Atomkraftwerke (25.03.2011)

Die vom Menschen geschaffene Zivilisation wird immer krisenanfälliger

 

Die Havarie des japanischen Atomkraftwerkes Fukushima wird von der ganzen Industrie als bedenklich eingeschätzt: Es könnte eine weltweite technikfeindliche Reaktion einsetzen und den Aufschwung, der die Finanzkrise vergessen machen soll, infrage stellen.

Es ist nicht der einzige Gau, der die heutige Zivilisation heimsucht.

 

Finanzindustrie – Atomindustrie, der Super-GAU ist möglich

Der Zusammenbruch der Lehman-Bank am 15. September 2008 war ein vergleichbar einschneidender Gau, denn ohne große Stützungsmaßnahmen der Staaten wäre es zu einem Kollaps der Wirtschaft  gekommen. Es wäre, vergleichbar dem Strom aus der Steckdose, kein Geld mehr aus den Bankautomaten gekommen. Zwar ist die Stromversorgung in Europa nicht so eng verknüpft mit der in Japan wie das internationale Bankenwesen, aber die Lieferketten für die Auto- und Elektronikindustrie sind durch den Tsunami und die drohende Kernschmelze betroffen. Wie 2008 hängt alles an der Handlungsfähigkeit weniger Akteure, damals der Politiker, heute der Techniker und Feuerwehrleute in Fukushima. Es ist jeweils die gleich Entwicklung, die zu der Bedrohung für die ganze Welt wird, die in das zivilisatorische System von Geld, Energie, Kommunikation eingebunden ist.

Ob die japanische Betreibergesellschaft oder das Investmentbanking, die Risiken nehmen ständig zu und werden nicht abgestellt, weil das den Profit mindern würde. Ein atomarer Super-GAU würde sehr viel mehr kosten als die Betreiberfirmen Gewinn machen könnten. Ebenso kann der Zusammenbruch einer international vernetzten Bank das ganze Finanzsystem kollabieren lassen. Die Regierungen und Notenbanken mussten Geldmittel in Billionenhöhe in das Finanzsystem schießen. Es traute auch keine Bank mehr der anderen, so dass die Geldflüsse austrockneten. Es kommt noch eine Gefahrenquelle hinzu: Die Anfälligkeit der Systeme.

 

Tschernobyl zeigt die Anfälligkeit der industriellen Systeme noch deutlicher

Der Super-GAU des ukrainischen Atomkraftwerks hat sich wie die Sintflut dem menschlichen Gedächtnis eingeprägt. Aber die Kernschmelze dort  hat eine andere Qualität als die Havarie der japanischen Reaktoren. Das Werk lief problemlos, es gab kein Erdbeben, keinen terroristischen Angriff, kein Flugzeug ist über dem Kernkraftwerk abgestürzt, sondern die Techniker führten einen Test der Notkühlung durch. Es war ein Sicherheitscheck, der nach dem Handbuch für das Betreiben eines sowjetischen Atomkraftwerks durchgeführt wurde. Nach 36 Sekunden war der Reaktor so heiß gelaufen, dass der Techniker am Schaltpult nicht mehr umschalten konnte. Das heißt, dass die sowjetischen Kernkraftwerke bis dahin störungsfrei gelaufen sein müssen oder, dass die Technik so nahe an der Katastrophe konstruiert war, das ein halbe Minute genügte, um die schlimmste der erwarteten Katastrophen herbeizuführen.

 

Der Mensch ist mit seinem Werk konfrontiert – das Bild des babylonischen Turmbaus

Japan zeigt: Nicht der Tsunami ist das Gefährlichste, sondern die vom Menschen entwickelte Technik. Nicht die Wirtschaftskreisläufe sind das Risiko, sondern die Geldströme, die den Warenverkehr am Laufen halten. Es sind vom Menschen gemachte Systeme, die den Menschen mehr bedrohen als die Naturkräfte. Die Naturkräfte wären zudem nicht so folgenreich, wenn man nicht große Siedlungen an der Küste gebaut hätte, die durch Seebeben gefährdet sind.

