Eine Erinnerung für die Gegenwart und Zukunft (26.10.2012)

Im Berliner Regierungsviertel steht seit vergangenem Mittwoch ein Denkmal für die von den Deutschen im Nationalsozialismus getöteten Sinti und Roma. 67 Jahre nach Kriegsende und dem Ende der NS-Herrschaft gibt es nun einen Ort des Gedenkens an die Opfer. Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Vorsitzende des Zentralrates der Sinti und Roma in Deutschland, Romani Rose, übergaben das Denkmal in einem Festakt der Öffentlichkeit.

Das längst überfällige Denkmal für die Sinti und Roma gestaltete sich als ein mühsames Projekt und so kommt es zwar spät, aber doch zur rechten Zeit. Spät kommt das Denkmal insofern, als die deutsche Erinnerung an die von den Nazis ermordeten Sinti und Roma jener an die Schoah geradezu skandalös hinterherhinkt. Denn es dauerte bis zum Jahr 1982, als mit Helmut Schmidt ein deutscher Bundeskanzler mit Blick auf die 500.000 in den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten getöteten Sinti und Roma erstmals von Völkermord sprach. Es war, als müsste diese Minderheit überhaupt erst einmal nachweisen, dass auch sie gelitten hatte – es war wie eine zweite Diskriminierung. Entsprechend mühsam gestaltete sich dann auch die Debatte darüber, ob den Sinti und Roma – wie den ermordeten Juden und den verfolgten Homosexuellen – ein eigenes Denkmal gewidmet werden sollte. Das böse Wort von der Opferkonkurrenz machte seinerzeit die Runde. Schließlich erfolgte dann noch eine langwierige Suche nach dem geeigneten Standort.

Abseits aller unrühmlichen Diskussionen und verspäteten Schuldeingeständnisse gilt es indes zu bedenken, dass ein solches Denkmal seinen Sinn nur dann erfüllen kann, wenn es nicht nur einen kurzen Moment der Betroffenheit auslöst, sondern auch einen Moment der Reflexion. Erinnerung kann und muss eine Brücke schlagen –  aus der Vergangenheit in die Gegenwart und Zukunft. Es bleibt, nicht nur an uns Deutsche, aber vor allem an uns, die Frage nach dem Warum, es bleibt die Frage, wie es möglich sein konnte, dass in den Zeiten des Nationalsozialismus bei Vielen nicht nur der Verstand, sondern auch die einfachsten Regungen des Mitgefühls aussetzten, so dass unzählig viele Menschen schlimmer als Vieh behandelt wurden.

Diskriminierung von Minderheiten gibt es auch heute noch

Und diese Frage stellt sich keineswegs nur mit Blick in die Vergangenheit. Offene und versteckte Diskriminierung gegenüber bestimmten Bevölkerungsgruppen gibt es bis heute, gerade auch gegenüber Sinti und Roma. Die in der deutschstämmigen Durchschnittsbevölkerung nach wie vor verbreitete und ganz unbefangene Verachtung gegenüber dieser Minderheit, die Neigung von manchen (Provinz-)Politikern, auf ihrem Rücken in Wahlkampfzeiten forsch den Kampf gegen angeblichen „Asylmissbrauch“ zu führen – all dies hat wesentlich auch mit der jahrzehntelangen Weigerung zu tun, in dieser Hinsicht historische Schuld einzugestehen.

Mit dem Mahnmal für die ermordeten Sinti und Roma schließt sich ohne Frage eine Lücke der deutschen Erinnerungskultur, die allerdings beim bloßen Erinnern nicht stehen bleiben darf. Eine Haltung, wie sie gegenüber dieser Minderheit vielerorts immer noch besteht, ist, wenn es um Juden geht, inzwischen weithin unmöglich geworden – zumindest in der Form öffentlich getaner Äußerung.

