Advent

Der Dezember ist für viele ein geschäftiger Monat. Geschenke müssen gekauft, das Haus geschmückt werden. Die Firmen stehen vor den Jahresabschlüssen und die Steuerberater arbeiten an der Erklärung für das Vorjahr. Aber der Advent sollte vor allem eine Zeit des Innehaltens sein, des langsamen Lebens, der Vorbereitung. Wie kann das heute noch gelingen?

Was ist Advent?

Das Wort Advent kommt aus dem lateinischen und bedeutet Ankunft. Die Ankunft ist bezogen auf Jesus. Die Christenheit bereitet sich auf die Ankunft Christi, also die Geburt Jesu, vor.

Früher war der Advent, wie die Zeit vor Ostern, eine Fastenzeit und dauerte meist 40 Tage. Der Advent begann an St. Martin (11.11.). Seit 1917 verlangt das katholische Kirchenrecht nicht mehr, vor Weihnachten zu fasten. In vielen Ostkirchen ist das aber immer noch Brauch.

Adventsbräuche

Auch uns könnte es gut tun, etwas mehr auf uns zu achten und zu fasten. Oftmals ist in der Adventszeit eine gewisse Maßlosigkeit zu beobachten. Man hetzt von einer Weihnachtsfeier zur nächsten, kein Weihnachtsmarkt wird ausgelassen, Schokoladennikoläuse und Lebkuchen zählen schon seit September zum täglichen Brot. Und dank der Kommerzialisierung freut sich auch kaum ein Kind über Nuss und Mandelkern zu Nikolaus, alles muss und soll immer größer, immer teuer, immer besser sein. Der Nikolaustag ist fast schon zum zweiten Weihnachten verkommen. Zwar liegt der Wert eines Nikolausgeschenkes, laut Statista (2013)bei durchschnittlich 14,60 €, weit unter dem eines Weihnachtsgeschenkes. Aber für viele Kinder muss es schon etwas mehr sein als Selbstgebackenes.

Der Adventskalender ist ein weiterer Brauch in der Adventszeit. Zurück geht dieser auf das 19. Jahrhundert und soll vor allem Kinder das Warten auf das Weihnachtsfest erträglicher machen. Auch hier lässt sich ein Trend absehen. Kennen Viele aus ihrer Kindheit noch einfache Adventskalender mit Bilder und den normalen Schokoladenkalender, ist der Adventskalender heute mehr als das. Teurer, größer und mehr lautet die Maxime. Für 60 % der Befragten (Statista 2016) gehört ein Adventskalender unbedingt zur Adventszeit und kommt damit noch weit vor dem Besuchen von Gottesdiensten. Im Schnitt geben die Deutschen etwa 9 € für einen Adventskalender aus.

Heute zündet man nur noch nebenbei die Kerzen am Adventskranz an. Kein Innehalten oder Gedicht aufsagen, keine Bibellektüre oder Gebete. Für 79 % der Befragten (Statista 2016) gehört der Adventskranz zum Advent. Hat man vor 20 Jahren das Entzünden und Betrachten des Adventskranzes noch mit etwa 20 Minuten zelebriert, wird der Adventskranz heute während des Fernsehschauens erleuchtet.

Durchatmen

Vielerorts wird die zunehmende Kommerzialisierung und Beschleunigung des Advents kritisch gesehen. Vor allem Kirchengemeinde haben ein Alternativprogramm entwickelt. Adventsliedersingen oder das Bewundern von weihnachtlich dekorierten Fenstern, als sogenannter „lebendiger“ Adventskalender wird angeboten. Es wird sich an Spendenaktionen beteiligt oder Schuhkartons mit Geschenken für Kinder gepackt, die es nicht so gut haben (https://www.geschenke-der-hoffnung.org/projekte/weihnachten-im-schuhkarton/).

Oft hilft es, sich einfach Zeit zu nehmen, schließlich ist ein neues (Kirchen-)Jahr angebrochen und darüber nachzudenken wofür man dankbar ist, oder wie man anderen eine Freude machen kann. Schon ein paar Minuten täglich reichen.

