Es bleibt spannend und interessant (15.03.2013)

Jorge Mario Kardinal Bergoglio ist neuer Papst Franziskus

Verhaltener Jubel und fragende Gesichter, wer dieser neue Papst sei, herrschten nach der Verkündigung des Namens von Jorge Mario Kardinal Bergoglio auf dem Petersplatz. Vielen Pilgern, aber auch vielen Journalisten in den Medien, war der Name nicht geläufig, den Kardinalprotodiakon Jean-Louis Tauran nach dem „Habemus Papam“ verkündete.

Spannender als Weihnachten

So ein Konklave ist spannender als jedes Weihnachtsfest, wo die Kinder meistens eine Vorahnung auf die Geschenke haben. Denn alle Papstvorhersagen lagen falsch, so dass sich das alte Sprichwort bestätigt: Wer als Papst in ein Konklave geht, kommt als Kardinal wieder heraus. Diese Überraschung zeigt, dass die Papstwahl eben etwas anderes als eine politische Entscheidung ist, die mit Kandidaten und Prognosen geführt wird. Sie macht allen deutlich, dass die katholische Kirche keine Institution im rein weltlichen Sinn ist, sondern ihre eigene Dynamik kennt, die zweifelsohne das Interesse von Gläubigen und Nicht-Gläubigen auf sich zieht. Die Einschaltquoten weltweit zu einem Ereignis sind vermutlich die höchsten bei Bekanntgabe eines neuen Papstes.

Es scheint in dieser wissenschaftlich so vorhersagbaren und politisch durch Politbarometer und Forsa-Umfragen dominierten Gesellschaft ein großes Interesse an Überraschungen zu geben. Dieses gewisse „Ungewisse“ in der katholischen Kirche kann man nur im Glauben mit dem Heiligen Geist erfassen oder im Nicht-Glauben mit Misstrauen und Skepsis beantworten. Daher werden auch in der kommenden Zeit wieder einige Theorien entstehen, wie es zu dieser Wahl gekommen ist oder wer sie möglicherweise beeinflusst hat. Wie dem auch sei, wird keine dieser Theorien amtlich bestätigt werden, da das Schweigeversprechen der Kardinäle das Konklave schützt. Aus nüchterner Beobachtung bleibt festzustellen, dass eine wirkliche Überraschung die Aufmerksamkeit von vielen Menschen auf sich zieht. Bei einer Papstwahl „schaut“ die ganze Welt nach Rom. Das darf und sollte sich Papst Franziskus positiv zu Nutze machen.

Anders als Vorgänger

Kardinal Bergoglio hat keine Promotion abgeschlossen. Er gilt in seinem Heimatbistum als guter Seelsorger und hatte immer Augen und Ohren für Arme oder Gefangene. Diese Einfachheit brachte er auch bei seinem ersten Auftreten zum Ausdruck. Anders als seine Vorgänger, die in Messgewand und Stola bekleidet waren, trat er in der einfachen weißen Soutane auf die Loggia des Petersdoms. Diese Form der demütigen Haltung hatte er bereits vor den Kardinälen gezeigt, als er das Treueversprechen nicht auf der Kathedra sitzend, sondern stehend auf gleicher Augenhöhe von seinen Mitbrüdern entgegen nahm. Die Bescheidenheit zeigte er weiterhin darin, dass er scheinbar nur als Bischof von Rom die versammelten Gläubigen ansprach und sich verneigte, als diese für ihn beteten. Anders als bei seinen Vorgängern sind auch sein Name sowie seine Ordenszugehörigkeit für einen Papst neu.

Lateinamerika als Herausforderung

Sein Heimatkontinent Lateinamerika ist in großer Freude und Hoffnung. Die Region mit den meisten katholischen Christen auf der Erde wird qua Person nun im Pontifikat von Papst Franziskus eine bedeutende Rolle einnehmen. Seine Namensgebung weist darauf hin, dass die Armutsproblematik Thema für die Weltkirche sein wird. Zudem ist abzuwarten, welche Beiträge er speziell in diesem Zusammenhang für Lateinamerika setzen wird.

