Viel Lärm um nichts? (24.08.2012)

Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst im „Spiegel“

Vor einigen Tagen hat „Der Spiegel“ über eine Indienreise des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst im Januar 2012 berichtet und seine Artikel mit reißerischen Überschriften versehen: Der Limburger Oberhirte soll First Class in die Slums geflogen sein. Sogar von einem Upgrade-Wunder ist die Rede.  Der Stein des Anstoßes für das Magazin war das Upgrade von der Business-Class in die luxuriöse erste Klasse des Jumbo-Jets. Der Spiegel wirft dem Limburger Bischof und seinem mitreisenden Generalvikar Franz Josef Kaspar Verschwendung von Kirchengeldern vor und echauffiert sich über die angebliche Luxus-Reise zu einem Sozialprojekt in Indien. Das Bistum erklärt jedoch, dass die Reise von Bischof und Generalvikar gemäß den Reisebestimmungen des Bistums und der Bischofskonferenz geplant worden sei und die Bonusmeilen des Generalvikars das Upgrade in die höchste Beförderungsklasse ermöglicht hätten. Generalvikar Kaspar sei nämlich bereits seit 50 Jahren viele Male in Indien gewesen. Zudem sei das Upgrade von den beiden Reisenden gemacht worden, damit für die Dauer des Aufenthaltes in Bangalore und für die direkt nach der Rückkehr nach Deutschland anstehenden Termine der „Erhalt der Leistungsfähigkeit“ gesichert gewesen sei, wie es in der offiziellen Stellungnahme heißt. Die Zeit im Flieger sei zum Schlafen genutzt worden. So scheint es sich nach den Ausführungen des Bistums bei den Berichten des „Spiegels“ um den sprichwörtlichen vielen Lärm gehandelt zu haben, der sich letztlich auf dürre Fakten stützt. Denn das Upgrade war ja schließlich aus eigener Tasche bezahlt worden und diente dem Zweck der Reise.

Doch der Lärm der Verschwendungsvorwürfe verhallt nicht einfach im Nichts, sondern findet Resonanz im Bistum Limburg. Dort wird Bischof Tebartz-van Elst vorgeworfen, verschwenderisch mit Kirchengeldern umzugehen. Besonders das neue Bistumszentrum mit integrierter Bischofswohnung neben dem Dom steht in der Kritik, da es mit Kosten von  5,5 Millionen zu teuer sei.  Ferner steht ebenso im Hintergrund, dass der Limburger Oberhirte, der seit 2008 im Amt ist, einen anderen Stil in seinem Bistum etabliert habe  als ihn sein Vorgänger, Bischof Franz Kamphaus, pflegte. Peter Wensierski, der kirchenkritische Spiegelautor, lässt im Zusammenhang mit Tebartz-van Elst die Adjektive „pompös“ oder „erzkonservativ“ fallen und stellt diesen, durch einen Verweis auf eine Äußerung der Bundessprecherin der Initiative „Wir sind Kirche“, die Begriffe „Bescheidenheit“ und „Demut“ gegenüber. Vielleicht in Anspielung auf Altbischof Franz Kamphaus, der mit diesen Qualitäten in Verbindung gebracht wird. Der Wind weht dem Bischof aus seinem Bistum heftig entgegen. Anscheinend derart, dass er nicht sofort zugeben wollte, dass er in der Tat mit der Premium-Klasse geflogen war und zunächst auf die Business-Class verwies.

An der Auseinandersetzung zwischen dem „Spiegel“ und Bischof Tebartz-van Elst kann man vielerlei ablesen. Zunächst einmal, dass wir uns immer noch im Sommerloch befinden. Die Indienreise des Bischofs und seines Generalvikar fand im Januar dieses Jahres statt und bereits im April hatte das Bistum dem Spiegel dargelegt, dass ein Upgrade in die erste Klasse erfolgt war. Die Indienreise wäre also eigentlich ein Thema für die erste Jahreshälfte gewesen, doch ein Skandalbischof, der mit der Premium-Klasse in die Slums fliegt, scheint den Redakteuren besser in das Sommerloch gepasst zu haben.