Nun könnte man zu der Überzeugung kommen, dass erst die moderne Technik den Menschen mit der Nichtigkeit dessen konfrontiert, was er selbst über die ihm handhabbaren Grenzen hinaus expandiert. Aber es gibt einen alten Mythos, den das Buch Genesis erzählt: Die Menschen wollten einen Turm so hoch bauen, dass er den Himmel erreicht und sind daran gescheitert.

 

Die Reaktionen greifen zu kurz

Wenn jetzt die Lösung darin gesucht wird, dass man die Atomkraftwerke abschaltet, dann ist das wohl die notwendige Konsequenz aus den Vorfällen in Japan. Aber es wirkt schon etwas pubertär, wenn die verschiedensten Gruppen im Abschalten der Reaktoren in einem euphorischen Ton die Lösung des Problems sehen. Der menschliche Expansionsdrang hat noch andere Kinder. Die Grünensind so auf das Atom fixiert, dass sie die Gefahren der Gentechnologie nicht aufgreifen. Und die aus dem Ruder laufende Geschwindigkeit, mit der das Internet die ganze Kultur umpflügt, hat doch die gleichen Wurzeln wie die Risikoausblendung der Finanzindustrie. Wenn wir uns, vergleichbar dem Atomstrom, an das Internet verkauft haben, wird sich zeigen, welchen Gau diese Technik produzieren wird. Das Verbot der Vorratsdatenspeicherung begrenzt ja nur den Zugriff der staatlichen Stellen. Die Daten incl. des aktuellen Aufenthaltsortes kann jeder einsehen. Man kann heute eine Software nutzen, die anzeigt, welche Leute gerade nicht zu Hause sind und erhält gleich ihre Wohnadresse angezeigt. So etwas konnte die Stasi nicht.

Nicht nur die Grünen müssen noch im 21. Jahrhundert ankommen.

 

Eckhard Bieger S.J.

kath.de- Redaktion

 

Haben Sie Anmerkungen, Kritik oder Fragen zum Kommentar?

 

Schreiben Sie dem Autor eine E-mail

oder kommentieren Sie den Wochenkommentar auf Facebook

Die Katastrophe in Japan und die Frage nach dem Warum (18.03.2011)

Die Bilder und Nachrichten aus Japan, die uns seit nunmehr einer Woche erreichen, sind erschütternd: Eines der stärksten je gemessenen Erdbeben, ein Tsunami mit bis zu zehn Meter hohen Wellen, weit über 10.000 Tote und – als sei das alles schon nicht schlimm genug – eine drohende atomare Katastrophe, deren Ausmaß wir derzeit nur erahnen können. Die Berichte erscheinen wie Werbespots für einen soeben in Hollywood gedrehten Katastrophenfilm – doch sie sind bittere Realität. Wie reagieren wir als Einzelne, als Gesellschaft und auch als Glaubende auf diese Nachrichten und Bilder?

Einmal mehr zeigt diese Katastrophe: Verglichen mit den Gewalten der Natur sind wir Menschen wie nichts. Geologisch lassen sich solche Naturgewalten erklären, nicht aber menschlich – und schon gar nicht theologisch. Vielen, auch im Glauben verwurzelten Menschen stellt sich in diesen Tagen die Frage: Wie kann Gott dieses Unglück zulassen? Aber die Frage nach dem Warum  bleibt unbeantwortet. „Lass mich erkennen, wie vergänglich ich bin“, „das Leben des Menschen ist ein Hauch“, betet der Psalmist im Alten Testament. Was zählt und bleibt, sind zunächst nur Gebete und die stumme Hoffnung, dass die zahllosen Opfer in Gottes Hand geborgen sein mögen. In Gottesdiensten wird zu Recht weltweit der Opfer der Naturkatastrophe gedacht.

