) zur Priesterweihe.
            Volle Teilnehme der Gestrandeten, Gestrauchelten, Geschiedenen, Wiederverheirateten, in ökumenischen Gemeinschaften lebenden Mitkatholiken an Entwicklung, Form und Inhalt der Gottesdienste und der im Bistum zu erledigenden Aufgaben (vor allem. Armenfürsorge). Beispiele dafür gibt es seit Jahrzehnten genug; sie scheitern nicht an den politischen Gremien, sondern in den Bischofssitzen.
            Armutskonferenzen (da gehören alle Themen rein wie Kinderarbeit im Steinbruch in Indien, Sklavenarbeit in Asien, Afrika und Europa, Schutz der Lebensgrundlagen der Armen und Bedürftigen, Entwicklung und Nachhaltigkeit für die Lebensbedingungen auf der Erde (Klima, Energie, Nahrung, Arbeit).
            Wechsel der Konferenzen jährlich in einem anderen Land/ Staat – und niemals mehr in einem goldenen Palast eines Oberhirtensitzes; stattdessen in den Slums, bei den Obdachlosen, in Heimen und Kliniken, wo Behinderte und Schwerstkranke leben müssen. Und die Finanzkapitalismus-Architekten werden in kleinen Gruppen dazu geladen: die Bilderberger, Münchener Sicherheitskonferenz, Goldman Sachs und die anderen Rating-Agenturen, das Weltwirtschaftsforum Davos.

            Christus radikal. Denn: Christus allein genügt. Sonst nichts.

            Das wäre doch ein Programm, an das man sich einfach mal dran wagen müsste.

  8. Weiß denn derjenige, der einer “armen” Kirche das Wort redet überhaupt was er sagt? Armut bedeutet Ausgrenzung, Nicht-Teilhabe, ein in der Regel bitteres und schweres Dasein. Die Kirche als Gesamtkirche ist eine vermögende Kirche, sie ist reich, isbs in Deutschland als Folge der Säkularisation zu Vermögen gekommen. Das sind die Fakten und es ist überfällig, dass die dafür maßgeblichen Amtsträger zu dieser Wirklichkeit stehen und sie nach außen vertreten. Und das ist – so sehe ich das – nicht unserer modernen Mediengesellschaft geschuldet, sondern ergibt sich aus dem Evangelium und einem authentischen Leben in der Nachfolge. Die causa diözesanes Zentrum Limburg ist ein Lehrstück dafür wie es nicht geht und auch nicht gehen darf.

    • Wie ich oben schon sagte. Die Sozialdemokratisierung der Heiligen Römischen Kirche als einziger Kirche Gottes auf Erden muss aufhören. Wir brauchen wieder mehr Verständnis dafür, warum der vertikale der längere der zwei Kreuzesbalken ist!

    • Liebe Marie,

      eine Frage habe ich, wie meinen Sie diesen Satz?
      “Das sind die Fakten und es ist überfällig, dass die dafür maßgeblichen Amtsträger zu dieser Wirklichkeit stehen und sie nach außen vertreten.”
      Meinen Sie damit, dass die Amtsträger dazu stehen sollten, dass die Kirche im Prinzip eine Vermögende ist? Und was bedeutet das in der Konsequenz?

      Ihrer Analyse “Und das ist – so sehe ich das – nicht unserer modernen Mediengesellschaft geschuldet, sondern ergibt sich aus dem Evangelium und einem authentischen Leben in der Nachfolge.” würde ich auch voll zustimmen, die meisten, gerade mediale, Konflikte sind schon im Evangelium grungelegt, bzw. dort beschrieben. Ich würde aber schon sagen, dass die Medien hier eben oft als Verstärker fungieren, wie in dem Fall Limburgs.

      Viele Grüße

  9. Lieber Fritz Terbuyken,

    ich danke Ihnen für den Hinweis. Mir wurde eine redaktionelle Überprüfung des Artikels im Hinblick auf Orthographie etc. seitens der Redaktion vom kath.de zugesagt. Diese erfolgte offenbar nicht vor der Veröffentlichung. Ich habe die Redaktion umgehend in Kenntnis gesetzt. Danke nochmals für den Hinweis, denn in diesem Zustand ist es wirklich formell blamabel und ich verstehe auch nicht, warum kath.de sich hier nicht an die eigene Zusage hält.