Armut im franziskanischen Sinn bedeutet aber noch mehr: Franziskus wollte die Kirche erbauen, indem er ein neues missionarisches Lebenszeugnis nah am Leben armer Menschen seiner Zeit setzte. Er wies mit der Gründung seines Bettelordens auf die Gegenwart Gottes in der Gesellschaft hin und gab sein Herz und sein Leben ganz für Jesus Christus. Wie diese Neuevangelisierung angesichts von Glaubensverfall in der westlichen Welt und dem Aufleben von verschiedenen evangelikalen Sekten in Lateinamerika aussehen kann, wird für das Pontifikat von Papst Franziskus zur Herausforderung werden. Ebenso werden Themen der westlichen Welt, wie etwa Abtreibung und Homo-Ehe, in der Öffentlichkeit bleiben, konnten doch die Legalisierung der Abtreibung und die Gleichstellung der Homo-Ehe in Argentinien trotz des hohen Anteils der Katholiken in der Bevölkerung nicht verhindert werden. Auch persönliche Details aus dem früheren Leben, wie etwa seine Position zur Militärdiktatur und im Fall der Jesuitenpriester Orlando Yorio und Francisco Jalics,  werden die Medien aufwerfen und eine Antwort einfordern.

Interesse als Chance

Aus der deutschen Perspektive betrachtet wird sich innerkirchlich und auch von außen her ein Wandel vollziehen. Der Blick wird weltkirchlicher werden, da die Situation der katholischen Kirche hierzulande nicht mehr so in der Öffentlichkeit stehen wird wie noch unter dem deutschen Papst Benedikt XVI., der dreimal sein Heimatland besuchte. Es ist eher unwahrscheinlich, dass Papst Franziskus Deutschland besuchen wird. Daher bleibt abzuwarten, wie die gesellschaftliche Öffentlichkeit das Pontifikat begleitet. Die bevorstehenden Herausforderungen und die überraschende Wahl von Papst Franziskus machen aber Mut, dass die  katholische Kirche für Außenstehende in den nächsten Jahren spannend und interessant bleibt. Dies gilt es positiv mit Hilfe des Heiligen Geistes zu nutzen, besonders in den Gemeinden vor Ort.

Sebastian Pilz

kath.de-Redaktion

3 thoughts on “Es bleibt spannend und interessant (15.03.2013)

  1. Sehr geehrter Herr Pilz!
    Wieso schreiben Sie einen solchen Unfug? Wann, bitte hat jemals ein Papst auf der Benediktionsloggia ein Meßgewand getragen? Welcher Vorgänger soll das denn gewesen sein? Unerträglich sind Journalisten, noch dazu von einer “Kath.de”-Redaktion, denen die einfachsten Gegebenheiten liturgischer Praxis, über die Sie berichten, nicht bekannt sind? Wahrscheinlich wollten Sie über Mozetta und Stola schreiben – aber seit wann ist eine Mozetta ein Meßgewand?
    Bitte, machen Sie sich, zumal wenn Sie auf einer quasi-kirchlichen Website schreiben, in Zukunft schlicht und einfach kundig! Was Sie sonst schreiben, ist ja schlicht klasse – werten Sie es doch bitte nicht durch fachliche Fehler ab!
    Danke und trotzdem herzliche Grüße,

    Arno Zahlauer

  2. Da kann ich Herrn Zahlauer nur Recht geben. Noch nie hat ein Papst ein Messgewand nach seiner Wahl getragen. Weshalb auch? Ein Messgewand wird getragen, wenn der Priester die Hl. Messe feiert und in Persona Christi handelt. Schon Papst Johannes Paul war “nur” in der Soutane nach seiner Wahl auf der Loggia erschienen.
    In diesen Tagen wird von vielen Journalisten viel Unsinn geredet. Vielleicht weil jeder glaubt, er hätte was zu sagen, obwohl die meist nicht der Fall ist. Stefan Kulle hat auf Phönix schon soviel Unsinn geredet, daß man sich echt ärgert, daß solche Leute von unseren Rundfunkgebühren bezahlt werden.
    Und dann frage ich mich, weshalb der neue Papst nicht Deutschland besuchen sollte, die Heimat seines Vorgängers. So hat es Papst Benedikt in Polen auch gemacht. Wie klug und weise die Journailsten mit ihren Prophezeihungen sind, hat sich ja vor der Wahl von Franziskus gezeigt.
    Ich wünsche Ihnen einen schönen Einführungsgottesdienst morgen und hoffe, Sie können mit Kritik umgehen, denn daraus lernt man schließlich. Viele Grüße vom Rhein :-)