Ein Signal auch für Europa

Daher kommt das neue Berliner Denkmal doch noch rechtzeitig. Es wird in einer Situation eingeweiht, da Sinti und Roma in Ost- und Südosteuropa – immerhin auch in EU- oder für den EU-Beitritt gehandelten Ländern – in einem Klima zunehmender rassistischer Aggression und soziokultureller Ausgrenzung leben müssen, das niedrigsten Standards der Menschenrechte widerspricht. Das Maß dieser Ausgrenzung übertrifft die alltägliche Diskriminierung in Staaten wie Deutschland und Frankreich bei weitem.

Insofern könnte von dem neuen Berliner Denkmal ein Signal nicht nur für Deutschland, sondern auch für Europa ausgehen: Welchen Wert hat ein Gedenken an die Toten, wenn es sich nicht an deren lebenden Nachfahren bewährt? Wie steht es um die vielzitierte europäische Einheit in der Vielfalt, wenn Minderheiten ausgegrenzt werden? Freilich können eindrucksvolle und gelungene Mahnmale alleine nicht eine bestimmte Art des Umgangs mit Minderheiten erzwingen. Mahnmale, auch das für die ermordeten Sinti und Roma, dürfen nicht Anlass für abgehobene Sonntagsreden und moralische Pflichtübungen werden. Jeder von uns ist aufgerufen, dies abzuwenden.

Andrea Kronisch

kath.de-Redaktion

Alle Menschen werden Brüder… (19.10.2012)

Sehnsucht: Der Friedensnobelpreis für die EU

Wenn Sie diesen Kommentar lesen, sind Sie Gewinner des Friedensnobelpreises, nämlich einer oder eine von 500 Millionen EU-BürgerInnen. Der Preis ist mit umgerechnet fast 1 Million Euro dotiert. Also, herzlichen Glückwunsch zu 0,002 Euro!

Abgesehen davon, dass vermutlich auch einige Nicht-EU-Bürger diesen Text lesen, funktionieren auf diese Weise weder die Verleihung des Nobelpreises noch die Strukturen der EU.

Verbrüderung der Völker

Der 1895 verstorbene Stifter und Namensgeber des Preises, Alfred Nobel verfügte in seinem Testament, dass die Zinsen seines hinterlassenen Kapitals aus einem Fond jährlich als Preisgeld ausgezahlt werden, und zwar ein Fünftel davon „an denjenigen, der am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt hat.” Dieser „Preis für Friedensverfechter“ sollte durch einen vom norwegischen Parlament gewählten fünfköpfigen Ausschuss vergeben werden. Laut diesem Ausschuss erhält die EU den Preis im Jahr 2012 „für über sechs Jahrzehnte Beitrag zur Förderung von Frieden und Versöhnung, Demokratie und Menschenrechten in Europa“. Mag man dieser Begründung ohne Bedenken zustimmen, stellt sich doch die Frage, warum gerade dieses Jahr gewählt wurde, um die Friedensbemühungen der EU zu honorieren. Für das Jahr 2012 gab es insgesamt 231 Nominierungen, darunter 43 Organisationen.

Mehr Krise als Frieden

In den vergangenen Jahren hatte man den europäischen Staatenverbund immer wieder als „erfolgreiches Friedensprojekt“ für den Preis nominiert. Die EU steckt derzeit jedoch mitten in einer großen Krise. Dabei geht es nicht mehr, wie bis zum II. Weltkrieg, um „stehende Heere“, wohl aber um die „Verbrüderung der Völker“. Es geht um wirtschaftliche Fragen, um Geld. Der Frieden und die Solidarität des Staatenverbundes sind momentan vielmehr gefährdet als gesichert. Einige der 27 Mitgliedsstaaten laufen Gefahr, ausgeschlossen zu werden und kämpfen teils unter strengen Auflagen um den Zusammenhalt der Union. Derzeit beraten in Brüssel die Staats- und Regierungschefs über die Weiterentwicklung der Währungsunion und die Zukunft von Staaten wie Griechenland oder Spanien. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte am Donnerstag in beim EU-Gipfel: „Ich wünsche mir, dass Griechenland im Euroraum bleibt.“

Der Wunsch als Vater des Gedankens?