Was sagt der Papst?

Nach seiner Asienreise forderte Papst Franziskus im Angelus auf dem Petersplatz dazu auf, Gleichgültigkeit und Gewalt auf der Welt etwas entgegenzusetzen. Es gehe darum, Not und Leiden nicht nur einzelner, sondern auch der ganzen Gesellschaft zu sehen und zu helfen. Auch für die Adventszeit hat das Kirchenoberhaupt eine Botschaft: die Adventszeit dient dazu, aufmerksam und wachsam zu sein, dabei solle man sich nicht „vom Lärm der Welt“ ablenken lassen.  Es brauche Aufmerksamkeit und Wachsamkeit, um nicht “von den Wegen des Herrn abzuirren, verloren in unseren Sünden und Untreue”.

Wie Ruhe gelingen kann?

Überall herrscht Weihnachtstrubel. Durch kaum eine deutsche Innenstadt kann man sich noch in Normalgeschwindigkeit bewegen, Weihnachtsmärkte und Christmas-Shopping haben uns im Griff. Doch Ruhe finden muss nicht lange dauern, schon mit ein paar Minuten täglich kann man sich richtig auf den Advent einstimmen und etwas von der Besinnlichkeit und Vorfreude spüren, die wir heute oft missen müssen.

Bibellektüre, das kennen viele nur noch aus dem Firmungsunterricht. Aber ein paar Minuten am Tag können uns in eine andere Zeit versetzen und uns dabei helfen, den Advent zu spüren. Auf http://advent-online.de/html/advent_online.html gibt es jeden Tag einen kleinen Impuls aus der Bibel und ein kleiner Text, der zum Nachdenken anregen kann.

Das Kölner Domradio hat dazu eine Seite eingerichtet, eine Art Adventskalender. An jedem Tag kann man die Gedanken eines anderen Bischofes zum Advent hören (täglich 18:00 Uhr) oder im Internet nachlesen (https://www.domradio.de/radio/sendungen/bischoefe-zum-advent). Denkt man jetzt zwei drei Minuten darüber nach, hat man vielleicht schon ein kleines besinnliches Erlebnis.

Es reicht aber auch, die Kerze am Adventskranz anzuzünden, einen heißen Tee zu schlürfen und darüber nachzudenken, was Weihnachten und den Advent für uns so wichtig macht. Wofür wir heute dankbar sind und wie man anderen Menschen eine Freude machen kann. Denn das soll doch der Advent vor allem sein, Zeit des Wartens. Das perfekte Geschenk mag man für viele nicht finden, doch kann es manchmal das beste Geschenk sein, Zeit miteinander zu verbringen und sich gemeinsam einzustimmen und sich die Frage zu stellen, „Was hat die Geburt Jesu mit uns heute zu tun?“.

Julia Westendorff

Was erwarte ich?

Advent ist Erwartung
Aber was erwarte ich?
Welche Gedanken bewegen mich?
Glaube ich noch
An das, was schon lange
In meinem Inneren
Verschüttet zu sein scheint?

Habe ich meine Träume
Meine geheime Sehnsucht
Nach Originalität
Nach Entfaltung meines Lebens
Schon aufgegeben?

Erwarte ich noch
Dass sich etwas Unfassbares
Wunderbares
In meinem Leben ereignet?
Advent – heißt:
In Erwartung
Gerades dieses

»Unmöglichen« zu sein

Gudrun Kropp (*1955), Lyrikerin, Aphoristikerin, Kinder- und Sachbuchautorin

 

Weihnachten – Ein christliches Fest?

Lebkuchen im September, Weihnachtsmärkte, die nach dem 25ten Dezember noch immer stehen, Tannenbäume und die Rede von dem Familienfest. Weihnachten ist schon lange essenzieller Bestandteil unserer Gesellschaft. Für den christlichen Charakter des Fests interessieren sich jedoch die Wenigsten. Vielmehr scheint es um behagliche Stimmung, Familie, Geschenke und gutes Essen zu gehen.
Was aber sind die Ursprünge des Weihnachtsfests?
Inwiefern ist Weihnachten heutzutage ein gesellschaftliches Phänomen?
Wem „gehört“ Weihnachten?
Und was ist der Sinn des Weihnachtsfests?