Doch nach und mit dem Gebet folgt die Hilfe. Bei den Erdbebenopfern in Haiti im vergangenen Jahr und den Tsunami-Überlebenden in Indonesien 2004 war diese (vor allem finanzielle) Hilfe selbstverständlich. Für Japan, viele Jahre zweitstärkste Wirtschaftsmacht der Welt, erscheint dies eher ungewohnt. Aber die Verletzten, Hinterbliebenen und Obdachlosen leiden in jedem Katastrophengebiet gleichermaßen. Natürlich ist die internationale Hilfe schon angelaufen, es wird recht schnell gehen und das ist auch gut so. Es werden Milliarden zusammenkommen – Geld, das bitter nötig ist, um eine Not zu lindern, der wir noch immer fassungslos gegenüberstehen. Wohl auch deshalb, weil uns weiterhin die Angst im Nacken sitzt, dass das Schlimmste noch bevorsteht.

Denn wir wissen: Sollte es in Japan zur atomaren Katastrophe kommen, gibt es keine Rettung mehr – nicht mit allem Geld der Welt. Inzwischen unterstützt sogar Korea den einstigen Erzfeind Japan. „Wir haben so viele E-Mails mit Worten des Gebets und Hilfsangeboten aus aller Welt bekommen. Wir sind sehr dankbar für diese Solidarität“, sagte Bischof Isao Kikuchi, Präsident der Caritas Japan.

Erst nach den Gebeten und nach der Hilfe folgt die Mahnung. Kann, ja muss der Mensch aus dem scheinbar Sinnlosen eine Lehre ziehen? Die Antwort kann nur ein entschiedenes Ja sein.

Naturkatastrophen und von Menschen herbeigeführtes Unheil lassen sich kaum mehr trennen. So winzig und hilflos der Mensch gegenüber den Naturgewalten ist, er kann dank moderner Technik die Folgen von Naturkatastrophen durchaus mildern. Weil viele Gebäude in Japan schon seit längerer Zeit mit Blick auf potentielle Erdbeben errichtet werden, sind durch die Katastrophe weniger Menschen getötet worden als etwa in Haiti. Und auch das nach dem Tsunami von 2004 weltweit verbesserte Frühwarnsystem hat vielen Bewohnern der Küstenregion Japans geholfen, rechtzeitig zu fliehen.

Erweist sich also auf der einen Seite Technik durchaus als Segen, kann sie andererseits fatale und unabsehbare Folgen haben: Die Kernschmelze von Fukushima zeigt, dass sich atomare Technik keineswegs sicher beherrschen lässt. Die Wahrscheinlichkeitsberechnungen der Ingenieure und Ökonomen wurden von der Gewalt der Natur zunichte gemacht. Die Menschheit kann und darf sich daher keine Technik erlauben, deren Fehler sie nicht revidieren kann. Denn diese reichen weit über Länder- und Generationengrenzen hinaus, sie haben unkalkulierbare globale Folgen.

Eine Ethik der Technik ist gefragt, denn schon immer galt der Grundsatz, dass der Mensch nicht alles darf, was er kann. Die jüngsten Ereignisse zeigen, wie wichtig es ist, immer wieder über die ethischen Grenzen menschlichen Könnens und menschlicher Macht zu diskutieren. Ebenso notwendig aber erscheint in den letzten Tagen auch ein grundsätzliches Nachdenken über den Umgang mit einer Katastrophe solchen Ausmaßes. Es kann und darf nicht sein, dass die drohende atomare Katastrophe in Japan für politische Auseinandersetzungen und wirtschaftliche Interessen instrumentalisiert wird.

So wichtig eine Debatte um Atomlaufzeiten in Deutschland ist: Sie darf derzeit nicht den Blick auf die Not und Verzweiflung, das Leid und die Trauer der japanischen Bevölkerung überlagern. Angesichts der politischen Diskussionen droht die menschliche Not, die die Naturkatastrophe ausgelöst hat, leicht in den Hintergrund zu geraten, obwohl das Ausmaß alle bisherigen Vorstellungen sprengt.

Psychologisch werden die schockierenden Erlebnisse nicht nur in Japan noch lange nachwirken. Noch über viele Monate wird das tägliche Leben in Japan alles andere als Routine sein. Nötig bleibt eine umfassende Hilfe. Das gilt vor allem dann, wenn das Katastrophengebiet wieder aus dem Blickfeld der Medien gerät.