Der Wunsch und die Sehnsucht nach Einheit und Frieden haben sicherlich des Erfinders des Dynamits  Alfred Nobel bewogen. Indem er sein Vermögen stiftete, um Menschen zu ehren, die sich besonders für den Frieden einsetzen, demonstrierte er seine große Sehnsucht nach Frieden in der Welt. Es ist nicht das erste Mal, dass der Friedensnobelpreis an eine politische Institution verliehen wird, die sich in einer Krise vorfindet. Wenige Monate nach seiner Amtseinführung erhielt Barack Obama den Friedensnobelpreis, und zwar „für seinen außergewöhnlichen Einsatz zur Stärkung der internationalen Diplomatie und der Zusammenarbeit zwischen den Völkern. Das Komitee hat besonderes Gewicht auf seine Vision und seinen Einsatz für eine Welt ohne Atomwaffen gelegt.”

Der Preis stellt Ansprüche

Welche seiner hehren Pläne hatte Obama zum Zeitpunkt des Juryentscheids in Angriff genommen, geschweige denn verwirklicht? Selbst die heutige Bilanz seiner diplomatischen Bemühungen und seines Einsatzes für Frieden und Völkerverständigung ist zwar bemerkenswert, jedoch nicht einwandfrei. Die Tötung Osama bin Ladens war wenig diplomatisch, die US-Atomwaffen wurden zwar reduziert, dafür aber auch verbessert. Einige Versprechen hat Obama nicht einlösen können. Das ist sicher auch ein Grund, warum er für eine weitere Amtszeit kandidiert. Ist er aber hinter den Ansprüchen des Preises zurückgeblieben? Wer einen Preis gewinnt, wer öffentlich gelobt und geehrt wird, an dessen Leistungen wird in der Folge der Maßstab dieses Lobs angelegt.

Preispolitik

Sollte der Nobelpreis für Obama, soll er für die Europäische Union womöglich weniger eine Auszeichnung für bereits erreichten Frieden sein als viel eher ein Ansporn, sich weiterhin um Frieden zu bemühen? Und wenn dem so sein sollte, ist es dann zulässig, mit einem solch prestigeträchtigen Preis womöglich eine politische Agenda zu stiften bzw. dirigierend bei politischen Entscheidungen mitzumischen? In der Finanz- und Wirtschaftskrise, den politischen und wirtschaftlichen Fragen über den Stabilitätspakt, die europäische Fiskal- und Bankenunion geht es tiefgründig um die Frage der Solidarität der Völker. Echte Solidarität stiftet Frieden, unsolidarische Verhältnisse hingegen sind ein Motor für Unzufriedenheit, Frust und Aggressivität wie sie sich momentan in weiten Teilen der EU beobachten lassen.

Preisdruck macht unfrei

Bei der Preisverleihung in Oslo, zu der EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy alle 27 europäischen Staats- und Regierungschef eingeladen hat, richtet sich der Blick der ganzen Welt auf den Fortschritt, den Frieden und die Gerechtigkeit in Europa. Ein solcher Blick ist berechtigt, nachdem Europa zwei Weltkriege ausgelöst hat. Der Preis kann großen Druck ausüben. Die Projektionsfläche für den Wunsch nach Frieden zu bieten – ob zu Recht oder nicht sei dahingestellt – ist für die Politiker und Verantwortungsträger in der EU nicht einfach. Sie sollten jedoch dringend versuchen, nicht auf äußeren Druck zu reagieren, sondern sich von ihren eigenen Überzeugungen und Sehnsüchten nach Frieden leiten zu lassen. Druck kann unfrei machen. Eine Entscheidung über die Zukunft Europas, die unter dem Druck dieser Preisverleihung getroffen wird, wäre eine schlechte Entscheidung.