  10. Matthäus 6,5-6:
    und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, damit sie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. 6 Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten.

    eine Kammer hätt’s nach dem Evangelium eben auch getan ….

    lieber boni, was ist denn eine “Sozialdemokratisierung der Heiligen Römischen Kirche” ? Irgendwie verwirrend …..

  11. Lieber Jürgen,
    Ja, das meine ich. Dazu sollte die Amtskirche offen stehen. Vermögen ist eine wertvolle Ressource für innovative Wege und Bewältigungsstrategien. So kann für (xx) Millionen – dies nur als ein Beispiel – von Menschen, die es können, im Team ein Gebäudekomplex auf der Grundlage von energetischer Nachhaltigkeit und energetischer adäquater Steuerungstechnik in der Anlage auf höchstem Stand aufgebaut werden. So bekommt man auch gute Presse und bringt sich gut ins Gerede. Wäre es nicht spannend, diesen Raum der Möglichkeiten einmal in der Vorstellung zu begehen? Alle Türen stehen offen…
    Ich stimme Ihnen zu, die Medien fungieren oft als Verstärker. Und das kann sinnvoll genutzt werden.
    Viele Grüße

  12. Respect,
    was Sie da oben fordern wird von mir teilweise geteilt.
    Dass jeder bei der Wahrheit bleiben soll, allen voran den Medien, die in der gottlosen Gesellschaft die Zuständigkeit der RKK für Wahrheitsfragen übernommen haben, zum Beispiel. Die können dann gleich mal ihre Kampgne gegen FPTvE korrigieren.
    Auch dass die Kirchensteuer abgeschafft gehört, ist richtig. Überdies die Zahlung der Bischofsgehälter durch die öff. Hand. Hier ist lediglich en passant die Rückübertragung des Kirchenvermögens zu fordern.
    Mit der Priesterweihe für Frauen verhält es sich hingegen wie mit den Führerscheinen für Blinde. Wenn das Altaropfer nicht zustande kommt, braucht man das erste nicht. Wenn die sichere Fahrt nicht zustande kommt, das zweite nicht.

  13. Allen Lesern dieses kath-Kommentars kann ich nur empfehlen, die FAZ zu verfolgen; seit Tagen erweist sich – selten genug – dieses große konservative Blatt als ein qualifizierte journalistische Anstalt. Von Medienhype keine Spur, im Gegenteil: neben Information und Kritik spürt man immer wieder auch das Wegdrehen der Scheinwerfer von FPTvE hin zu den Grundstrukturen der katholischen Kirche, auf deren Substanz so jemand wie FPTvE erst gedeiht.

    Wer weiß, ob der Limburger “bald-vorbei”-Bischof nicht historisch gesehen auch eine Wende provoziert hat, die sich auf den seit Jahrhunderten Kampf zwischen Glaubensbotschaft einerseits und die Organisation der Glaubensvermittler bezieht. Glaubensaussage – das Evangelium – und die dazu verfaßte Organisationsstruktur Kirche gehören voneinander unterschieden. Das würde der Glaubwürdigkeit der Glaubensbotschaft sehr gut tun. Das würde die Organisation erheblich schrumpfen lassen; dann aber ebenfalls ihre Glaubwürdigkeit durch ihre dann neuen und anders motivierten Hirten verstetigen.
    Was da jetzt zusammenläuft, ist nicht meine Kirche – und die von Hundertausenden anderen Katholiken auch nicht.

    • FPTvE wird bis zu seinem Tode Bischof bleiben und darüber hiabus noch eine ganze Ewigkeit. Was bedeutet da Ihr herablassendes “baldvorbei-Bischof”? Dass der hochlöbliche, hochwürdigste FPTvE nichts für die Kampagne gegen ihn kann, pfeiffen ja jetzt schon mehr als die Spatzen von den Dächern. Machen Sie sich mal sachkundig. Selbst die MSM glauben nicht mehr ihre Lügen von gestern!

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