Ferner lässt sich ablesen, dass scheinbar die Lehren aus dem weltweiten Missbrauchsskandal, der die Kirche in den letzten Jahren erschüttert hat, nicht gänzlich gezogen worden sind. Waren über Jahrzehnte hinweg Informationen verborgen und nicht an die Öffentlichkeit gebracht worden, so war man sich einig, eine neue Transparenz in der Kirche pflegen zu wollen. Dass das Bistum Limburg hier eine Ausnahme machte und den Flug in der Luxus-Klasse zunächst leugnete um ihn dann nach einigen Tagen zugeben zu müssen, ist höchst bedauerlich. Transparenz und Ehrlichkeit sollten die Leuchttürme der kirchlichen Öffentlichkeitsarbeit sein.

Und schließlich zeigt sich an den Reaktionen auf die Spiegelartikel, die trotz informativer und investigativer (Sommer-)Dürre heftig ausfallen, dass das Verhältnis des Bischofs zur Öffentlichkeit gespannt ist. Bischöfliche Handlungen, über deren Kritikwürdigkeit überhaupt gestritten werden kann, bringen die öffentlichen Stimmen in Wallungen, wenn sie nur skandalverdächtig präsentiert werden. Sie führen dazu, dass kirchliche Stellungnahmen nachgebessert werden müssen. Transparenz und Verantwortung vor dem interessierten Kirchenmitglied und Mitbürger scheinen bei kirchlichen Führungspersonen noch lange keine Handlungsmaßstäbe zu sein. Solange wird „Der Spiegel“ der Kirche dankbar sein für die Leckstopfer im Sommerloch, die sich auch nach einem halben Jahr noch funktionstüchtig aus der Schublade ziehen lassen.

Roland Müller
kath.de-Redaktion

5 thoughts on “Viel Lärm um nichts? (24.08.2012)

  1. Man sollte das Öffentlichkeitsproblem des Limburger Bischofs nicht unterschätzen, wie die Reaktionen zahlreicher Zeitungen und Zeitschriften zeigen; es geht also nicht nur um den SPIEGEL.
    Ich habe ebenfalls zum Thema recherchiert und habe heute darüber geschrieben:

    http://predigtgarten.blogspot.de/2012/08/der-limburger-bischof-sorgt.html

    Selbstverständlich darf der Bischof statt in der empfohlenen und zum Schlafen ausdrücklich geeigneten Business-Class seinen Flug in die First Class upgraden. Das Recht dazu und die Bonusmeilen des Generalvikars hatte er.
    Ob solch ein Verhalten allerdings klug war, steht auf einem anderen Blatt,
    siehe auch seine Ausführungen vor der Diözesanversammlung (in meinem Artikel zitiert). In Zukunft ist mehr Sensibiliät anzuraten!

  2. Es riecht irgendwie so ähnlich wie in der Affäre Wulff. Leugnen, nachbessern, scheinbare Ehrlichkeit und hoffentlich irgendwann auch ein Rücktritt.
    Frau Käßmann hat ja vorgemacht, was Glaubwürdigkeit heisst.

  3. Was ihre Flüge nach Indien angeht: Ach, was sind unser Bischof Franz-Peter Tebartz van Elst und sein Generalvikar Franz-Josef Kaspar doch für missverstandene Männer!

    Zum Verständnis für Wenig-Flieger: Der Normalflug ist ein Economy-Flug. Nur wenige Geschäftsleute und Wohlhabende fliegen in der Business-Class vorn in den ersten Reihen. Die „abgehobene“ First Class wird meines Wissens nur bei Fernflügen angeboten und kann sich ein Normal-Sterblicher nicht leisten.

    Aber zu letzteren gehören weder der Herr Bischof noch sein Generalvikar. Sie sind sicherlich in einem Großraumjet in der oberen Etage geflogen, wo es die bequemen Liegesessel der First Class gibt.