Bürgerfrieden

Gleichwohl stehen die Staats- und Regierungschefs sowie die anderen wirtschaftlichen und politischen Verantwortungsträger mit ihrem Ringen um Einheit und Frieden nicht alleine da. Die Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union sind diejenigen, die zuerst und letztlich die Solidarität der EU-Staaten untereinander leisten müssen. Als Einwohner ihrer jeweiligen EU-Mitgliedsstaaten sind sie verpflichtet, den Wunsch nach Frieden unter den Völkern wachzuhalten, Menschenwürde, Solidarität und Toleranz nicht bloß als Minimalkonsens oder als Floskel in Sonntagsreden zu verstehen und so die Sehnsucht nach Einheit und Gerechtigkeit zu bewahren. Die Bereitschaft in Deutschland ist dafür noch groß.

Seid umschlungen, Millionen!

Beethoven wählte Friedrich Schillers „Ode an die Freude“ als Text für seine 9. Sinfonie, die seit 40 Jahren als Europahymne gilt: „O Freunde, nicht diese Töne!”, heißt es da zu Beginn, „sondern lasst uns angenehmere anstimmen und freudenvollere. und später: „Seid umschlungen, Millionen!“ Man mag hier die vielen Euro-Millionen und Milliarden assoziieren, gemeint ist jedoch die Solidarität unter vielen Menschen und Völkern. Wenn dieser Gemeinschaftsgeist größer wird, fällt es womöglich leichter, die Euro-Millionen zu retten.

Nicht naiv, aber hoffnungsvoll

Die freudenvolleren Töne sollten nicht als „gute Miene zu bösem Spiel“ verstanden werden. Die Probleme sind real und schwerwiegend. Die Preisverleihung kann und will daher die eigentliche Krise nicht überdecken. Es wäre genauso naiv zu glauben, die Verleihung des Friedennobelpreises wolle oder könne einfach so die EU aus ihrer Krise tragen. An konkreten Lösungen müssen die Politiker, Ökonomen und nicht zuletzt alle Bürgerinnen und Bürger arbeiten. Der Preis sollte dabei nicht als Druckmittel oder Politikmache gesehen werden. Vielmehr kann er als Zeichen für den bereits erreichten Frieden in Europa dienen und steht daher auch im Geist der Hoffnung auf die freudenvollen Töne, auf eine friedvollere Zukunft in Europa.

Matthias Schmidt
kath.de-Redaktion

Die Bischöfe können nicht, was die Laien können (12.10.2012)

An Selbstkritik scheint es bei der aktuellen römischen Bischofssynode über die Neuevangelisierung der bereits christianisierten Länder nicht zu fehlen. Die „gut gefüllten Bäuche“ seien kein Glaubwürdigkeitskriterium der Solidarität mit den Armen, meinte der  philippinische Erzbischof Socrates Villegas. Kurienerzbischof Rino Fisichella, der Präsident des Päpstlichen Rates für die Neuevangelisierung mahnte weniger Bürokratie in der Kirche an. Kardinal Schönborn plädiert für weniger Angst im Umgang mit Kirchenkritikern und kirchenfeindlichen Äußerungen. Luis Antonio Tagle, der  Erzbischof von Manila, sieht in der fehlenden Demut den Grund für den Hang zu übersteigerter Selbstbeschäftigung in der Kirche.