Geschichte des Weihnachtsfests

Dass die Geburt Jesu höchstwahrscheinlich nicht am 25ten Dezember stattgefunden hat, steht heute fest.
Vermutlich haben sich die Christen bei dem Datum an einem schon bekannten heidnischen Feiertag orientiert. Der 25. Dezember galt schon lange als der Geburtstag der Gottheit der unbesiegbaren Sonne (Sol invictus). In den dunkelsten Tagen des Jahres zündeten die Menschen Lichter an, um ihrem Sonnengott zu gedenken, der ihnen das Licht schenkte. Auch Jesus vergleicht sich öfters mit dem „Licht, das in die Welt gekommen ist“ (Joh 12,46) und die Finsternis vertreiben wird. Die Parallelen sind offensichtlich. Höchstwahrscheinlich haben die Christen also die Metaphorik des schon bekannten heidnischen Festtags aufgenommen und sie mit ihrem eigenem „Sonnengott“ neu gefüllt. Ein unbekannter christlicher Autor der Spätantike schreibt zu dem Thema folgendes: „Die Heiden pflegen nämlich am 25. Dezember das Fest des Geburtstages der Sonne zu feiern und zu ihren Ehren Lichter zu entzünden. Zu diesen Riten luden sie oft auch Christen ein. Da nun die Lehrer der Kirche sahen, dass sich viele Christen zur Teilnahme an diesen Festen verleiten ließen, beschlossen sie, fortan am selben Tag das Fest der wahren Geburt zu begehen.“

Weihnachten als gesellschaftliches Phänomen

Weihnachten ist aus der westlichen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Kein Fest wird in einer ähnlichen Weise zelebriert und vermarktet. Man denke nur an die unzähligen Weihnachtsmärkte, Dekorationen und Sonderangebote in den Geschäften. Überall wird versucht, die Menschen in eine weihnachtliche Stimmung zu bringen. Was dabei außen vor bleibt ist der ursprünglich christliche Charakter des Fests. Auf den meisten Weihnachtsmärkten dominieren Tannenbäume, Weihnachtsmänner und Glühweinstände die vereinzelt vorkommenden Krippendarstellungen. Ein Fest der Liebe, das als Familienfest für gemeinsames Beisammensein, gutes Essen und Geschenke steht, lässt sich besser vermarkten als die Feier der Geburt eines Religionsstifters. Die Gesellschaft hat quasi, ähnlich wie die Christen des vierten Jahrhunderts, den Termin des Weihnachtsfests übernommen, ihn mit neuen Bedeutungen gefüllt und immer weiter ausgebaut. Fast scheint es, als gebe es zwei parallel nebeneinander verlaufende Weihnachtsfeste. Das Christliche sowie das Gesellschaftliche. Ein Freund sagte mir einmal dazu: „Nur für euch Christen fängt Weihnachten erst am 25ten Dezember an“.

Wem „gehört“ Weihnachten

„Euch Christen gehört Weihnachten nicht allein“, warf mir ein anderer Freund vor einigen Jahren in einer Diskussion vor. Hatte er recht? Natürlich gehört Weihnachten als Fest niemanden und kann von jedem beliebigen Menschen nach seinen Wünschen gefeiert werden, aber der christliche Charakter sollte hierbei nicht verloren gehen. In einer Zeit, in der das Christentum immer weiter auf das Abstellgleis geschoben wird, sollten wir gerade an einem Fest wie Weihnachten, das im Gegensatz zu Ostern und anderen kirchlichen Festen noch immer von einem Großteil der Gesellschaft gefeiert wird, darauf achten, das christliche Erbe nicht vollständig aufzugeben. Bei einem Feiertag, der vielen Menschen etwas bedeutet, haben wir die Chance die Menschen zu erreichen, und auf den christlichen Charakter hinzuweisen.
Übertreiben sollten wir es jedoch nicht. Auch die Meinung derjenigen, die Weihnachten als reines Familienfest sehen, sollte respektiert werden.