    In der Economy-Klasse gibt es beispielsweise für den Lufthansa-Flug von Frankfurt nach Rom und zurück je nach Buchungsklasse (von der billigen Economy Saver bis zur teuren Economy Flex) 125 bis 2000 Meilen, im Schnitt also etwa 1000 Meilen. Normalerweise verfallen die Meilen nach drei Jahren. Ausgenommen davon sind Frequent Traveller (Vielflieger), wozu also der Herr Generalvikar gehören muss.

    Für den Hin- und Rückflug in der First-Class nach Indien verlangt die Lufthansa bei zwei Personen etwa 340.000 Meilen. Der Generalvikar müsste also 340 mal nach Rom geflogen sein, um genügend Meilen für sich und den Herrn Bischof anzusammeln. Und diese Meilen, so entnehme ich dem obigen Leserbrief, wurden keineswegs bei Dienstflügen, sondern bei Privatflügen angesammelt. Was hat der Herr Generalvikar doch lange Urlaubszeiten und viel Geld, um die Meilen für die Unzahl von Privatflügen anzusammeln!

    Wenn wir aber den beiden hochgestellten Herren zubilligen, dass ihnen das Bistum normalerweise einen Flug in der Businessklasse bezahlt, so wurden ihre Flüge nur upgegradet. In diesem Falle musste der Herr Generalvikar aus seinem Privatfundus nur 120.000 Meilen opfern.

    Die Flugzeit von Frankfurt nach Indien beträgt etwa 8 Stunden. – Was hätte man während des Fluges machen können? Vielleicht am Notebook bischöfliche Aufgaben erledigen. Oder eine wichtige Lektüre lesen. Aber dann wäre man ja nicht ganz ausgeschlafen und frisch am Zielort angekommen und hätte vielleicht seine kostbare Zeit nach der Ankunft mit einem Nickerchen vergeuden müssen!

    Gönnen wir also den beiden Herren ihre First-Class-Flüge zum Besuch der armen Inder. Die Alternative wäre nämlich gewesen, das zu tun, was die Lufthansa auf ihrer Miles-and-More-Homepage vorschlägt. Sie schreibt dort: „Meilen spenden: Anderen etwas Gutes tun! Spenden Sie Ihre Meilen für wohltätige Zwecke!“

    Im Falle unserer beiden Herren war dies aber leider nicht möglich. Denn die Lufthansa leitet die Spende wahlweise weiter an die SOS-Kinderdörfer, an die Help Alliance und an Living Lakes. Und diese Organisationen sind nicht katholisch.

    Nun, so etwas wird nicht mehr vorkommen. denn nun hat der Herr Bischof einen eigenen PR-Berater engagiert, der solche Angelegenheiten schon ins rechte Licht rücken wird.

    Die Bistumszeitung „Der Sonntag“ hat es richtig gemacht: Sie hat den Fall totgeschwiegen.

    Hermann-Josef Hucke, katholischer Christ, Daubach

  4. zum Kommentator Roland Müller:”si tacuisses …..” Sie wissen schon.
    TvE, der lieber Erzbischof in Köln wäre, hat ein Problem: der sich darstellende Mann passt nicht zum Amt. Bischof sein, heißt “dienen”. Statt Seelsorge sehen wir die andauernde Sorge um sich selbst: hier ein Upgrade (von dem Geld muss ein Hartz IV-Empfänger 1 Jahr lang leben), dort Sonderwünsche für die Privatkapelle (Marmor, teurer, schwarzer Basalt – ich bin gespannt, was da noch nachkommt, so wie es die Spatzen von Limburgs Dächern pfeifen), da ein Rausschmiß (des seit 25 Jahren amtierenden Leiters des Hauses der Begegnung in Frankfurt), dort mal schnell Vermögenstausch zwischen Bistum und “Bischöflichen Stuhl”, usw. usw. Dazu ein Stil, der im persönlichen Gespräch zwar höflich und freundlich klingt, in der Konsequenz jeglicher Unterhaltung jedoch hart wie Beton ist: keine Bewegung, stattdessen salbungsvolle Worte in bombastischen Predigten und rituelle “Feuerspiele”. Für mich hat der Mann ne Macke. Mehrere Fragen bleiben offen:

    1. Hat der Bischof in Indien wirklich Steinbrüche besucht, Kinder gestreichelt und Mütter getröstet? Welches Projekt war das, das er besuchte? Caritas Indien, caritas international und Caritas Limburg haben meines Wissens kein solches Projekt.
    2. Was hat das Vermögen des Siedlungswerkes – also die entsprechenden Gesellschafteranteile – im “Bischöflichen Stuhl” zu suchen? Der “Bischöfliche Stuhl” ist die nur dem Bischof zugängliche Schatzkiste, aus der bezahlen kann, was er für richtig hält. Der “Bischöfliche Stuhl” ist ein Körperschaft öffentlichen Rechts (ohne Öffentlichkeit). Er hat Vermögenswerte, die ihm nach Gründung – in diesem Fall des Bistums Limburg 1827 – vom damaligen Fürsten von Hessen-Nassau zuerkannt und übertragen wurden. Mit der Zeit ist das Vermögen auch deshalb angewachsen, weil es immer wieder Personen oder Institutionen gibt, die “vererben”, stiften oder fördern. Diese Gesellschafteranteile des Siedlungswerkes, das von den Bistümern Limburg, Mainz, Fulda und seit 1990 auch Erfurt getragen wird (Anteil Limburg 28%) sind also von einem Vermögenstopf in den Haushalt des Bistums überführt, der Geldwert aber in den “Bischöflichen Stuhl” geflossen.
    3. Es geht das Gerücht, der Bischof habe daraus Teile des Neubau des Bischofshauses in Limburg bezahlen müssen. Stimmt das? Das ist zwar in sich rechtlich korrekt, weil der “Bischöfliche Stuhl” auch für die Ausstattung des Bischofs zu sorgen hat, Anstoß erregt es aber, weil dies das Zugeständnis ist, dass die Baukosten weit höher liegen als ursprünglich veranschlagt: ca. 4 bis 5 mal so hoch. Aus 2,1 Mio Euro werden am Ende fast 10 Mio. Euro. Wie beim “Indien-Flug”, wo erst abgestritten wurde um dann einen Tag später die Falschmeldung zurückzuziehen, gilt auch hier: Alt-Bischof Kamphaus, der Vorgänger, hat gar kein Bischofshaus-Neubau geplant, das haben die bistumseigenen Spezies im Verwaltungsausschuss selbst gemacht. Es wird aber immer behauptet, der Altbischof sei selber der “Anstoßgeber” für den Neubau gewesen.
    4. Und – wenn wir schon dabei sind – wozu braucht ein Bischof, 50 m vom Dom entfernt – eine Privatkapelle für über 300.000 Euro – Ausstattung noch nicht eingerechnet? In der Bibel steht: “Du aber, wenn du beten willst, so geh in deine Kammer, schließe deine Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; dein Vater aber, der auch ins Verborgene hineinsieht, wird es dir alsdann vergelten”.
    Das alles könnte man noch “locker” nehmen, wenn es nicht gleichzeitig Not in den Pfarreien gäbe, Kirchen schließen, Gemeinden zusammengelegt werden, bis man nur noch mit dem Auto 30 km fahren kann, um zum nächsten geöffneten Gotteshaus mit Eucharistiefeier zu kommen.
    5. Die fristlose Entlassung des Leiters des Frankfurter Hauses der Begegnung, Patrick Dehm, der sich despektierlich über den Bischof geäußert haben soll, wird nicht funktionieren. Die nachgeschobene 2. fristlose Kündigung wegen unerlaubter “Baumaßnahmen” – Dehm ließ wohl Räume streichen – wird ebenfalls nicht halten. Wenn es aber vor dem Arbeitsgericht zu keiner Verständigung kommt, werden Ansehen und Amt des Bischofs noch weiter beschädigt. Oder es gibt eine Abfindung.
    6. Was zahlt das Bistum dem Hausleiter als Abfindung? Aus welchem Topf wird dieses Geld fließen?