Wie lange wird die weltweite Betroffenheit anhalten? Werden Erdbeben, Tsunami und Fukushima vielleicht wieder so schnell vergessen sein, dass andernorts munter weiter gewirtschaftet wird – weil Umsätze einbrechen, Kurse fallen, und Energieengpässe entstehen könnten? Innehalten und eine Kurskorrektur im Großen wie im Kleinen tun jetzt not, nicht nur um der Opfer willen, sondern auch um unser selbst willen, die wir so vermeintlich hilflos diese Katastrophe verfolgen.

Andrea Kronisch

kath.de – Redaktion

Haben Sie Anmerkungen, Kritik oder Fragen zum Kommentar?

Schreiben Sie dem Autor eine E-mail

oder kommentieren Sie den Wochenkommentar auf Facebook

 

Leitkultur am Ende? (11.03.2011)

Hat „Leitkultur“ als Begriff für eine politische Programmatik ebenso versagt wie „Multikulti“? Diese Frage drängt sich auf im Blick auf die neu entfachte Diskussion um den Islam in Deutschland. Als Friedrich März im Jahr 2000 den Begriff „Leitkultur“ in die politische Debatte einbrachte, war damit eine Vision verbunden. Die Integration ausländischer Mitbürger in die deutsche Gesellschaft muss gelingen. Wie kann dies geschehen?

Mit dem Begriff sollte wohl eine Erkenntnis des Politikwissenschaftlers Bassam Tibi Eingang in die Politik finden. Sie besteht darin, dass man seine nationale Identität nicht wechseln kann wie ein Hemd. Diese Identität ist gebunden an eine gewachsene nationale Kultur, die sich im Laufe einer Kulturgeschichte entwickelt hat. An ihr hängen unzählig viele Werte, die in Gewohnheiten, Gebräuchen, Liedern, Erzählungen und Ritualen verpackt sind. Aber auch Kulturnationen, wie beispielsweise Deutschland, stehen gegenwärtig vor der Aufgabe, Menschen anderer Kulturen in diese Gesellschaft zu integrieren. Und diese Menschen haben aber bereits eine eigene, von einer anderen Kulturnation geprägte Identität.

Die Praxis zeigt, dass die einfachste, aber auch naivste Vorstellung, das Modell „Multikulti“ nicht funktioniert. Hier stehen einfach, ähnlich wie die Stände auf dem Wochenmarkt, die Kulturen neben einander – und Herr Kunde „Multikulti“ bedient sich nach Lust und Laune an einzelnen Leckereien.

Schnell jedoch stellt heraus, dass der italienische Rotweinverkäufer einen gewissen Sicherheitsabstand zum deutschen biologischen Essigverkäufer braucht, damit ihm sein Wein nicht versauert. Außerdem will der gläubig-muslimische Metzger sein wertvolles, geschächtetes Lammfleisch nicht an Leute verkaufen, die Alkohol trinken und deshalb den Wert seiner eigenen Kultur gar nicht würdigen können.

Damit dieses Miteinander der Kulturen trotzdem gelingen kann, braucht es ein Zwischenstadium, die Bassam Tibi „Leitkultur“ nennt. Sie besteht im Wesentlichen in der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und soll die Integration fremder Kulturen ermöglichen. Schnell erkannte der Politikwissenschaftler, dass sein Begriff „Leitkultur“ verzerrt würde mit dem Einzug ins politische Geschäft. Er distanzierte sich davon, als Gewährsmann des Begriffs für die Politik zur Verfügung zu stehen und dies so sehr, dass er zeitweise überlegte, von Deutschland in die USA zu emigrieren.

Seither ist auch Friedrich Merz aus der Politik emigriert – doch der Begriff blieb und treibt seine Stilblüten. Bundespräsident Wulff hat das Problem zugespitzt durch seine Feststellung, dass der Islam zu Deutschland gehöre und das Christentum in die Türkei. Damit wurde erst recht deutlich, in welch verfahrener Situation diese Debatte steckt, aus der ursprünglich der Begriff „Leitkultur“ einen Ausweg weisen sollte. In der politischen Diskussion ist er weder geeignet, das Problem zu verdeutlichen, das mit der Integration von ausländischen Mitbürgern gegeben ist und noch viel weniger gewinnt er eine Orientierungsfunktion in der Frage, wie Integration gelingen könnte. Dafür lässt sich um die Bedeutung des Begriffs vorzüglich streiten.