Der Sinn des Weihnachtsfests?

Den Sinn des Weihnachtsfests benennen zu wollen, ist eine utopische Vorstellung. Zu individuell sind die Menschen, um sich auf einen einzelnen Sinn zu beschränken.
Für einige Menschen besteht er darin, mit der Familie beisammen zu sein, andere wollen die Geburt Jesu feiern und wieder andere wollen einfach nur ihre freien Tage genießen. Im Lukasevangelium ist von der „großen Freude“ die Rede, die die Geburt Jesu mit sich bringt. Wenn wir diese Freude zum Maßstab nehmen und sagen, dass das Weihnachtsfest dann einen Sinn hat, wenn wir Menschen, wie auch immer wir das Fest feiern, fröhlich sein können, dann haben wir sehr viel erreicht.

Lukas Ansorge  

Digitalisierung und Grundeinkommen

Kardinal Reinhard Marx hat sich im Interview mit der Süddeutschen Zeitung gegen ein „bedingungsloses Grundeinkommen“ ausgesprochen. Auch der Katholische Sozialverband schloss sich dieser Ansicht an. Grund für die Ablehnung ist die problematische Anthropologie hinter dem Vorschlag und die Unvereinbarkeit mit unserer momentanen Gesellschaft.

Keine Lösung für aktuelle Probleme

Arbeit ist eine der größten Faktoren für die Integration einer Person in die moderne Gesellschaft. Der Gelderwerb und die damit verbundenen Möglichkeiten sind nur ein Teil dieser Integrationsfunktion. Vielmehr bedeutet Arbeit Zusammenarbeit mit anderen, also eine soziale Integration, macht aber darüber hinaus die Bedeutung des einzelnen für die Gemeinschaft deutlich.  Momentan ist die Erwerbsarbeit sogar die primäre Möglichkeit sich gesellschaftlich einzubringen. Das zeigt etwa die schwindende Wertschätzung für Erziehungsleistungen in den Familien und die sinkende Bereitschaft für das Ehrenamt. Beides ist zwar stark durch den hohen Bedarf der Wirtschaft an Arbeitskräften beeinflusst und könnte sich durch ein eine extreme Digitalisierung, die menschliche Arbeit ersetzt, wieder ändern. Das wird jedoch noch einige Zeit brauchen, wenn es denn überhaupt zu einer solchen Entwicklung kommt.

Das „bedingungslose Grundeinkommen“ ist also eine Lösung für ein mögliches zukünftiges Problem, aber für die momentane Situation völlig ungeeignet. Der Katholische Sozialverband macht das so deutlich: “Die sozialste Tat ist, den Menschen wieder auf die eigenen Füße zu stellen, statt ihn auf Dauer zu alimentieren”.  Auch wenn das Grundeinkommen jedem per Gesetz zusteht, bleibt man doch objektiv und subjektiv abhängig von „Sozialhilfe“. Das zieht zwei Probleme nach sich: Zum einen gibt es dadurch wenig Anreize aus dieser problematischen Situation herauszukommen, da Arbeit auch eine Last ist, die Menschen wenn möglich meiden, auch wenn das für sie nicht wirklich gut ist. Zum anderen leidet man unter dem Wissen, von der Hilfe anderer abhängig und nicht gebraucht zu sein. Das erste Problem ist schon durch die Sozialprogramme der Vergangenheit aufgezeigt worden. Der amerikanische „War on Poverty“ (Krieg gegen die Armut) hat die Probleme in den Innenstädten und Problemvierteln nicht behoben, sondern über Jahre verfestigt.

Das subjektive Problem zeigt sich etwa in der Integration von Menschen mit Behinderungen. Dort wird ein großer Wert darauf gelegt, jedem Menschen einen zu ihm passenden Arbeitsplatz zu ermöglichen. Die Idee eines reinen „Heimes“, in dem es nur Betreuung gibt, ist schon lange verworfen worden. Es war zu deutlich, dass es zum Menschsein gehört sich einzubringen und etwas zu schaffen.