  3. Ich schließe mich den Beiträgen meiner Vorgänger an und ergänze zum Punkt “Anders als Vorgänger”, dass Kardinal Bergoglio sehr wohl promoviert hat. Laut Radio Vatikan (rv 13.03.2013 cs/sta) ” […] Außerdem war er Theologieprofessor sowie Rektor des Kollegiums von San Miguel (1980-1986) und seiner Fakultäten für Philosophie und Theologie. In der Pfarrei von San José (Diözese San Miguel) war er als Pfarrer tätig. Im März 1986 hat er seine Doktorarbeit in Deutschland fertig gestellt, anschließend war er in der Kirche der Gesellschaft Jesu von Cordoba als spiritueller Direktor und Beichtvater tätig.[…]” Zuletzt möchte ich noch kurz die zu erwartenden Änderungen näher ausleuchten. Insbesondere wird der Papst natürlich seínem Kulturkreis verbunden sein, aber er wird auch viele wichtige Impulse für die Weltkirche initiieren. Das Wie und Wann bleibt abzuwarten. Im Engagement des Gebetes und der Treue zum Papst werden wir katholischen Christen weitere Schritte in Richtung Einheit unternehmen. Wir werden uns erneut den Fragen unserer Zeit stellen müssen und wir müssen unsere Entscheidungen gewissenhaft abwägen. Die Kirche ist bereits ärmer geworden, jedoch an der falschen Stelle. Es gilt vieles wett zu machen und doch auch gerade angesichts der Dimensionen vielleicht eine noch größere Hinwendung zu Gott anzustreben. In seiner ersten Predigt hat Papst Franziskus bereits von den Moment der Bewegung gesprochen, dem Unterwegssein des Gottesvolkes. Damit unser Handeln letztlich kein leerer Aktionismus wird, sollte das tägliche Gebet unserem Handeln vorausgehen. Wir zeitigen momentan sehr viele Schwierigkeiten, müssen aber auch ganz klar unsere Chancen und Möglichkeiten sehen und ergreifen. Während hier die Kirche schrumpft und allerorten Fusionierungen stattfinden, wächst sie an anderer Stelle nach. Welche Konsequenzen hat die Globalisierung für uns und wie muss sich da u.a. Kirche entwicklen? Theologisch gewendet, und hier muss ich auch meine Ausführungen einschränken, muss / darf sich jeder einzelne Christ in die Kirche einbringen. Die Hinwendung zur Kirche wird die Gesellschaft im positiven Sinne umformen. Wenn der gemeinsame Ausgang und das Ziel des Menschen nämlich Gott ist, dann wird die Bewegung gleichförmiger, der Mensch aufmerksamer und sensibler in der Rücksicht auf die anderen, auf sich selbst, die Natur und im Hören auf Gott. Ein starkes Zeichen ist diese Einheit der Christen, da Christus mystisch Raum nimmt und diesen ausfüllt. Wo Gott Raum hat, da kann er insbesondere handeln, denn er drängt sich nicht auf. Stets ist Gott drauf bedacht die Freiheit des menschlichen Willens zu wahren. Jetzt haben wir einen Argentinier zum Papst, der eimal mehr Weltkirche repräsentiert. Die ersten Eindrücke sind bestens. Abschließend vlt. noch zu seinen Vorgängern. Johannes Paul II. starb öffentlich, zeugnisablegend für den von ihm vertretenen Wert des Lebens. Benedikt XVI. gab das Amt des Papstes auf in einer Zeit wo Menschen in ähnlichen Positionen lügen und sich bis zuletzt an ihren Ämtern festklammern. Sind dies nicht großartige Zeichen? Sie sind es und sie sind wichtig für unsere Zeit. Darüberhinaus müssen wir solche Beispiele haben. Viele Grüße, Johannes K.

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