    Überall ist Bischof drin, wo auch anderes draufsteht. Vor allem aber ist Steuerzahler’s Geld in den bischöflichen Kassen. Man kann es auch so darstellen: ein Bischof in Deutschland bekommt pro Jahr ca. 100.000 bis 120.000 Euro Bischofsgehalt. Für sich allein. 90% der Kosten trägt der Staat. Dann braucht auch kein “Bischöflicher Stuhl” mehr angezapft zu werden, obwohl aus diesem alle Utensilien finanziert werden, die für die Ausübung des Bichofsamtes benötigt werden: vom Schreibtisch über die Bibliothek bis zur Bischofsrobe, den bunten Gewändern und alles andere, was dem Bischof persönlich zusteht. Macht 120.000 Euro freies Geld. Dann kommen hinzu, mit Steuermitteln finanziert: Kirchenbau, Restaurierungen und Sanierungen, Kindergärten, Personal, alles in allem ca. 500 Mio Euro pro Jahr. Es wird höchste Zeit, dass ALLE Kassen der Kirche offen gelegt werden. Dann, erst dann kommt wirklich Bewegung in den Klerus. Solange wird das Gottes Volk lieber im “Exil” bleiben und sich selbst auf den Weg erneuerten Glaubens zu machen. (Pater Friedhelm Hengsbach SJ).

  5. Zu: “Beitrag von Roland Müller”
    Ich verstehe ja, wenn junge Leute auf Existenzsuche auch mal Blödsinn zu Papier bringen. – Als seit geraumer Zeit angehender Theologe ist man wohl gut beraten, sich beflissen dem “Kirchenlehrer” Augustinus anzuschließen, einem Meister der Gespaltenheit, sowohl in der vita wie in der ethischen Ideologie: Nein zur Lüge, Ja zur Täuschung.

    Soviel zu den Rahmenbedingungen.

    Das Thema T-vE 1959 ist unter prinzipiellen Aspekten zu behandeln, nicht nach Gesichtspunkten technischer Prozeduren im Handlungsstrang, auch nicht nach Reisezielen, nach Baustatiken oder Adventskranzästhetiken.

    Prinzipielle Erwägung verlangt angesichts der Vorhaltung eines mächtigen “Fehlerkatalogs” die differenzierende Frage, ob es gewichtig unterscheidbare Fehlertypen gibt. Dabei stößt der Betrachter unmittelbar auf zwei Kategorien, die in Bedingtheit wie Wirkung wesenhaft verschieden sind:

    Den akzidentellen Fehler, der gelegentlich geschieht – aus Unachtsamkeit, Unwissen, vielleicht aus Leichtsinn, auch aus Gleichgültigkeit und sogar gelegentlich “in bester Absicht”. Wir lernen aus solchen Fehlern – und irgendwie schämen wir uns auch mehr oder wenig.

    Dem gegenüber steht der habituelle Fehler, dessen psychologische Ursachen hier nicht interessieren. Seine Merkmale sind Repetition, Uneinsichtigkeit, Rechtfertigungsexzess. – Es mag sein, dass auch solche Fehler in mühseligen Prozessen modifizierbar sind, ob der Merkmalsträger dabei tatsächlich eine Einsicht im erkenntnistheoretischen Sinne gewinnt steht dahin.

    Ich vermeide meinerseits eine Verortung des T-vE in eine der beiden Kategorien – die Gegebenheiten erledigen eine Allokation ohne Kommentierung.

    Ich stelle dafür eine andere Frage in den Raum: Wie ist es zu erklären, wenn Persönlichkeiten mit erheblichen habituellen Defiziten nach Jahren intensiver obrigkeitlicher Begleitung wie Beobachtung auf dem beruflichen Weg diesbezüglich unerkannt bleibt?

    Oder stellen wir am Ende – die einen überrascht, die andern weniger – fest, dass dieses Ignorieren von Charaktereigentümlichkeiten seinen Grund darin hat, dass diese zum “Stallgeruch” gehören und insofern als gehörig gelten, statt als ungehörig?

    Dr. B. Kostuch
    Facharzt f. Laboratoriumsmedizin
    Facharzt f. Transfusionsmedizin

    Josef-Weiss-Str. 1
    97980 Bad Mergentheim
    eMail: kostuch.b.r@t-online..de

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