Weil das Problem unter den Nägeln brennt, kommt man damit sicher in die Presse, wie vom neuen Innenminister Hans-Peter Friedrich bewiesen. Während die einen versuchen, die Bedeutung des Begriffs aus der Kulturgeschichte zu verdeutlichen und zu dem Ergebnis kommen, das Christentum sei integraler Bestandteil sowohl der europäischen als auch der deutschen Kultur, empfinden andere dies als nicht hilfreich und wollen nur auf die gegenwärtige Gesellschaft schauen, die in Deutschland aus etwa 4 Millionen Muslimen besteht.

Tatsache ist, dass beides stimmt und beide Faktoren, sowohl die Kulturgeschichte als auch die Gesellschaftsanalyse, für das Problem der Integration ausländischer Mitbürger von Bedeutung sind. Sie dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Die Aufzählung islamischer Sündenregister, wie sie Matthias Matussek bietet, oder der trotzige Vorwurf von Ilija Trojanow, Deutschland werde engstirnig, provinziell und kleingeistig, demonstrieren die emotionale Heftigkeit der Debatte.

Wichtiger aber als über Zauberformeln wie „Leitkultur“ und „Welche Religion gehört wohin“ zu diskutieren wäre es, in einem von Respekt geprägten Dialog die Fragen zu stellen, die für den Aufbau eines gedeihlichen Miteinanders der Religionen und Kulturen wichtig wären.

Es hilft nicht weiter, unbequeme Fragen zu unterdrücken, die der Angst um kulturelle Identität einen Ausdruck bieten würden. Wir müssen Herrn Erdogan fragen, wie er sich ein friedliches Miteinander von Muslimen und Christen vorstellt, wenn er Assimilation vermeiden will. Offensichtlich ist ihm klar, dass der aktuelle Status quo in der Türkei, wo es christlichen Gruppierungen nach wie vor nicht möglich ist, Besitz zu erwerben und Rechtsgeschäfte zu tätigen, noch nicht des Rätsels Lösung ist.

Aber wie soll das Modell konkret aussehen? Die Frage, die Papst Benedikt in seiner Regensburger Rede,  professoral verklausuliert und diplomatisch verunglückt gestellt hat, trifft mitten ins Zentrum: Was ist der Beitrag des Islam zu einer freiheitlich demokratischen Ordnung in einem interkulturellen und interreligiösen Kontext? Man muss auch fragen dürfen: Wo bleibt die Stimme der Al-Hazar-Universität in Kairo, einer maßgeblichen islamischen Autorität, wenn fundamentalistische Muslime Menschen in den Tod befördern, die für Religionsfreiheit kämpfen? Wäre da nicht eine Erklärung angesagt, dass solches Verhalten nicht im Sinne des Islam ist?

Es sind auch die kritischen Fragen aufzugreifen und ernst zu nehmen, wie sie beispielsweise ein Navid Kermani im Bezug auf ein christliches Gottesbild stellt. Warum sollte ein Muslim nicht kritische Fragen zum christlichen Gottesverständnis stellen dürfen?

All das gehört zum interreligiösen und interkulturellen Dialog, der zum Kampf der Kulturen eskalieren wird, wenn er unterdrückt wird. Denn die Kulturgeschichte lässt sich nicht rückabwickeln und die gesellschaftliche Wirklichkeit wird sich – vorausgesetzt dass Friede bleibt – nicht verändern. Verändern können sich nur Menschen.

„Leitkultur“ hat bisher nichts dazu beigetragen.

Theo Hipp

kath.de-Redaktion

Haben Sie Anmerkungen, Kritik oder Fragen zum Kommentar?

Schreiben Sie dem Autor eine E-mail

oder kommentieren Sie den Wochenkommentar auf Facebook