Problematische Anthropologie

Papst Johannes Paul II stellt in seiner Enzyklika Laborem Exercens (LE) die Bedeutung der Arbeit für den Menschen da. Sie sei essenziell für den Menschen, da er „sich [durch Arbeit] selbst als Mensch verwirklicht“ (LE9). Es ist zwar nicht einfach ein absolutes Gut zu arbeiten, da es Mühe erfordert, doch leben wir durch Arbeit den kreativen Anteil unseres Wesens als Abbild Gottes.  So ist nach Papst Johannes Paul II die Arbeit Berufung für alle. Eine Maßnahme, die Menschen prinzipiell von Arbeit ausschließt, kann also nicht gerechtfertigt sein.

In der Enzyklika kritisiert er weiter einen grenzenlosen Kapitalismus, der die Person zum Rad im Getriebe macht. Auch kritisiert er den Kommunismus, der  alle Menschen zwingt, ein festgelegtes Rad in der Maschine der Planwirtschaft zu sein. Das Problem in beiden Wirtschaftssysteme ist letztendlich dasselbe: „der Mensch wird als bloßes Werkzeug behandelt,“ (LE 7). Beide schätzen aber den Menschen noch als wichtig ein und betonen seine  Fähigkeit einen Teil für die Gesellschaft beizutragen.

Das bedingungslose Grundeinkommen spricht der Person jedoch eine wirtschaftliche Bedeutung für die Gesellschaft ab, der er nichts mehr zu bieten hat. Diese Abwertung betrifft vor allem Menschen am Rand der Gesellschaft, die nur schwach integriert sind und nicht die Fähigkeiten haben ,sich selber anderweitig zu integrieren. Anstelle einer zu kritisierenden Ausnutzung tritt eine Vertreibung aus dem Feld der Arbeit.  Das ist jedoch mit der Würde der Person und dem Wert von Arbeit unvereinbar. Dadurch würden Menschen nicht nur wirtschaftlich abgehängt, sondern vollkommen ausgestoßen. Wie Kardinal Marx feststellte wären solche Ausgestoßenen für die Funktion der Demokratie noch problematischer, als die schon beobachtbaren Menschen, die abgehängt sind oder sich so fühlen.

Gegenentwurf der katholischen Soziallehre

Ein Aspekt des „bedingungslosen Grundeinkommens“ ist berechtigt und wichtig. Jeder Mensch muss ausreichend versorgt sein, um in Würde leben zu können. Um dieses Ziel zu erreichen, schlägt die katholische Soziallehre jedoch einen anderen Weg vor. Um sowohl die Bedürfnisse nach materieller Versorgung als auch nach würdiger Arbeit zu erfüllen, sollte es Arbeitsplätze geben, die ausreichend entlohnt werden. Wo dies nicht möglich ist, muss der Lohn aufgestockt werden, jedoch nicht als Vorschubleistung gemäß dem „bedingungslose Grundeinkommen“, sondern als Hilfe für Notleidende. Die Hilfe zur Sicherung eines materiell menschenwürdigen Lebens macht die  Situation als problematisch deutlich, während das „bedingungslose Grundeinkommen“ das Problem zudeckt. Ziel sollte es sein, allen die Versorgung durch den Eigenerwerbslohn zu ermöglichen.

Das „bedingungslose Grundeinkommen“ ist keine geeignete Lösungsstrategie. Nicht für die Probleme heute, weil es der Organisationsstruktur unserer Gesellschaft widerspricht. Wir brauchen heute Lösungen, die an die Struktur der Gesellschaft anknüpfen und sie verbessern können. Weiter ist das „bedingungslose Grundeinkommen“ ungeeignet für eine mögliche Zukunft mit sehr wenigen Arbeitsplätzen durch extreme Digitalisierung, da damit Bedingungen geschaffen werden, die einem menschenwürdigen Leben entgegenstehen. Sollte das Szenario in der Zukunft auftreten, reicht es nicht, das materielle Überleben zu sichern, sondern es muss Wege geben, alle als aktiven und konstruktiven Teil der Gesellschaft zu integrieren.

Philipp Müller