Insgesamt scheinen die Synodalen bislang bei der Suche nach neuer Glaubwürdigkeit der Kirche und ihrer Botschaft vor allem den Tugendpfad beschreiten zu wollen. Demut, Einfachheit, Bescheidenheit, Mut, Großherzigkeit. Das wird der richtige Weg sein. Allein, das war immer richtig, ist immer wahr und wird immer stimmen. Das spezifisch Herausfordernde – und Unbequeme – scheint damit noch nicht angesprochen zu sein. Die Kirche nach dem Aufdecken der Pädophilie-Fälle ist nicht mehr die gleiche wie davor. Zwar gilt dies nicht für die theologische Qualität der Kirche, wohl aber für ihre kulturelle – und ist damit relevant für ihre Glaubwürdigkeit. Die Bischöfe samt Vatikan zeigen sich im Allgemeinen eifrig bemüht, anstehende pädophile Vergehen von Klerikern gründlich zu ahnden und Konsequenzen zu ziehen. Ebenso werden vorbeugende Maßnahmen getroffen. Eine Frage scheint jedoch nicht so recht ins Blickfeld rücken zu wollen: Wie konnte es sein, dass die kirchliche Struktur so sehr geschützt werden wollte und sollte, dass dabei das Wohl der Betroffenen nicht mehr beachtet wurde? Wie konnte sich die Kirche als Institution so sehr in den Vordergrund rücken und dabei das „um der Menschen willen“ entwischen? Treibt die Kirche hier nicht banalen Strukturerhalt, der mit den Mitteln moderner Soziologie so leicht zu entlarven ist?

Der Verdacht besteht und kann nicht einfach vom Tisch gewischt werden. Es sind vor allem die Bischöfe, die als Repräsentanten der kirchlichen Institution ihre Ämter bekleiden. Und sie stehen, besonders seit den zu Tage getretenen Pädophilie-Fällen unter dem Verdacht, vor allem um die kirchliche Struktur bemüht zu sein. Die kirchliche Struktur zu schützen ist schließlich aber auch ihre Aufgabe.

Für den Verkündigungsdienst der Bischöfe ergibt sich daraus allerdings ein struktureller Nachteil. Die Bischöfe – in abgemilderter Form alle Hauptamtlichen in der Kirche – stehen in der kirchlichen Struktur. Sie haben dadurch auch die Aufgabe, die kirchliche Struktur zu schützen. Für die Glaubwürdigkeit der Verkündigung kann dies aber von Nachteil sein. Immer schwebt im inzwischen institutionenkritischen Europa die Frage mit: Geht es ihnen nicht zuerst um sich selbst und den Erhalt ihrer Macht und ihres Einflusses?

Damit tritt, was bereits das II. Vatikanische Konzil eingeläutet hat, die Funktion und Aufgabe der Laien, der nicht kirchlich-strukturell gebundenen Gläubigen, viel stärker in der Vordergrund. Ihnen kommt angesichts der aktuellen kirchlichen Situation eine Aufgabe zu, die die Bischöfe nicht mehr – und wenn sie sich noch so mühten – nicht erfüllen können: Die Sache der Kirche strukturunabhängig zu bezeugen.

Zu sehr ist die Kirche in den Verdacht geraten, mehr um ihre Institutionen als um ihre Botschaft bemüht zu sein. Und dieser Verdacht lasstet auf allen Hauptamtlichen, in erster Linie aber auf den Bischöfen.

Damit wächst den Laien eine eigene und unersetzliche Aufgabe zu, die nicht nur in der organisatorischen Mithilfe oder in ihrer größeren Mitarbeit in die Leitung besteht, sondern im ureigenen Dienst der Kirche, in der Verkündigung. Nur sie können durch ihr Glaubenszeugnis und ihre aktive Rolle in der Verkündigung bezeugen, dass die Botschaft wirklich um der Menschen willen – und nicht um des Strukturerhaltes willen verkündet wird.

Diese strukturelle Selbstbeschränkung anzuerkennen wird ein entscheidender Beitrag der Bischöfe für die Glaubwürdigkeit der Kirche sein. Bischöfliche Verkündigung allein ohne aktive Bestätigung durch das kreative und aktive Glaubenszeugnis der Gläubigen und die Artikulation der ureigenen Glaubenserfahrung der Laien, wird die Aufgabe der Neuevangelisierung nicht stemmen können.

Theo Hipp
kath.de-Redaktion